mini|Logo: WDC Frankfurt Rhein-Main 2026World Design Capital (WDC) ist der Titel für ein einjähriges Programm der World Design Organization (WDO). Mit dieser Initiative der WDO sollen Städte oder Metropolregionen im Bereich Design als Welthauptstadt anerkannt, ausgezeichnet und Designveranstaltungen sowie die lokale Design-Community mit überwiegend öffentlichen Mitteln gefördert werden.

Der Titel World Design Capital wird seit 2008 alle zwei Jahre von der WDO auf der Grundlage eines weltweiten Bewerbungsverfahrens an Städte vergeben, die ein für die WDO überzeugendes Konzept für eine nachhaltige Verbesserung der sozialen, kulturellen, ökonomischen und ökologischen Lebensbedingungen in ihrer Stadt(region) durch Designprojekte entwickelt haben.

World Design Agenda der WDO und Agenda 2030 der Vereinten Nationen Seit Oktober 2017 verpflichtet sich die WDO als Referenzrahmen für ihre Programme die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) der Vereinten Nationen bei der Stadt- und Regionalentwicklung zu nutzen. Mit der World Design Agenda, einem Aktionsplan zur Entwicklung designorientierter Lösungen, die zur Erreichung der SDGs beitragen, verpflichtet sich die WDO gemeinsam mit ihren Mitgliedsorganisationen ehrgeizige Ziele zu setzen und die Fortschritte, die erzielt werden, unter Nutzung ihres Beraterstatus bei den Vereinten Nationen zu kommunizieren. Von den WDO-Mitgliedern wurden folgende Nachhaltigkeitsziele als besonders relevant für die Design-Community identifiziert (siehe auch: UNESCO Creative Cities Network):

SDG 3: Designorientierte Innovationen fördern, um Krankheiten zu reduzieren und Gesundheit sowie Wohlbefinden zu stärken, SDG 4: Stärkung einer qualitativ hochwertigen Ausbildung im Bereich Industriedesign, die Nachhaltigkeit, soziale Verantwortung, Kontext und systemisches Denken in den Vordergrund stellt und die nächste Generation von Führungskräften im Bereich nachhaltiges Design begleitet und fördert, SDG 6: Den Zugang zu sauberem Wasser verbessern und die Hygiene- und Sanitärversorgung ausbauen, SDG 7: Den Einsatz sauberer Energie ausweiten und die Energieeffizienz in Betriebsabläufen, Produkten und Lieferketten verbessern, um einen Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels zu leisten, SDG 9: Förderung einer inklusiven und nachhaltigen Infrastruktur, Industrialisierung und Innovation mit Schwerpunkt auf Bezahlberkeit und Barrierefreiheit für die Nutzer, SDG 11: Vorbildliches Design als grundlegendes Instrument, um Städte und Siedlungen inklusiver, sicherer, widerstandsfähiger und nachhaltiger zu gestalten, SDG 12: Förderung einer effizienten Ressourcennutzung, nachhaltiger Alternativen sowie eines verantwortungsbewussteren Konsums und einer verantwortungsbewussteren Produktion sowie SDG 17: Starke und inklusive Partnerschaften zwischen dem öffentlichen Sektor, der Privatwirtschaft und der Zivilgesellschaft fördern, in denen Wissen ausgetauscht und auf Erfahrungen sowie Strategien zur Ressourcenbeschaffung aufgebaut wird, um die Verwirklichung der SDGs zu unterstützen.

Zur Umsetzung der World Design Agenda werden von der WDO folgende Action Items genannt:

Veranstaltung von SDG-spezifischen „World Design Talks“, um den Dialog aus der Perspektive des Designs voranzubringen. Einrichtung von und Teilnahme an SDG-spezifischen Arbeitsgruppen, um das Engagement und die Verpflichtung gegenüber den SDGs weiter zu fördern. Bewährte Verfahren, Herausforderungen und gewonnene Erkenntnisse beobachten, bewerten, stärken und weitergeben. Mit multilateralen Institutionen zusammenarbeiten, um spezifische globale Herausforderungen aus einer designorientierten Perspektive anzugehen. Einen Beitrag zum „World Design Report“ der WDO leisten, um die Bedeutung von Design für die Förderung der internationalen Entwicklungsagenda zu verdeutlichen und die Fortschritte der Design-Community bei der Umsetzung der SDGs hervorzuheben.

Ziele des WDC Programms Das WDC-Auswahlverfahren legt Wert auf Skalierbarkeit, breite Beteiligung und greifbare Vorteile für die Einwohner, wobei der Schwerpunkt auf einer nachweisbaren Integration von Design in die städtischen/regionalen Ziele liegt.

Die designierten Städte sind auf der Grundlage eines Host City Agreement (HCA) vertraglich verpflichtet, die Finanzierung des von der Kultur- und Kreativwirtschaft der jeweiligen Stadt/Region getragenen WDC-Jahres zu garantieren (pay-to-play). Im Rahmen einer abschließenden WDC Convocation Ceremony (Übergabefeier) sollen unter anderem erste Ergebnisse einer Wirkungsanalyse vorgestellt werden, die den Erfolg des WDC-Jahres im Sinne der World Design Agenda dokumentieren.

Folgende Ziele werden von der WDO genannt:

Die mit dem WDC-Titel ausgezeichnete Stadt(region) soll zeigen, wie sie mit dem Einsatz von Design sich selbst neu erfindet und die Lebensqualität ihrer Bewohner verbessert. Die Sichtbarkeit der ausgezeichneten Stadt(region) und ihrer Design-Community auf der internationalen Bühne soll erhöht werden. Die Öffentlichkeit soll für die Kraft des Designs zur Stärkung der wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und ökologischen Entwicklung der Stadt(region) sensibilisiert werden. Die ausgezeichnete Stadt(region) soll andere Städte inspirieren, Design als strategisches Instrument für Wachstum und Wohlstand einzusetzen. Es soll ein internationales Netzwerk geschaffen werden, in dem Stadt(regionen) best practices für innovative Gestaltung austauschen. Es soll sichergestellt werden, dass der positive Einfluss von Design auch nach Ablauf des WDC-Jahres in der Stadt(region) weiter wirkt.

Durch die Ernennung zur World Design Capital können sich für eine Stadt/Metropolregion folgende Vorteile ergeben: Anerkennung für ihren innovativen Einsatz von Design zur Stärkung der wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und ökologischen Entwicklung. Profilierung im Rahmen des Stadt- und Regionalmarketing. Beitritt zu einem internationalen Netzwerk, in dem Städte und Gemeinden innovative, designorientierte Programme und Strategien zur Stadterneuerung kennenlernen und austauschen können. Zunahme von Tourismus und Investitionen. Aufbau eines weltweiten Rufs als führendes Zentrum für Design, Kreativität und Innovation.

Bewerbung, Planung und Umsetzung Bewerbung In ihrer Bewerbung müssen die Städte nachweisen, wie ihre Regierung, Industrie, Bildungseinrichtungen, Designer und die Bevölkerung einzeln und gemeinsam daran arbeiten, ihr städtisches Umfeld zu revitalisieren und neu zu gestalten. Jede Stadt muss zeigen, dass sie von der lokalen Regierung finanziell unterstützt wird. Auswahlkriterien sind:

Die vorhandenen Design-Ressourcen einer Stadt(region). Die Pläne der Stadt(region) zur Selbsterneuerung durch Design. Welchen Nutzen die Bewohner der Stadt(region) durch den Einsatz von Design in der Stadt- und Regionalplanung haben werden. Die Fähigkeit, ein ganzjähriges Programm von Designveranstaltungen zu organisieren und zu finanzieren. Die Mobilisierung und Beteiligung der breiteren Design-Community und großer Teile der Bevölkerung und der Besucher. Die Förderung eines breiteren Dialogs über Strategien zur urbanen und regionalen Revitalisierung.

Der Auswahlausschuss der WDO bewertet die Bewerbungen und nimmt bis zu drei Städte in die engere Wahl.

Nach der Bekanntgabe der Auswahlliste führen Mitglieder des WDC-Organisationskomitees Stadtbesuche durch, um sich mit Vertretern der Bewerberstädte zu treffen und die in den Bewerbungen enthaltenen Informationen zu überprüfen.

Die abschließende Auswahlsitzung findet etwa sechs Monate nach dem Ende der Bewerbungsfrist statt.

Planung Nach der Bekanntgabe hat die neu ernannte Stadt(region) zwei Jahre Zeit, um sich auf die Durchführung ihres Programms für designbezogene Veranstaltungen vorzubereiten. Es wird eine Organisationseinheit geschaffen, welche die verschiedenen Projekte verwaltet und die Identität ihrer Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit der WDO entwickelt.

Jede Weltdesignhauptstadt muss ein Jahresprogramm mit Designveranstaltungen entwickeln, organisieren und finanzieren, das Nutzen und Wert von Design und Designwirtschaft für die Stadt und ihre Bürger überzeugend darstellt. Darüber hinaus soll mit medialer Präsenz sichergestellt werden, dass auch nationale und internationale Besucher angezogen werden.

Zusätzlich zu diesen lokalen Veranstaltungen muss jede WDC acht WDC-Signature Events in Zusammenarbeit mit der WDO organisieren:

WDC Signing Ceremony: Die Unterzeichnungszeremonie soll Gelegenheit bieten, wichtige Interessenvertreter, darunter Regierungsvertreter, die Design-Community, lokale Medien und Unternehmen, einzuladen, um die offizielle Unterzeichnung des WDC-Gastgebervertrags mitzuerleben und zu feiern. Es ist die erste offizielle WDC-Veranstaltung und die einzige WDC-Unterzeichnungsveranstaltung, die außerhalb des benannten Jahres stattfindet, normalerweise im ersten Quartal des Jahres nach der offiziellen Bekanntgabe der benannten WDC-Stadt(region). World Design Street Festival: Das Street Festival ist die Eröffnungsfeier für das WDC-Kalenderjahr. Die Festivitäten sind erlebnisorientiert und sollen sich darauf konzentrieren, Begeisterung und Engagement der Bürger für das kommende Jahr zu wecken. Das Festival soll so viele Menschen wie möglich, einschließlich internationaler Besucher, dazu bringen, Designaktivitäten durch Konzerte, öffentliche Designwerkstätten, Ausstellungen oder Tage der offenen Tür in Designstudios persönlich zu erleben. World Design Spotlight: Die Veranstaltung soll Design als wirkungsvolles Instrument für die Stadtentwicklung hervorheben und zeigen, warum die WDC-Gastgeberstadt die Auszeichnung erhalten hat. Sie ist als eine Hommage an die Design-Community der Stadt(region) konzipiert und soll die lokalen Beiträge, die zur Ernennung der Stadt(region) zum WDC geführt haben, unterstreichen. Außerdem sollen die best practices im Bereich Impact Design auf internationaler Ebene gewürdigt werden. World Design Experience: Die World Design Experience ist ein interaktives Schaufenster für Design aus aller Welt, das sieben Tage lang stattfinden soll. Der Schwerpunkt soll dabei auf dem Nutzererlebnis liegen. Dieses WDC-Signature-Event soll Medienaufmerksamkeit erzeugen und ein Hauptanziehungspunkt für internationale Besucher werden. World Design Policy Conference: Diese Konferenz soll eine globale Plattform für den Austausch von Ideen, Erkenntnissen und best practices aus verschiedenen Ländern, Regionen und Städten bieten, um eine effektive Designpolitik entwickeln, einführen und aufrechterhalten zu können. Als inhaltsreichste der WDC-Signature-Events sollen ihre Ergebnisse den Grundstein für ein Design-Programm legen, das der Design-Community und den Bürgern zugutekommt und über das WDC-Jahr hinaus wirkt. World Design Week Forum: Diese Veranstaltung soll die Anlaufstelle für Organisatoren von Designwochen aus der ganzen Welt sein, um best practices und Erfahrungen auszutauschen. Es soll auch Städten, die noch keine Designwoche veranstalten, die Möglichkeit bieten, die Informationen, Instrumente und Unterstützung zu erhalten, die für die Initiierung einer solchen Veranstaltung erforderlich sind. World Design Network of Cities Meeting: Das Treffen ist ein Forum für kommunale Vertreter, einschließlich, aber nicht beschränkt auf die Bürgermeister der vom WDC ernannten Städte. Diese von der WDO geleitete Veranstaltung soll die Möglichkeit bieten, einen aktiven Dialog über Design im Leben einer Stadt(region) seit dem Jahr der WDC-Ernennung zu führen. Ziel des Treffens ist es, die Erfolge der WDC-Programme hervorzuheben und Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen den WDC-Städten und anderen designorientierten Städten zu identifizieren.