Anne Fontaine, Pseudonym für Édith Pfund-Ramelet (* 8. November 1908 in Lausanne; † 27. April 2004 ebd.) war eine Schweizer Schriftstellerin und Lyrikerin.

Leben Anne Fontaine kam in einer traditionsreichen Lehrerfamilie als Tochter von Charles Ramelet und Susanne Émilie Ramelet geb. Buttet zur Welt. Sie wuchs in Lausanne auf, begann mit acht Jahren Texte zu schreiben und zog Erwachsenenliteratur Kinderbüchern vor. Als Dichterin und Prosaschriftstellerin war sie von der großen Tradition der französischen Lyrik inspiriert. Ihr raffiniertes und existenzielles Werk feiert die Schönheit der Welt und die "Metamorphosen des Lebens und des Herzens". Als Lyrikerin schreibt sie viel wegen des "Gesangs der Wörter und der Sätze, die frei Gestalt annehmen", in Prosa.

Über Fontaines Denkweise meint ihr Lausanner Kollege Georges Borgeaud treffend: Anne Fontaine nous persuade qu'il est possible de méditer sur l'essentiel de nos destins sans perdre le sourire ni la grâce, encore moins le brin d'innoncence qui est l'apanage des poètes et la terreur des intellectuels ("Anne Fontaine überzeugt uns, dass es möglich ist, über das Wesentliche unserer Schicksale Überlegungen anzustellen, ohne das Lächeln und noch weniger den Hauch von Unschuld zu verlieren, der das Vorrecht der Dichter und der Schrecken der Intellektuellen ist")Zeitschrift femina, Monique Balmier: Portrait Anne Fontaine, 1984.

Ihre Gedichte, Erzählungen und Essays erschienen in Frankreich und in der Schweiz. Sie war Ehrenmitglied des "Instituto de Cultura Americana" in Südamerika, wurde in Frankreich schon früh mehrfach von der Académie française ausgezeichnet und in der Schweiz mit Literaturpreisen prämiert: So wurde sie bereits 1953 für ihr damaliges "Gesamtwerk" mit dem Kreuz der Ehrenlegion und der Verleihung des Titels "Ritter der Ehrenlegion" geehrt.Feuilles d'avis de Lausanne, 16. September 1953, Seite 8

Neben ihren Büchern veröffentlichte sie nicht nur zahlreiche literarische Texte in Zeitschriften und Zeitungen des frankophonen Wallis, sondern schrieb bis Mitte der 1980er Jahre auch Musikrezensionen in der Zeitung 24 Heures und literarische Rezensionen für das Magazin Trente Jours.

1934 heiratete Édith Ramelet alias Anne Fontaine den Schweizer Juristen, Lyriker und Diplomaten Walter Pfund. Die gemeinsame Tochter Diane Françoise Irène Pfund wurde am 10. Jänner 1943 geboren.

Abgesehen von Anne Fontaines literarischem Werk ist ihre frühe politische Weitsicht bemerkenswert: So meldet sie sich z. B. am 21. Juni 1940, zwei Tage vor der offiziellen Unterzeichnung des „Waffenstillstands“ zwischen Frankreich und Hitlerdeutschland (nach der faktischen Besetzung weiter Teile Frankreichs und Entwaffnung des Landes durch den Aggressor), erschüttert in der Zeitung La Feuille zu Wort und beschreibt die Flüchtlingswelle Zehntausender in die Schweiz („…Réfugiés hagards, talonnés par l'envahisseur, entravés par leur ballot“). …

2023 hat die Stadt Lausanne einen öffentlichen Park im Süden der " Fiches Nord " nach Anne Fontaine benannt.1. « La Ville de Lausanne nomme huit nouveaux lieux en l'honneur de femmes [archive] », sur rts.ch, 27 septembre 2023

Auszeichnungen 1947: Prix de poésie der Académie française für Prismes 1950: Prix Caroline-Jouffroy-Renault der Académie française für Le Premier Jour 1984: Prix des écrivains vaudois

Werke Lyrik Prismes. Éditions Egloff, Freiburg i. Üe. 1947. Cantate des Objets Perdus. Egloff, Freiburg 1947. Nausicaa. Egloff, Freiburg 1948. Le Premier Jour. Éditions Bernard Grasset, Paris 1950. Métamorphoses. Grasset, Paris 1951. Le Cerf-Volant. Grasset, Paris 1953. L’Oiseleur. Grasset, Paris 1954.

Prosa Par-dessus la haie. Grasset, Paris 1952. L’Aubier sous l’écorce. Vorwort von Alice Rivaz. Éditions de l’Aire, Lausanne 1983. Ophélie ou les intermittences du cœur. L’Aire, Lausanne 1984. Pour des millions d’années. L’Aire, Lausanne 1987.

Essays L’Herbier d’Armand Godoy. Egloff, Freiburg 1949. Delacroix Poète. Grasset, Paris 1953. Armand Godoy. Grasset, Paris 1959. Henri Mondor. Grasset, Paris 1960. A comme Amour. Éditions Marguerat, Lausanne 1977. La Petite Seconde. Vorwort von Georges Borgeaud. L’Aire, Lausanne 1980.

Weblinks Anne Fontaine im Katalog Helveticat der Schweizerischen Nationalbibliothek

Fontaine, Anne im Archiv der Waadtländer Bibliotheken Anne Fontaine, Bibliothèque nationale de France

Einzelnachweise

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