Die L.A. Guns sind eine US-amerikanische Hard-Rock-Band aus Los Angeles, die Ende der 1980er Jahre ihre größten Erfolge feierte.
Geschichte Die frühen Jahre (1983–1987) mini|links|Stacey Blades, L.A.-Guns-Gitarrist, 2008 Die L.A. Guns wurden 1983 vom Gitarristen Tracii Guns und Schlagzeuger Rob Gardner gegründet. Zur ersten Besetzung der Band gehörten außerdem der Bassist Ole Beich und der frühere Rapidfire-Sänger Axl Rose. Rose verließ die Band noch vor den Aufnahmen zum ersten Demo und gründete die Band Hollywood Rose. Sein Nachfolger wurde Michael Jagosz, mit dem die L.A. Guns 1984 ihr erstes Demo in Angriff nahmen. Kurz darauf schlossen sich die beiden Bands L.A. Guns und Hollywood Rose bzw. die Mitglieder Tracii Guns, Rob Gardner, Axl Rose, Ole Beich und Izzy Stradlin zusammen und nannten sich fortan Guns N’ Roses. Als Tracii bei Guns N’ Roses durch Slash ersetzt wurde, gründete er die L.A. Guns erneut.
Neu zur Band gehörten nun neben Tracii der Bassist Mick Cripps, Schlagzeuger Nickey Alexander, Sänger Paul Black und der zweite Gitarrist Robert Stoddard. In dieser Besetzung machte die Band auf dem Sunset Strip auf sich aufmerksam und konnte das Interesse mehrerer Plattenfirmen auf sich ziehen. Als sie schließlich einen Plattenvertrag unterzeichneten, veränderte sich die Besetzung radikal.
Ihr Manager wurde zu dieser Zeit Alan Jones, der Chef des Kleidungsgeschäfts, in dem Mick Cripps arbeitete. Man unterschrieb bei Polydor einen "Entwicklungsvertrag", bei dem Polydor bereits die Aufnahme von Demos etc. finanzierte.
1987 nahmen Gitarrist Stoddard und Sänger Black den Hut. Mick Cripps wechselte vom Bass an die Gitarre, und neu zur Band stießen Bassist Kelly Nickels und Sänger Phil Lewis. Lewis hatte zuvor mit der Band Girl auf sich aufmerksam gemacht. Nach den Aufnahmen zum Debütalbum wurde Schlagzeuger Nickey Alexander nach einem Streit mit einem anderen Bandmitglied durch Steve Riley ersetzt, der gerade im selben Probekomplex wie die Band probte.
Erste Erfolge (1988–1994) Das selbstbetitelte Debütalbum L.A. Guns erschien 1988 und schaffte es bis in die US-amerikanische Top 50. Nicht zuletzt auch durch den Erfolg von Guns N’ Roses genossen die L.A. Guns zu dieser Zeit großes Ansehen. Die Band war Teil einer neuen Rockgeneration. 1989 erschien das zweite Album Cocked and Loaded, das bis in die Top 40 der US-Charts kam. Die Single „The Ballad of Jayne“ avancierte zum größten Hit der Band und bescherte ihnen ein Goldalbum in den USA für über 500.000 verkaufter Tonträger. Eine Europatournee im Vorprogramm von Skid Row folgte. In dieser Zeit wurde Schlagzeuger Steve Riley gefeuert. Laut Bassist Kelly Nickels waren Guns und Lewis unzufrieden, dass Riley als der Bandleader gegolten hatte und wollten die Kontrolle über die Band bekommen. Den Rauswurf von Riley bezeichnete Nickels als den Anfang vom Ende der Band. Die Band spielte daraufhin eine Cover-EP namens Cuts ein, auf der Michael Gershima anstelle von Steve Riley am Schlagzeug saß. Als die verbliebenen Bandmitglieder auch Gründer Tracii Guns feuerten, lösten sich die L.A. Guns auf.
Jahre der häufigen Veränderung (1995–2001) Tracii Guns reformierte 1995 die Band für das Album Vicious Circle und die Zeit der großen Besetzungswechsel begann. Die erste Besetzung, Lewis, Guns, Cripps, Nickels und Riley, hielt nicht lange. Als einzige Konstante blieben über die nächsten Jahre Gitarrist Tracii Guns und Drummer Steve Riley. Sieben weitere Alben mit vier weiteren Sängern (von denen der bekannteste wohl Ex-Love/Hate-Sänger Jizzy Pearl ist), drei verschiedenen Bassisten und diversen zweiten Gitarristen trugen nicht unbedingt zum Erfolg der Band bei.
Zersplitterung und Festigung (seit 2002) mini|links|Konzert der L.A. Guns in Poughkeepsie, New York (2008) 2002 verließ Tracii Guns die Band. Zusammen mit Mötley-Crüe-Bassist Nikki Sixx veröffentlichte er mit der Band Brides of Destruction das Album Here Come the Brides, gefolgt von ausgedehnten Tourneen durch Amerika und Europa.
Allerdings versäumte es Bandleader Phil Lewis, sich die Namensrechte für die Band zu sichern, was dazu führte, dass Tracii Guns – mit dem Lewis zerstritten war – den Bandnamen mithin für eigene Live-Auftritte verwendete. Mit auf dieser Tour war in der Folgezeit unter anderen Ex-L.A.-Guns-Sänger Paul Black, der mit „Jo Dog“ – Ex-Gitarrist von The Dogs D’Amour – ein Soloalbum veröffentlichte (Sun Down and Yellow Moon).
Das L.A.-Guns-Line-up, bestehend aus Sänger Phil Lewis, dem seit 2004 eingesetzten neuen Gitarristen Stacey Blades, Bassist Adam Hamilton und Schlagzeuger Steve Riley, veröffentlichte 2004 das Coveralbum Rips the Covers Off und 2005 Tales from the Strip. Sie tourten in der Folgezeit sowohl durch die Vereinigten Staaten als auch durch Europa, bevor Bassist Adam Hamilton im Frühjahr 2006 seine Bandmitarbeit unterbrach, um als Produzent und Studiomusiker tätig zu werden. Während der Liveauftritte wurde er durch Scott Griffin ersetzt.
2005 wurde von Ex-L.A.-Guns-Sänger Paul Black das Live-Album The Black List veröffentlicht, das Demo-Aufnahmen aus der Frühzeit der Gruppe mit der Besetzung Paul Black, Tracii Guns, Robert Stoddard, Nickey Alexander und Mick Cripps enthält.
2007 wurde Bassist Adam Hamilton endgültig durch Scott Griffin ersetzt.
2010 veröffentlichte die Band das Album Covered in Guns, auf dem Adam Hamilton wieder den Bass-Part übernahm. Mit von der Partie waren bei der Produktion des Albums – das unter anderen Coverversionen von Arrows, Buckcherry und Blue Öyster Cult enthält – neben Bandleader Phil Lewis sowie dem langjährigen L.A.-Guns-Schlagzeuger Steve Riley ebenso Stacey Blades. Trotz der Zersplitterung der Gruppe im Jahre 2002 scheint sie sich seitdem um Phil Lewis in ihrer teilweise neuen Besetzung stabilisiert zu haben.
Ebenfalls 2010 kam das Live-Album A Night on the Strip auf den Markt. Die dort enthaltenen Aufnahmen stammen von einem Konzert auf dem Sunset Strip, das am 7. Oktober 1999 stattfand.
Nachdem 2011 die prägenden Mitglieder Jeremy Guns (Bass) und Chad Stewart (Schlagzeug) aus der Band ausgeschieden waren, löste Tracii Guns 2012 seine Version der L.A. Guns auf. Zuletzt bestand sie außer ihm nur aus neuen Mitgliedern.
2012 verließ Stacey Blades die Band und wurde durch Michael Grant ersetzt. 2014 wurde Scott Griffin gefeuert und durch Kenny Kweens ersetzt, der diesen bereits von 2009 bis 2011 vertreten hatte.
Zwar lehnt Tracii Guns eine Rückkehr zu den L.A. Guns aufgrund mangelnden Interesses ab, jedoch stand Phil Lewis am 29. April 2015 mit Guns’ neuer Band Gunzo in Las Vegas als Gastsänger auf der Bühne und sang mit ihnen den L.A.-Guns-Klassiker The Ballad of Jayne.http://www.blabbermouth.net/news/video-phil-lewis-and-tracii-guns-perform-l-a-guns-the-ballad-of-jayne-in-las-vegas/
Reunion von Phil Lewis und Tracii Guns (2016–2018) Bereits 2006 und 2013 kam es zu Konzerten von Phil Lewis und Tracii Guns in unterschiedlichen Kontexten. Bei einem Jubiläumskonzert des Clubs Cathouse in Los Angeles wurde Phil Lewis von Sänger Paul Black aufgefordert, einen Song mitzuspielen. 2013 spielten Phil Lewis und Tracii Guns als Gäste mit der Band Sin City Sinners bei einem Charity Event in Las Vegas ungeprobt 4 Songs.
2016 kam es zu einer Reunion von Tracii Guns und Phil Lewis zu einer neuen Besetzung von L.A. Guns. Phil Lewis verließ dafür faktisch die bestehende Version der L.A. Guns. Laut Phil Lewis hatte er bereits im Oktober 2015 Steve Riley mitgeteilt, dass er die gemeinsame Band verlassen werde, zunächst aber ohne weitere Zukunftspläne. Laut Lewis war er mit fehlenden Aufnahme-Ambitionen der Band unzufrieden. Zunächst plante Lewis, nach einem letzten Auftritt mit den L.A. Guns im Dezember 2016 solo weiterzumachen.
Die neue L.A. Guns Besetzung von Riley und Guns bestand zunächst aus Michael Grant (Rhythmusgitarre), Johnny Martin (Bass) und Shane Fitzgibbon (Schlagzeug). Michael Grant war zuvor auch seit 2013 in der Bandbesetzung von Phil Lewis und Steve Riley aktiv gewesen.
Steve Riley sagte jedoch noch im Oktober 2016, dass er mit zwei Versionen der Band einverstanden sei und Phil Lewis in seiner Band bleiben würde. Er zeigte sich auch bereit, mit Tracii Guns zu spielen und könne nicht verstehen, wieso Guns in der Presse schlecht über ihn rede.
Zwei Versionen der L.A. Guns (2018–2021) 2018 gab Steve Riley nach zwei konzertfreien Jahren eine neue Besetzung seiner L.A. Guns bekannt, die 2019 auf Tour ging. Dies war möglich, da die Namensrechte der L.A. Guns zu jeweils der Hälfte zwischen Tracii Guns und Steve Riley aufgeteilt wurden. Zu Rileys Version gehörte unter anderem auch Original-Bassist Kelly Nickels. Nach Bekanntgeben der Band wurde Riley über die Presse heftig von Guns attackiert. Riley verteidigte sich und sagte, dass er die Band nie verlassen habe und lediglich Lewis und Guns eine neue Band gegründet hatten. Nachdem es zunächst zwei Versionen der L.A. Guns gegeben hat, gingen Lewis und Guns vor Gericht und erstritten sich den Namen L.A. Guns. Über die Details des Vergleichs ist jedoch nichts bekannt.
Lewis behauptete später, dass die originalen L.A. Guns Musiker Mick Cripps (Gitarre) und Kelly Nickels (Bass) für die Reunion angefragt wurden, was Kelly Nickels jedoch als Lüge bezeichnete.
Steve Riley musste seine Band danach ab April 2021 in Steve Riley's L.A. Guns umbenennen. Es gibt jedoch auch ein 2020 erschienenes Album namens Renegades, das noch unter dem Namen L.A. Guns erschienen war. Zu Rileys Version der Band gehörte auch der Bassist Kelly Nickels, der auf den bekanntesten Alben der originalen L.A. Guns gespielt hatte. Auch Mick Cripps war für diese Version angefragt worden. 2023 verstarb Steve Riley. Seine Band gab 2025 ihre Auflösung bekannt.
Neueste Entwicklungen der Lewis/Guns Version (ab 2018) 2018 wurde Gitarrist Michael Grant durch Lewis Wunsch aus der Band entlassen. Danach hatte die Band einige Monate mit Johnny Monaco und Ex-Bassist Adam Hamilton als Rhythmusgitarrist getourt.
Am 29. März 20219 kam das neue Album The Devil You Know auf den Markt. Eine Woche zuvor gab die Band bekannt, dass Schlagzeuger Shane Fitzgibbon die Band aufgrund eines Studiojobs bei Rick Rubin verlassen werde und durch Scot Coogan ersetzt werde. Zudem wurde die Lücke an der Rhythmusgitarre durch Ace Von Johnson geschlossen.
2021 erschien das Album Checkered Past, dessen Schlagzeugspuren von Ex-Schlagzeuger Shane Fitzgibbon aufgenommen werden mussten, da Coogan aufgrund der Corona-Situation nicht einreisen konnte und kein eigenes Studio besaß. Coogan verließ daraufhin die L.A. Guns.
2022 wurde Shane Fitzgibbon aus finanziellen Gründen entlassen und durch Shawn Duncan ersetzt.
2023 erschien das Album Black Diamonds. Das letzte Album der Band, Leopard Skin, erschien 2025. Statt Shawn Duncan spielt Ex-Bassist Adam Hamilton auf den Alben Schlagzeug.
Tracii Guns & Steve Riley Versionen von L.A. Guns Tracii Guns' L.A. Guns 2006 gründete Tracii Guns eine eigene Version von L.A. Guns, da seine Band Brides of Destruction eine unbestimmte Pause einlegte, die bis heute andauert. In dieser Gründungsbesetzung waren auch die ehemaligen L.A. Guns Mitglieder Paul Black und Nickey Alexander dabei. Diese Band existierte bis 2012 und war von vielen Besetzungswechseln geprägt.
Die Existenz von zwei Versionen der L.A. Guns stellte eine Konfliktquelle zwischen Phil Lewis und Tracii Guns dar. Es kam häufiger zu Spannungen zwischen den beiden Gruppen.https://www.knaclive.com/article.asp?ArticleID=5150 Trotz der Situation spielte Phil Lewis spontan bei der Jubiläumsparty des Clubs Cathouse in Los Angeles für einen Song bei Tracii Guns Version der L.A. Guns mit. Laut Augenzeugen wurde er spontan von Paul Black dazu aufgefordert.https://blabbermouth.net/news/l-a-guns-singers-phil-lewis-and-paul-black-unite-onstage-at-cathouse-party
Steve Riley's L.A. Guns