Dietersweiler ist nach der Kernstadt der größte Stadtteil von Freudenstadt im Landkreis Freudenstadt in Baden-Württemberg. Zum Ort gehören die Ortsteile Lauterbad und Lautermühle.

Geographie Lage Der Ort Dietersweiler liegt im Naturraum Schwarzwald-Randplatten, der dem Nordschwarzwald zuzurechnen ist. Dort erstreckt er sich in einer Talmulde, gebildet von einem Seitental der Lauter, die nach Osten fließend bei Glatten in die Glatt mündet. Der tiefere Untergrund wird hier von Schichten der Trias, nämlich dem Unteren Muschelkalk und dem Oberen Buntsandstein, gebildet. Der Waldanteil an der Gemarkung liegt bei 45 %, der Anteil der Landwirtschaftsflächen bei 35 %.

Nachbarorte Mit seiner Gemarkung stößt Dietersweiler an jene der Orte Wittlensweiler und Aach im Norden, Glatten im Osten, Lombach und Loßburg im Süden sowie Freudenstadt im Westen.

Schutzgebiete Unmittelbar nördlich vom Ortsrand ist das Naturschutzgebiet Benzinger Berg von rund sechs Hektar Größe ausgewiesen. Östlich des Ortes besteht das Landschaftsschutzgebiet Oberes Glattal und ein weiteres südöstlich des Ortes namens Drittenbachtal-Nillaberg.

Geschichte Übersicht Dietersweiler ist vermutlich eine Ausbausiedlung der fränkischen Zeit. Es wurde urkundlich erstmals 1347 als Dietrichsweiler erwähnt. Ursprünglich besaßen es die Herren von Lichtenfels, welche es 1392 zusammen mit Wittlensweiler an die Herren von Neuneck verkauften. 1511 wurde es von diesen an den Herzog von Württemberg veräußert. Dort war es bis 1807 beim Amt bzw. Oberamt Dornstetten und kam nach dessen Auflösung zum Oberamt Freudenstadt. Dort verblieb es bis 1934, als das Oberamt Freudenstadt in Kreis Freudenstadt umbenannt wurde. 1938 wurde der Kreis neu gebildet und 1939 in Landkreis Freudenstadt umbenannt. Mit diesem kam es nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst zum Bundesland Württemberg-Hohenzollern und nach der Länderneugliederung 1952 zum Bundesland Baden-Württemberg, Regierungsbezirk Südwürttemberg-Hohenzollern. Nach der Kreisreform von 1973 kam es zum neuen Landkreis Freudenstadt und wechselte dadurch in den Regierungsbezirk Karlsruhe. Allerdings verlor der Ort etwas später durch die mit der Kreisreform verbundene Eingemeindung nach Freudenstadt am 1. Januar 1975 seine Selbständigkeit.

Entwicklung der Einwohnerzahl + Jahr Einw.-zahl 1910 839 1933 1060 1939 1041 1950 1239 1961 1346 1970 1624 2011 2040 Die Einwohnerzahlen basieren auf den amtlichen Zählungen und beinhalten die der Ortsteile Lauterbad und Lautermühle.

Religion Im 15. Jahrhundert war die Kirche zunächst Filial von Oberiflingen. Nach der Reformation wurde sie 1558 Filial von Glatten. 1901 wurde eine selbstständige evangelische Pfarrei errichtet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke Evangelische Kirche, 1745 umgebaut, aber ursprünglich gotisch, ohne Chor, mit spitzbogigen Fenstern und hohem, spitzem Turmdach Neuapostolische Kirche Altes Rathaus, ein restauriertes Fachwerkgebäude

Vereine und Gruppierungen Deutscher Alpenverein, Sektion Freudenstadt Sportverein SV Dietersweiler 1927 e.V. Gesangverein Harmonie Dietersweiler Dorfmuseum, wurde 1979 im ehemaligen Fruchtspeicher eingerichtet

Wirtschaft und Infrastruktur

Grundversorgung Die Versorgung mit Energie und Wasser wird von den Stadtwerken Freudenstadt gewährleistet. Darüber hinaus unterhalten diese auch noch ein Breitbandnetz im Ort.

Gewerbe Größere Betriebe haben sich bis jetzt noch nicht im Ort angesiedelt. Es wird hauptsächlich Holz-, Bau- und Landwirtschaft betrieben. Daneben gibt es noch Fremdenverkehrsbetriebe.

Verkehr Der Ort liegt etwas abseits der Hauptverkehrswege. An die nördlich passierende B 28 ist er über zwei Kreisstraßen mit Anschluss in Aach bzw. Freudenstadt angebunden. Eine dritte Kreisstraße führt nach Glatten und eine vierte zum Anschluss an die B 294/462 und weiter nach Lauterbad. Ein Bahnanschluss besteht nicht. Die Bahnlinie passiert zwar den Ortsteil Lauterbad, jedoch ohne dass dort ein Haltepunkt eingerichtet ist. Ansonsten ist der Ort nur über den Regionalbusverkehr angeschlossen.

Infrastruktur

Ortsverwaltungsstelle Dietersweiler der Stadt Freudenstadt im ehemaligen Rathaus Evangelisches Pfarramt der Kirchengemeinde Evangelischer Kindergarten Kindergarten Dietersweiler Waldorfkindergarten Grundschule Freiwillige Feuerwehr

Literatur Karl Eduard Paulus (Hrsg.): Beschreibung des Oberamts Freudenstadt (= Die Württembergischen Oberamtsbeschreibungen 1824–1886. Band 47). H. Lindemann, Stuttgart 1865. Dort Dietersweiler, S. 206 f. (Digitalisat).

Weblinks

Internet-Auftritt der Ortsverwaltung Dietersweiler Internet-Auftritt der Stadt Freudenstadt, Stadtteil Dietersweiler Landesarchiv Baden-Württemberg: „Historisches Ortslexikon“, Artikel Dietersweiler. (Digitalisat).

Einzelnachweise

Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Freudenstadt) Kategorie:Gemeindeauflösung 1975 Kategorie:Geographie (Freudenstadt)