mini|Die ersten beiden Gurindams von Raja Ali Hajis Gurindam-Sammlung in einer Inschrift auf Pulau Penyengat, Indonesien Das Gurindam () ist eine malaiische Gedichtform, die aus zwei durch Paarreim verbundenen Doppelversen besteht. Es folgt also dem Reimschema [aa bb]. Meistens enthält es einen WeisheitsspruchLode Frank Brakel: Die Volksliteraturen Indonesiens in H. Kähler (Hrsg.): Handbuch der Orientalistik / Dritte Abteilung, Indonesien, Malaysia und die Philippinen unter Einschluß der Kap-Malaien in Südafrika, Dritter Band: Literaturen. Brill, Leiden 1976, S. 1–40. Hier S. 16. oder hat didaktischenMohd. Taib Bin Osman: Classical and modern Malay literature in H. Kähler (Hrsg.): Handbuch der Orientalistik / Dritte Abteilung, Indonesien, Malaysia und die Philippinen unter Einschluß der Kap-Malaien in Südafrika, Dritter Band: Literaturen. Brill, Leiden 1976, S. 117–186. Hier S. 140. oder aphoristischenVladimir Braginsky: The heritage of traditional Malay literature: a historical survey of genres, writings and literary views. KITLV Press, Leiden 2004, S. 491. Charakter.

Beispiel: Cahari olehmu akan sahabat, Yang boleh dijadikan obat. Cahari olehmu akan isteri, Yang boleh dimenyerahkan diri. Such dir einen Freund, Damit du gesund bleibst. Such dir eine Frau, Der du dich anvertrauen kannst.

Das Gurindam wurde vor allem durch den buginesischen Literaten Raja Ali Haji (1808/9–1869/75) kultiviert, der am Hof des Riau-Lingga-Sultanats auf Pulau Penyengat im Riau-Archipel lebte. Er stellte 1846 eine Sammlung von zwölf Gurindams zusammen, die 1855 von Elisa Netscher in der Zeitschrift Tijdschrift voor Indische Taal-, Land- en Volkenkunde veröffentlicht wurden.E. Netscher: De Twaalf Spreukgedichten; Een Maleisch Gedicht door Radja Ali Hadji van Riouw. 1854, S. 11–20. In Raja Alis Gurindams sind mehrere Reimpaare aneinandergereiht. In der Einleitung zu seiner Sammlung Band verglich Raja Ali das Gurindam mit der Syair-Gedichtform und grenzte es folgendermaßen davon ab:

Als Beispiel für ein Gurindam-Gedicht führte Raja Ali an: Persimpanan yang indah-indah Yaitulah 'ilmu yang memberi fa'idah Aku hendak bertutur Akan gurindam yang teratur Ein wunderschöner Aufbewahrungsort Ist die Wissenschaft, die Nutzen bringt. Ich will vorbringen Wohlgeordnete Gurindams.A. Teeuw: The Malay shair; Problems of origin and tradition in Bijdragen tot de Taal-, Land- en Volkenkunde 122/4 (1966) 429-446. Hier S. 438.

Dem stellte er zur Unterscheidung folgendes Syair mit dem Reimschema [aa aa] gegenüber: Dengarkan tuan suatu rencana Mengarang didalam gundah gulana Barangkali gurindam kurang kena Tuan betulkan dengan sempurna Hört, o Herr, (mich) ein Gedicht Verfassen, in trauriger Stimmung. Vielleicht ist das Gurindam unpassend, Dann bringt, o Herr, es zur Vollendung.

Gurindam-Gedichte spielen auch eine wichtige Rolle in der Hikayat Faridah Hanom von Sayyid Shaykh al-Hadi (1867–1934). So wird über die Protagonisten Shafik Efendi und Faridah Hanom erzählt, dass sie immer wieder Gurindams übereinander dichten, wenn sie sich nacheinander sehnen.So zum Beispiel Sayyid Sheikh al-Hadi: Shafik Afandi dengan Faridah Hanom. Mercantile Press, Penang 1926, S. 22, 28. Die meisten Gedichte, die in die Erzählung eingestreut sind, entsprechen allerdings dem Syair-Typ.Abdul Rahman Yusof: Strategi retorik dalam Faridah Hanom in Sohaimi Abdul Azizi (Hrsg.): Syed Syeikh al-Hadi: cendekia dan sasterawan ulung (= Siri Kefahaman Budaya 1: Cendekia Melayu di Pulau Pinang). Penerbit Universiti Sains Malaysia, Pulau Pinang 2003, S. 118–133. Hier S. 130.

Literatur E. Netscher: De Twaalf Spreukgedichten; Een Maleisch Gedicht door Radja Ali Hadji van Riouw in Tijdschrift voor Indische Taal-, Land- en Volkenkunde 2, 1854, S. 11–20. Digitalisat

Belege

Kategorie:Literatur (Malaiisch) Kategorie:Lyrische Form