Der alte Mann und der Tod (Originaltitel: Last Salute to the Commodore) ist eine erstmals im Rahmen der NBC-Sunday-Mystery-Movie-Serie gesendete Episode der Kriminalfilm-Reihe Columbo aus dem Jahr 1976. Die deutschsprachige Erstausstrahlung der sechsten Folge der fünften Staffel folgte erst 1992 auf RTL plus. Abweichend von der üblichen Dramaturgie der Reihe ist der Täter nicht von Anfang an bekannt, und der von dem US-amerikanischen Schauspieler Fred Draper verkörperte Doppelmörder Swanny Swanson agiert nicht als direkter Gegenspieler von Inspektor Columbo, dargestellt von Peter Falk.

Handlung Kommodore Otis Swanson ist ein erfolgreicher Schiffbauingenieur und Besitzer einer Schiffswerft. Anlässlich einer Feier im Yachtklub deutet der betagte Geschäftsmann alter Schule an, das Unternehmen verkaufen zu wollen, weil er die auf reinen Kommerz ausgerichtete Art der Geschäftsführung seines Schwiegersohnes Charles Clay missbilligt. Auch der nutzlose Neffe Swanny und die alkoholkranke Tochter Joanna tragen seiner Ansicht nach zum Niedergang bei, nur der Werftleiter Wayne Taylor genießt sein Vertrauen. Am Abend sucht Clay Swanson in dessen Haus auf einer nahegelegenen Insel auf, um ihn von den folgenschweren Plänen abzubringen. Doch zu diesem Zeitpunkt ist sein Schwiegervater bereits erschlagen worden. Clay reinigt die mutmaßliche Mordwaffe, einen hölzernen Belegnagel, und nimmt eine am Boden liegende Damenbrosche an sich. Während der Spurenbeseitigung wird er von Taylor gestört, der eine Windsteueranlage für die Yawl des Kommodore vorbeibringt. Clay gibt vor, Swanson sei gerade beschäftigt, und nimmt die Lieferung entgegen. Anschließend verlassen beide Männer gemeinsam das Haus und fahren davon. Doch Clay schwimmt mit einem Tauchanzug von seiner Yacht unbeobachtet wieder zum Tatort, bringt die Leiche auf Swansons Segelboot und verlässt den Hafen. In der nächtlichen Dunkelheit täuscht er mit der vertrauten Seemannskleidung des Opfers die aufmerksame Küstenwache. Auf See wirft er den leblosen Körper über Bord und taucht zurück zum Ufer.

Am nächsten Morgen wird die verlassene Yawl entdeckt. Inspektor Columbo ermittelt im Vermisstenfall und verschafft sich gemeinsam mit Charles Clay, Sergeant Kramer sowie seinem neuen Assistenten Sergeant Albinsky Gewissheit über den tadellosen Zustand des aufgefundenen Bootes. Im Anschluss lernt Columbo die junge Lisa King kennen, die als Schiffbauingenieurin mit dem Verstorbenen zusammengearbeitet hat. Bald darauf wird die Leiche gefunden und von Clay identifiziert. Nach Einschätzung der Küstenwache kam Swanson infolge eines Unfalles durch das plötzliche Umschlagen des Besanbaumes beim Befestigen der Windfahne ums Leben.In der deutschen Synchronfassung wurden die seemännischen Fachwörter zuweilen missverständlich übersetzt. Das bei der Rekonstruktion der Segelmanöver im englischen Original verbal und substantivisch verwendete Wort „jibe“ bedeutet „Halse“ oder „halsen“. Im Deutschen wurde daraus das nicht existente Verb „klüvern“, das sich zudem auf den Klüverbaum am Bug des Bootes bezieht, während der im Dialog angesprochene Besanbaum achtern liegt. Gemäß Autopsie trat der Tod aber bereits ein, bevor er vermeintlich im Meer ertrank. Nachdem der Inspektor von Taylor über rätselhafte Schablonen informiert worden ist, die der Kommodore am Tag zuvor aus der Bootswerft geholt hat, versuchen er und seine Assistenten zunächst erfolglos, die Buchstaben in die richtige Reihenfolge zu bringen. Später weist ein von Columbo beauftragter Taucher nach, dass Clay rechtzeitig zum Tatort hätte zurückkehren können. In Swansons Haus finden die Polizisten neben einem Lippenstift die beschädigte Taschenuhr des Toten, die um 00:42 Uhr stehen geblieben ist. Vier Minuten danach meldete sich Clay nachweislich beim Sicherheitsdienst der Insel ab. Obwohl er aufgrund der vorliegenden Indizien verdächtig erscheint, zerschlägt sich die Theorie des Inspektors, als Clay am nächsten Tag in seiner Wohnung ermordet aufgefunden wird. Columbo unterzieht Joanna daraufhin einem Verhör. In ihrem betrunkenen Zustand kann sie jedoch keine genauen Angaben zum Aufenthaltsort in der Nacht machen, als ihr Vater verschwand. Dennoch scheinen sowohl sie als auch alle anderen involvierten Personen ein Alibi für beide Morde zu haben.

Der Inspektor zitiert Joanna, Swanny, Taylor sowie Kittering, den Anwalt der Familie, und Lisa King in Swansons Haus. Unterstützt durch Kramer und Albinsky, rekonstruiert er die tatsächlichen Ereignisse. Noch bevor die Besprechung beginnt, erweckt Swanny in der Aufmachung des Opfers bei der verwirrten Joanna den Anschein, ihr Vater befände sich auf dem ankommenden Boot. Der Bericht der Küstenwache ist somit bedeutungslos. Außerdem hat Columbo herausgefunden, dass Clay keinesfalls innerhalb von wenigen Minuten vom Tatort zum Wachhaus hätte gelangen können. Demnach beseitigte er in der Annahme, seine Frau sei die Täterin, den Leichnam ihres Vaters, um sie zu schützen und den Nachlass zu sichern. Swanson selbst plante, Lisa zu heiraten und sein Boot nach ihr zu benennen, wie die letztlich aus den Schablonen abgeleitete Buchstabenfolge „LISA S.“ nahelegt. Gemäß ihrer Aussage sollte ein Großteil des Vermögens nach der Veräußerung der Werft in eine Stiftung übergehen, womit sie als Einzige kein Mordmotiv besitzt. Der Inspektor bedient sich nun einer List: Er lässt alle übrigen Anwesenden die zwischenzeitlich reparierte Taschenuhr des Kommodore ticken hören. Nur Swanny reagiert mit einem ungläubigen „T’isn’t“ (als Kurzform von „It isn’t“).In der deutschen Synchronfassung lautet der Ausspruch: „Nicht zu glauben“. In der Mordnacht hat er die Uhr absichtlich vorgestellt und demoliert, um sich ein Alibi im belebten Yachtclub zu verschaffen. Als nachrangiger Erbe im Testament hätte er am meisten von Swansons Tod profitiert, wenn es ihm gelungen wäre, den Verdacht auf die Haupterbin Joanna zu richten. Weil Clay dahinterkam, musste auch er sterben. Durch sein Täterwissen hat Swanny sich selbst verraten und wird verhaftet.

Hintergrund Im Gegensatz zu den meisten anderen Episoden der Fernsehreihe bleibt der tatsächliche Mörder bis zur Auflösung des Falles im Rahmen einer Versammlung der Verdächtigen im Stil von Agatha Christie unbekannt. Der Zuschauer erhält somit keinen wesentlichen Informationsvorsprung und muss im Verlauf der Handlung ähnlich wie der ermittelnde Inspektor umdenken. Diese Abweichung zum gewohnten Handlungsablauf löste insbesondere bei der Fangemeinde Irritationen aus.Columbo episode review: Last Salute to the Commodore The Columbophile Blog, 28. Juli 2019, abgerufen am 17. Juli 2023. Der für einige Folgen als Drehbuchautor verantwortliche Peter S. Fischer erklärte in seiner Rolle als Executive Story Consultant:

Patrick McGoohan, mehrfacher Darsteller und Regisseur der Reihe, ergänzte in Bezug auf den zusätzlichen Sidekick von Columbo neben Sergeant Kramer:

Darüber hinaus ließ die Schlussszene, in der Columbo sich von Sergeant Kramer verabschiedet und in einem Boot über die Bucht rudert, ein mögliches Ende der Fernsehreihe vermuten. Hintergrund waren seinerzeit Peter Falks Andeutungen, sich nach der fünften Staffel aus der Serienrolle zurückzuziehen und verstärkt in Spielfilmen mitzuwirken. Hinzu kamen Klagen seitens Universal Television über die ausufernden Produktionskosten. Einzig die Antwort „Noch nicht“ auf die Frage seines Assistenten, ob er „aufhören“ wolle (gemeint war das Rauchen), ließ Spielraum für Interpretationen offen. Bereits wenige Monate später startete mit Mord im Bistro die sechste Staffel.

Der Titel der deutschen Fassung erinnert an den 1951 geschriebenen Roman Der alte Mann und das Meer von Ernest Hemingway.

Besetzung und Synchronisation Die deutschsprachige Synchronfassung entstand im Jahr 1992 bei der Alster Studios Synchron unter der Dialogregie und nach einem Dialogbuch von Wolfgang Jürgen.

Lieutenant Columbo Peter Falk Claus Biederstaedt Gaststars Charles Clay Robert Vaughn Wolfgang Jürgen Joanna Clay Diane Baker Heidi Berndt Kittering Wilfrid Hyde-White Hans Paetsch Otis Swanson John Dehner Günther Jerschke Sergeant Theodore „Mac“ Albinsky Dennis Dugan Weitere Darsteller Sergeant George Kramer Bruce Kirby Lothar Grützner Wayne Taylor Joshua Bryant Lisa King Susan Foster Swanny Swanson Fred Draper Wolf Rahtjen Offizier der Küstenwache Rod McCary Joachim Richert Wachmann John Finnegan Frau Hanna Hertelendy Beate Hasenau

Rezeption Die Fernsehzeitschrift TV Spielfilm vergab eine neutrale Wertung (Daumen mittig):

Der Autor Michael Striss wertete mit einem von vier Sternen (mangelhaft). Er bemängelte das vom bekannten Handlungsschema abweichende Drehbuch und die unzulängliche Inszenierung:

Der Autor Mark Dawidziak zitierte hingegen Peter Falk, der sich anerkennend über die Leistung des Regisseurs äußerte:

Die britische Tageszeitung The Guardian schrieb unter der Rubrik Jump the shark:

Weblinks

Einzelnachweise

Anmerkungen

Kategorie:Filmtitel 1976 Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Kriminalfilm Alte Mann und der Tod #Der