Die Sandsterngucker (Dactyloscopidae) sind eine Familie sehr kleiner, bodenbewohnender Fische aus der Unterordnung der Schleimfischartigen (Blennioidei).

Merkmale Die nur 2,5 bis 15 Zentimeter lang werdenden Tiere besitzen einen langgestreckten Körper, ein stark oberständiges Maul, einen breiten Kopf und stark hervortretende, nach oben gerichtete Augen. Ihre Lippen sind mit fleischigen Fransen versehen; die Zähne sind winzig. Die Kiemenöffnung ist groß und gibt die Kiemenmembran frei. Der Kiemendeckel ist an seinem Oberrand mit 4 bis 25 Hautfrasen bestückt. Die kehlständigen Bauchflossen haben nur einen Hartstrahl und drei Weichstrahlen. Die Rückenflosse ist lang und hat 7 bis 23 Hart- und 12 bis 36 Weichstrahlen. Beide Teile der Rückenflosse können getrennt, aber auch zusammengewachsen sein. Auch die Afterflosse ist lang mit 21 bis 41 Weichstrahlen. Die Fische haben relativ große Rundschuppen; Bauch und Kopf sind schuppenlos. Die Seitenlinie beginnt hoch über den Brustflossen und biegt dann nach unten zur Seitenmittellinie ab. Sandsterngucker sind von bräunlicher, rötlicher oder blasser Farbe, manchmal mit einem Marmormuster oder gestreift.

Bei einigen Sandsternguckern der Gattung Gillellus (wie z. B. Gillellus uranidea) konnten Wissenschaftler die Fähigkeit zur Biolumineszenz nachweisen.Lichtspektakel unter Wasser – Biolumineszenz in Meerestieren von Gabriele Kerber am 3. Juni 2018 Spektrum der Wissenschaft, aufgerufen am 16. Februar 2022

Verbreitung Die Tiere bewohnen die tropischen und subtropischen Küstenregionen Amerikas. 19 Arten leben auf der atlantischen Seite von der Küste der USA bis nach Brasilien, 24 Arten leben an der Ostküste des Pazifik vom Golf von Kalifornien bis nach Chile.

Lebensweise Sandsterngucker leben im Meer von der Gezeitenzone bis in Tiefen von 100 Metern, einige Arten im Brackwasser von Flussmündungen oder in den Unterläufen von Flüssen. Sie graben sich in den sandigen Boden ein, so dass nur noch Maul und Augen herausschauen. Die Männchen einiger Arten betreiben Brutpflege und beschützen ihren Laich zwischen den breiten Brustflossen.

Gattungen und Arten Es gibt neun Gattungen und 48 Arten: Gattung Dactylagnus Gill, 1863 Dactylagnus mundus (Gill, 1863) Dactylagnus parvus (Dawson, 1976) Dactylagnus peratikos (Böhlke & Caldwell, 1961) Gattung Dactyloscopus Gill, 1859mini|Dactyloscopus tridigitatus – Sicht von oben Dactyloscopus amnis Miller & Briggs, 1962 Dactyloscopus boehlkei Dawson, 1982 Dactyloscopus byersi Dawson, 1969 Dactyloscopus comptus Dawson, 1982 Dactyloscopus crossotus Starks, 1913 Dactyloscopus fimbriatus (Reid, 1935) Dactyloscopus foraminosus Dawson, 1982 Dactyloscopus lacteus (Myers & Wade, 1946) Dactyloscopus lunaticus Gilbert, 1890 Dactyloscopus metoecus Dawson, 1975 Dactyloscopus minutus Dawson, 1975 Dactyloscopus moorei (Fowler, 1906) Dactyloscopus pectoralis Gill, 1861 Dactyloscopus poeyi Gill, 1861 Dactyloscopus tridigitatus Gill, 1859 Dactyloscopus zelotes Jordan & Gilbert, 1896 Gattung Gillellus Gilbert, 1890mini|Gillellus uranidea Gillellus arenicola (Gilbert, 1890) Gillellus chathamensis (Dawson, 1977) Gillellus greyae (Kanazawa, 1952) Gillellus healae (Dawson, 1982) Gillellus inescatus (Williams, 2002) Gillellus jacksoni (Dawson, 1982) Gillellus ornatus (Gilbert, 1892) Gillellus searcheri (Dawson, 1977) Gillellus semicinctus (Gilbert, 1890) Gillellus uranidea (Böhlke, 1968) Gattung Heteristius Myers & Wade, 1946 Heteristius cinctus Osburn & Nichols, 1916 Gattung Leurochilus Böhlke, 1968 Leurochilus acon Böhlke, 1968 Gattung Myxodagnus Gill, 1861 Myxodagnus belone (Böhlke, 1968) Myxodagnus macrognathus (Hildebrand, 1946) Myxodagnus opercularis (Gill, 1861) Myxodagnus sagitta (Myers & Wade, 1946) Myxodagnus walkeri (Dawson, 1976) Gattung Platygillellus Dawson, 1974mini|Platygillellus rubrocinctus Platygillellus altivelis (Dawson, 1974) Platygillellus brasiliensis (Feitoza, 2002) Platygillellus bussingi (Dawson, 1974) Platygillellus rubellulus (Kendall & Radcliffe, 1912) Platygillellus rubrocinctus (Longley, 1934) Platygillellus smithi (Dawson, 1982) Gattung Sindoscopus Dawson, 1977 Sindoscopus australis (Fowler & Bean, 1923) Gattung Storrsia Dawson, 1982 Storrsia olsoni Dawson, 1982

Literatur Kurt Fiedler: Lehrbuch der Speziellen Zoologie, Band II, Teil 2: Fische. Gustav Fischer Verlag Jena, 1991, ISBN 3-334-00339-6. Joseph S. Nelson: Fishes of the World, John Wiley & Sons, 2006, ISBN 0-471-25031-7.

Einzelnachweise

Weblinks

Kategorie:Schleimfischartige