Der Große Preis von Belgien 1996 (offiziell LIV Grand Prix de Belgique) fand am 25. August auf dem Circuit de Spa-Francorchamps in Spa statt und war das 13. Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 1996.

Berichte

Hintergründe

Nach dem Großen Preis von Ungarn führte Damon Hill in der Fahrerwertung mit 17 Punkten vor Jacques Villeneuve und mit 44 Punkten vor Jean Alesi. Bei noch vier ausstehenden Rennen hatten nur noch die beiden Williams-Piloten Chancen auf den Weltmeistertitel. In der Konstrukteurswertung stand Williams nach dem Großen Preis von Ungarn als Weltmeister fest. Sie führten in der Konstrukteurswertung uneinholbar mit 90 Punkten vor Benetton und mit 103 Punkten vor Ferrari.

Mit Hill und Michael Schumacher (jeweils zweimal) traten zwei ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an.

Training Vor dem Rennen fanden zwei Trainingseinheiten statt: Die erste am Freitagmorgen und die zweite am Samstagmorgen.

Im ersten freien Training am Freitag erzielte Gerhard Berger mit einer Zeit von 1:53,706 Minuten die Bestzeit vor David Coulthard und Villeneuve. Schumacher hatte im Freitagstraining einen schweren Unfall, erholte sich aber konnte am Samstag zum Qualifying wieder teilnehmen.

Am Samstag, dem zweiten freien Training konnte sich dann Villeneuve vor den McLaren-Piloten Coulthard und Mika Häkkinen die schnellste Runde sichern.

Qualifying Villeneuve sicherte sich mit einer Zeit von 1:50,574 Minuten seine zweite Pole-Position vor Hill und Schumacher. Giovanni Lavaggi im Minardi scheiterte an der 107-Prozent-Regel und wurde daher nicht zum Rennen zugelassen.

Warm Up Die Fahrer gingen am Sonntagmorgen zu einer 30-minütigen Aufwärmsitzung auf die Strecke. Im Warm Up sicherte sich Villeneuve die Bestzeit vor Häkkinen und Berger.

Rennen Obwohl es bis zum Sonntagmorgen regnete, begann das Rennen auf einer trockenen Strecke. Beim Start kamen weder Villeneuve noch Hill gut weg. Dem Kanadier gelang es dennoch, die erste Position zu behaupten, während sein Teamkollege von Schumacher überholt wurde und in der ersten Runde eine weitere Position an Coulthard verlor.

In der ersten Runde schieden die beiden Sauber Heinz-Harald Frentzen und Johnny Herbert bereits aus, als sie in der Haarnadelkurve von La Source kollidierten, nachdem es zuvor zu einem Zwischenfall gekommen war, an dem auch Olivier Panis’ Ligier und Rubens Barrichellos Jordan beteiligt waren. Auch Panis zog sich sofort zurück, Barrichello konnte weiterfahren und ging an die Box, um sein Fahrwerk zu reparieren, das jedoch in Runde 30 schließlich völlig ausfiel.

In der zehnten Runde kam Jos Verstappen mit einem klemmenden Gashebel an die Box. Die Boxenmannschaft von Footwork stellte keinen Schaden fest und schickte Verstappen wieder raus, nur damit der Niederländer direkt in der Stavelot-Kurve verunglückte. Der Aufprall gegen die Absperrungen war sehr heftig und der Niederländer wurde, obwohl unverletzt, zur Untersuchung ins Lütticher Krankenhaus gebracht. Die Strecke war mit Trümmern übersät und die Rennleitung schickte daher das Safety-Car auf die Strecke. Teamchef Tom Walkinshaw bestätigte nach dem Rennen, dass das Gasproblem nicht erneut aufgetreten und dass der Unfall durch ein defektes Rad verursacht worden sei.

Während der Safety-Car-Phase legten alle Fahrer außer den McLaren von Häkkinen und Coulthard (beide fuhren eine Ein-Stopp-Strategie) Boxenstopps ein. Villeneuve, der das Rennen anführte, als das Safety-Car herauskam, verpasste in Runde 13 seinen Boxenstopp. Dadurch verlor er die Führung an Schumacher. Der kanadische Fahrer erklärte später, dass er aufgrund der Verwirrung, die durch den Einsatz des Safety-Cars entstanden sei, die Anweisung per Funk zum Einfahren missverstanden habe. Als weitere Konsequenz aus Villeneuves Fehler wurde Teamkollege Hill von den Williams-Ingenieuren angewiesen, an die Box zu gehen, doch dann wurde ihm gesagt, er solle draußen bleiben, gerade als er in die Boxengasse fuhr. Hill fuhr das Ersatzauto, nachdem es beim Aufwärmen am Sonntagmorgen zu einer Fehlzündung kam. Als er endlich seinen Boxenstopp einlegen konnte, war er auf den 13. Platz zurückgefallen.

Das Safety-Car blieb vier Runden auf der Strecke. Beim Restart führten die beiden McLaren-Fahrer das Rennen an, gefolgt von Schumacher, Alesi und Villeneuve. Der Kanadier ging sofort am Benetton-Fahrer vorbei, konnte Schumacher aber nicht angreifen. Der Abstand zwischen den beiden blieb bei rund zwei Sekunden. Unterdessen verunfallte Coulthard in der 37. Runde im Rivage. Villeneuve konnte seinen Rivalen auch bei den zweiten Boxenstopps nicht überholen und begnügte sich später mit dem zweiten Platz. Damit errang Schumacher seinen zweiten Saisonsieg vor Villeneuve, Häkkinen, Alesi, Hill und Berger. Berger, der zur Halbzeit des Rennens auf dem vierten Platz lag, drehte sich in seinem Benetton, als er versuchte, Eddie Irvines Ferrari zu überholen, ein Fehler, der ihn auf den zwölften Platz zurückwarf. Nachdem er eine Reihe schnellster Runden gefahren war, erholte er sich am Ende des Rennens auf den sechsten Platz, was zum Teil dem Ausfall von Irvine wegen Getriebeproblemen zu verdanken war. Bergers Benetton-Teamkollege Alesi wurde Vierter, nachdem der vor ihm fahrende Coulthard ausfiel. Die beiden Tyrrell von Mika Salo und Ukyō Katayama belegten den siebten bzw. achten Platz. Ein schneller früher Stopp während der Safety-Car-Phase führte jedoch dazu, dass Salo zeitweise sogar auf den dritten Platz vorrückte.

Berger sicherte sich mit 1:53,067 Minuten die schnellste Rennrunde.

In der Fahrerwertung kam Schumacher durch den Sieg an Alesi vorbei und war nun Dritter hinter Hill und Villeneuve. In der Konstrukteurswertung blieben die ersten drei Positionen unverändert.

Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 1 Ferrari F310 Ferrari 3.0 V10 2 3 Benetton B196 Renault 3.0 V10 4 5 Williams FW18 Renault 3.0 V10 6 7 McLaren MP4/11 Mercedes-Benz 3.0 V10 8 9 Ligier JS43 Mugen-Honda 3.0 V10 10 11 Jordan 196 Peugeot 3.0 V10 12 14 Sauber C15 Ford Zetec-R 3.0 V10 15 16 Footwork FA17 Hart 3.0 V8 17 18 Tyrrell 024 Yamaha 3.0 V10 19 20 Minardi M195B Ford EDM 3.0 V8 21

Klassifikationen

Qualifying Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Start 1 1:50,574 1 2 1:50,980 2 3 1:51,778 3 4 1:51,884 4 5 1:51,960 5 6 1:52,318 6 7 1:52,354 7 8 1:52,977 8 9 1:53,043 9 10 1:53,152 10 11 1:53,199 11 12 1:53,993 12 13 1:54,095 13 14 1:54,220 14 15 1:54,700 15 16 1:55,150 16 17 1:55,371 17 18 1:56,286 18 19 1:56,830 19 107-Prozent-Zeit: 1:58,314 min (bezogen auf die Bestzeit von 1:50,574 min) DNQ Lavaggi scheiterte an der 107-Prozent-Regel. 1:58,579 – Anmerkungen

Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 44 2 1:28:15,125 3 1:53,905 (41.) 2 44 2 + 5,602 1 1:53,587 (38.) 3 44 1 + 15,710 6 1:54,198 (23.) 4 44 2 + 19,125 7 1:54,685 (37.) 5 44 2 + 29,179 2 1:53,441 (40.) 6 44 2 + 29,896 5 1:53,067 (42.) 7 44 2 + 1:00,754 13 1:55,854 (42.) 8 44 2 + 1:40,227 17 1:57,149 (41.) 9 43 2 + 1 Runde 18 1:57,809 (33.) 10 43 3 + 1 Runde 19 1:57,468 (36.) – 37 1 DNF 4 1:54,655 (21.) – 34 2 DNF 8 1:55,616 (33.) – 29 2 DNF 9 1:55,753 (10.) – 29 2 DNF 10 1:56,943 (18.) – 22 1 DNF 15 1:58,665 (6.) – 11 1 DNF 16 1:56,704 (7.) – 0 0 DNF 11 – – 0 0 DNF 12 – – 0 0 DNF 14 –

WM Stände nach dem Rennen Die ersten sechs des Rennens bekamen 10, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e).

Fahrerwertung Pos.FahrerKonstrukteurPunkte1Williams-Renault812Williams-Renault683Ferrari394Benetton-Renault385McLaren-Mercedes236McLaren-Mercedes187Benetton-Renault178Ligier-Mugen-Honda139Jordan-Peugeot1210Ferrari911Sauber-Ford612Tyrrell-Yamaha5Pos.FahrerKonstrukteurPunkte13Sauber-Ford414Jordan-Peugeot315Ligier-Mugen-Honda116Footwork-Hart117Tyrrell-Yamaha018Footwork-Hart019Minardi-Ford020Minardi-Ford021Forti-Ford022Forti-Ford023Minardi-Ford0–Minardi-Ford0

Konstrukteurswertung Pos.KonstrukteurPunkte1149255348441515614Pos.KonstrukteurPunkte7108591100110

Weblinks Rennergebnis, offizielle F1 Homepage Details zum Rennen auf motorsportarchiv.de

Einzelnachweise

#1996 Belgien