Die Australian Open (kurz AusOpen oder AO; auch bekannt als Happy Slam) sind das erste der vier Grand-Slam-Turniere des Jahres. Das Tennisturnier wird seit 1987 jeweils im Januar in Melbourne, der zweitgrößten Stadt Australiens (Stand 2026), ausgetragen. Die Australian Open sind das größte regelmäßige Sportereignis auf dem australischen Kontinent. Turnierdirektor ist Craig Tiley, gleichzeitig CEO von Tennis Australia, dem Dachverband des australischen Tennissports.

Die 114. Australian Open 2026 fanden vom 18. Januar bis 1. Februar 2026 statt. Die Einzel-Sieger bei den Herren (ATP) und Damen (WTA) erhalten jeweils 4.150.000 Australische Dollar, umgerechnet etwa 2.380.315 Euro. Insgesamt wird ein Preisgeld von 111.500.000 Australische Dollar (63.927.967 €) ausgeschüttet.

Geschichte 1904 wurde unter Mitwirkung von Australien und Neuseeland die Australasian Lawn Tennis Association gegründet, um die Australasian championships auszurichten und am Davis Cup teilzunehmen. Im November 1905 wurde auf dem Warehouseman’s Cricket Ground im Albert Park zu Melbourne die erste Meisterschaft von Australien und Neuseeland ausgetragen, an der 17 Männer teilnahmen. Das erste Finale gewann vor rund 5.000 Zuschauern Rodney Heath gegen Dr. Arthur Curtis.

In den folgenden Jahren wechselten die Austragungsorte der Meisterschaften zwischen Australien und Neuseeland. 1922 zog sich Neuseeland aus der Partnerschaft zurück. 1927 wurde das Turnier folgerichtig in Australian championships umbenannt. Nach Sydney (17-mal), Adelaide (14-mal), Brisbane (achtmal), Perth (dreimal) und zwei Austragungen in Neuseeland (1906 und 1912) folgte 1972 der endgültige Umzug nach Melbourne.

Seit 1922 werden Dameneinzel, Damendoppel sowie (nicht von 1970 bis 1986) ein Mixed-Wettbewerb ausgetragen. Das Turnier fiel von 1916 bis 1918 sowie von 1941 bis 1945 aufgrund der Weltkriege aus. Das erste Endspiel gewann Margaret Molesworth. Die weiteren Jahre dominierte Daphne Akhurst, die insgesamt fünf Einzeltitel gewann. Nachdem sie im Alter von 29 Jahren gestorben war, wurde ihr zu Ehren der Pokal für das Dameneinzel Daphne Akhurst Memorial Cup benannt. Die in der Einzelkonkurrenz siegreichen Herren erhalten den Norman Brookes Challenge Cup.

In den 1960er Jahren drückten Margaret Smith Court und Rod Laver dem Turnier ihren Stempel auf. Court gewann insgesamt elfmal den Einzeltitel, achtmal den Doppeltitel und viermal den Mixed-Titel. 1970 erreichte sie mit dem Gewinn des Grand Slam ihren Höhepunkt. Laver, dem als bislang einzigem Spieler zweimal (1962 und 1969) ein Grand Slam gelungen ist, gewann dreimal den Einzeltitel der Australian Open.

1969 wurde das Turnier ein offenes und in Australian Open umbenannt. 1973 wurde der Melbourner Stadtteil Kooyong bis Januar 1987 zum festen Austragungsort der Australian Open. Bis 1977 wurde das Turnier im Januar ausgetragen, danach wechselte der Termin in den Dezember, so dass das Turnier 1977 zweimal stattfand. 1986 fand kein Turnier statt, weil man ab 1987 wieder im Januar spielte und den Termin mit dem Masters tauschte. 1988 wurde erstmals im Flinders Park (1997 umbenannt in Melbourne Park) gespielt. Zugleich wurde auf der neuen Anlage nun auf Hartplatz – sogenannten Rebound-Ace-Courts – gespielt und nicht mehr auf Rasen. 2008 wechselte man den Hartplatzbelag auf Plexicushion-Hartplätze, seit 2020 wird auf GreenSet gespielt. mini|DUNLOP Tennisball Australian Open Die letzten australischen Sieger waren Mark Edmondson (1976) und Ashleigh Barty (2022). Edmondson war zum Zeitpunkt seines Sieges nur die Nummer 212 der Weltrangliste. Keinem anderen Spieler ist seitdem ein Grand-Slam-Titelgewinn mit einem so niedrigen Ranglistenplatz gelungen.

Steffi Graf besiegte hier 1988 im Endspiel Chris Evert. Es war der Auftakt für ihren Golden Slam und zugleich das erste Finale eines Grand-Slam-Turniers, das unter geschlossenem Dach stattfand. 2003 sowie 2005 bis 2007 war dies erneut der Fall.

Seit am 30. April 1993 Monica Seles während ihrer Viertelfinalbegegnung beim Tennisturnier in Hamburg gegen Magdalena Maleewa von dem psychisch gestörten Günter Parche, einem damals 38-jährigen deutschen Fan ihrer stärksten Kontrahentin Steffi Graf, beim Seitenwechsel mit einem Messer in den Rücken gestochen worden war, stehen beim Seitenwechsel Sicherheitsleute im Rücken der Spieler.

2002 wurde bei den Australian Open als erstem Grand-Slam-Turnier Rollstuhltennis als eigener Wettbewerb hinzugefügt. Dem folgten 2005 die Wimbledon Championships und die US Open sowie 2007 die French Open.

Als Reaktion auf den russischen Überfall auf die Ukraine seit Februar 2022 dürfen Spieler und Spielerinnen aus Russland und Belarus, bei den Australian Open 2023 und 2024 nicht unter ihrer Flagge antreten.

Tennisbälle Seit 2005 wurden Tennisbälle von Wilson verwendet. Ab 2019 wechselte man zu Tennisbällen von Dunlop, den DUNLOP Tennisball Australian Open, die sich innerhalb des durch die ITF vorgeschriebenen Gewichtsstandards für Tennisbälle im Bereich von 56 bis 59,4 g bewegen. Sechs Bälle sind gleichzeitig in Verwendung, die erstmals nach sieben Spielen und dann alle weiteren neun Spiele gegen neue Bälle ausgewechselt werden. Sie haben ein Gewicht von 56 g,Green Rubber Dunlop Australian Open Tennis Ball, Packaging Type: Box, 56 G, indiamart. Abgerufen am 18. September 2023. was zu manchen Protesten der Turnierspieler führte, weil damit die Ballgeschwindigkeit und der Spin reduziert sind.Tennis stars are unhappy with the balls at this year’s Australian Open. Here’s why, The Age, 19. Januar 2023. Abgerufen am 18. September 2023. Dies wiederum führt zu längeren Ballwechseln. 2024 wurden 72.000 Tennisbälle verbraucht. Der Verbrauch stieg 2025 auf 86.400 Bälle.

Besaitungsservice Seit 2015 übernimmt der japanische Sportartikelhersteller Yonex den Besaitungsservice für die Teilnehmer der Australian Open. 2025 wurden 7808 Besaitungen vorgenommen. Dabei kamen 22 Besaiter zum Einsatz.Yonex brings precision stringing to the Australian Open, ausopen.com. Abgerufen am 21. Januar 2026.Yonex to celebrate 10-year partnership with the Australian Open in 2025, us.yonex.com. Abgerufen am 21. Januar 2026.

Hawk-Eye mini|Hawk-Eye: Einblendung einer knappen Entscheidung Hawk-Eye ist ein computergestütztes System einer Tochtergesellschaft von Sony zur Ballverfolgung. Erstmals wurde es bei den Australian Open 2007 mit sechs Kameras in der Rod Laver Arena eingesetzt. Das Unternehmen hat seine Technologie zu „Hawk-Eye Live“ weiterentwickelt, mit der gleichzeitig zehn Kameras benutzt werden, um in Echtzeit Ballwechsel zu erfassen. Die Hochgeschwindigkeitskameras nehmen dabei 340 Bilder pro Sekunde auf. Die Australian Open 2021 waren dann das erste Grand-Slam-Turnier, bei dem „Hawk-Eye Live“ für alle Spiele anstelle von Linienrichtern eingesetzt wurde, unter anderem, um die Anzahl der Schiedsrichter während der COVID-19-Pandemie zu reduzieren.Australian Open 2021: Technology to replace linespeople at Australian Open, The Sporting news, 8. Februar 2021. Abgerufen am 16. Januar 2024. Überwiegend sind die Kameras an der Unterseite des Stadiondachs angebracht und verfolgen den Ball aus verschiedenen Winkeln. Die Videoaufzeichnungen der Kameras werden dann trianguliert und kombiniert, um eine dreidimensionale Darstellung der Flugbahn des Balls zu erstellen. Dabei wird bei Bällen, die außerhalb der vorgegebenen Linien landen, ein „Aus“-Ruf durch einen Lautsprecher wiedergegeben, der einen „Aus“-Ton eines menschlichen Linienrichters emuliert. Ebenso werden strittige (close call) Bälle auf eine Leinwand in einer 3D-Animation projiziert. Auch Fußfehler während des Aufschlags werden durch das System erfasst.

Bei den Australian Open wird seit 2019 beim Stande von 6:6 im Entscheidungssatz des Einzels ein Match-Tie-Break bis 10 Punkte gespielt.

Lemon Ace Ähnlich dem Pimm’s Cup bei den Wimbledon Championships, dem Honey Deuce bei den US Open und dem „Ace Royal“ bei den French Open wurde 2025 der Lemon Ace bei den Australian Open als Cocktail eingeführt, um ein neues Traditionsgetränk zu schaffen, eine Mischung aus dem französischen Wodka Grey Goose mit Passionsfruchtsirup, Sprudellimonade, Eiswürfeln, einem Zitronenbällchen und Pfefferminzblättchen. Er kostet 17 AU$ (9,50 €)US Open-Kultdrink: Der ungebremste Hype um den Honey Deuce, Tennismagazin, 27. August 2025. Abgerufen am 27. August 2025.Australian Open & Grey Goose serve up new signature cocktail at AO 2025, Australian Open, 5. Dezember 2024. Abgerufen am 7. September 2025.

Turnierdauer 2024 fanden das erste Mal die Spiele der ersten Runde an drei anstatt an zwei Tagen statt. Die Matches auf den zentralen Plätzen Rod Laver Arena und Margaret Court Arena umfassten zwei statt drei Begegnungen, um zu vermeiden, dass Spiele, wie beim Zweitrundenmatch am 19. Januar 2023 zwischen dem Briten Andy Murray und dem Australier Thanasi Kokkinakis, bis in die frühen Morgenstunden dauern, als das Spiel nach 5:45 Stunden um 04:05 Uhr Ortszeit endete. Es war das zweitlängste Match in der Geschichte der Australian Open. Der Turnierdirektor Craig Tiley sah zunächst keine Notwendigkeit, den Zeitplan anzupassen, musste sich aber letztlich der heftigen Kritik aus Spieler- und Kommentatorenkreisen beugen. Das Turnier des Hauptfelds wurde von 14 auf 15 Tage um einen Tag verlängert und begann bereits einen Tag früher, am Sonntag, den 14. Januar 2024. 2025 hat man dies beibehalten und beginnt das Turnier am Sonntag, den 18. Januar.

Showturniere Der 1 Point Slam ist ein spezielles Tennis-Showturnier im Rahmen der Australian Open, bei dem Profis, Amateure und Prominente in einem K.-o.-System gegeneinander antreten, wobei jedes Match nur über einen einzigen Punkt entschieden wird. Der Sieger erhält eine Million Australische Dollar als Preisgeld. Es findet in der Qualifikationswoche statt. Daneben gibt es den AO Pickleball Slam, Benefizspiele und das Red Bull Bassline.

Organisationsstab An der Vorbereitung und Durchführung der Australian Open 2024 sowie 2025 waren jeweils 12.000 Personen beteiligt. Neben den Siegern erhielten bisher die Stuhlschiedsrichter einen Ehrenteller. Diese Ehrung wurde 2025 erstmals auf die jeweiligen Trainer des Siegers und der Siegerin ausgeweitet, sowie für einen Balljungen und ein Ballmädchen, die im Ranking der Balljungen und Ballmädchen führend waren. Zusätzlich dürfen sie nach Paris fliegen, um auch bei den French Open 2025 eingesetzt zu werden.Australian Open ‘Top Gun’ ballkids bound for Roland Garros, AO, 26. Januar 2025. Abgerufen am 26. Januar 2025. Ein Team von 428 Balljungen und -mädchen zwischen 12 und 15 Jahren wurde 2025 während der Australian Open eingesetzt. Bis zum Anmeldeschluss am 1. Dezember 2024 haben sich 2500 Jugendliche für diesen Job bei den Australian Open 2026 beworben. Ihr Training beginnt im Mai 2025. Der Chefschiedrichter Cheryl Jenkins leitete das Team aus 249 Schiedsrichtern aus 34 Ländern.

806 Journalisten und Photographen aus 65 Ländern berichteten 2025 über die Australian Open, davon waren 599 Journalisten vor Ort.

Nachdem das Coaching während des Matches inzwischen erlaubt worden war, wurden 2025 erstmals bei den Australian Open die Spielerboxen teilweise unmittelbar am Spielfeldrand platziert, in direkter Nähe der Handtuchbehälter, die die Spieler und Spielerinnen zwischen zwei Ballwechseln aufsuchen.

2025 hat erstmals in Zusammenarbeit zwischen AO Labs mit Exar.live eine Pilotanwendung für Trainer und Spieler entwickelt, mit der sie ihre Spiele in einer räumlichen Computerumgebung mit dem Apple Vision Pro nachempfinden können.AO StartUps spotlight: Exar.Live, AO, 26. Januar 2025. Abgerufen am 26. Januar 2025.

Kia hat als einer der Hauptsponsoren 130 Fahrzeuge für die Beförderung von Spielern und Offiziellen zur Verfügung gestellt.

Plätze 800px|Melbourne Park