mini|hochkant=1.25|Max Verstappen beim GP von Belgien Die Formel-1-Weltmeisterschaft 2024 war die 75. Formel-1-Weltmeisterschaft. Sie umfasste 24 Große Preise und 6 Sprintrennen. Die Saison eröffnete mit dem Großen Preis von Bahrain am 2. März und schloss mit dem Großen Preis von Abu Dhabi am 8. Dezember.
Max Verstappen sicherte sich im drittletzten Rennen der Saison vorzeitig seinen vierten Weltmeistertitel. Im letzten Saisonrennen errang McLaren erstmals seit 1998 den Titel des Konstrukteursweltmeisters. Am 12. November wurde der bisherige Rennleiter Niels Wittich durch Rui Marques ersetzt.
Änderungen 2024 Technik Ein ursprünglich geplantes Verbot für Heizdecken ist nach Einspruch der zehn Rennteams zumindest aufgeschoben.
Sportliches Reglement Wie bereits im Vorjahr fanden über die Saison sechs Sprints statt. Diese wurden an den Rennwochenenden in Shanghai, Miami, Spielberg, Austin, São Paulo und Doha gefahren.
Die beim Großen Preis von Ungarn und Italien 2023 getestete „alternative Reifenzuteilung“, bei der den Fahrern 11 Reifensätze zur Verfügung gestellt wurden, um die Kosten im Sport zu senken, wurde eingestellt. Daher stehen den Teams an jedem Rennwochenende wieder 13 Reifensätze pro Fahrer zur Verfügung.
Die Struktur der Sprintwochenenden wurde für 2024 geändert, mit dem Ziel, Sprintveranstaltungen zu rationalisieren und sie vom Rest des Grand-Prix-Wochenendes zu trennen. Das Wochenende beginnt mit einem einzigen Training, gefolgt vom Sprint-Shootout, bei dem die Startaufstellung für das Sprintrennen festgelegt wird. Am Samstag findet dann zunächst der Sprint statt, gefolgt von der Qualifikation für das Hauptrennen. Der Grand Prix selbst bleibt am Sonntag.
Die Regeln für die DRS-Nutzung im Grand Prix wurden leicht angepasst. Fahrer dürfen DRS nun eine Runde nach einem Rennstart, einem Safety-Car-Neustart oder einem Neustart nach roter Flagge nutzen, eine Runde früher als in den vergangenen Saisons. Dies wurde während der Sprints von 2023 getestet.
Die Zuteilung der Antriebseinheiten pro Saison wurde für die Meisterschaften 2024 und 2025 von drei auf vier pro Fahrer erhöht.
Während der Saison wurden die Bedingungen für den Erhalt einer Superlizenz leicht angepasst. So kann ein Fahrer nun, sofern er „in letzter Zeit durchgängig herausragende Fähigkeiten und Reife in Einsitzer-Formelwagen-Wettbewerben bewiesen hat“, bereits mit 17 Jahren eine Superlizenz beantragen. Bisher war das Erreichen des 18. Lebensjahres eine der Grundbedingungen für eine Superlizenz. Die Entscheidungshoheit darüber liegt bei der FIA.
Strecken Der Große Preis von China kehrte in den Rennkalender zurück. Der Grand Prix wurde zuletzt 2019 ausgetragen und konnte aufgrund der COVID-19-Pandemie von 2020 bis 2023 nicht stattfinden.
Der Große Preis der Emilia-Romagna, der 2023 wegen Überschwemmungen in der Region abgesagt wurde, wurde wieder in den Kalender aufgenommen.
Teams Sauber trat ab 2024 nicht mehr mit Alfa Romeo als Titelsponsor an. Stake übernahm als Titelsponsor, das Team trat unter dem Namen Stake F1 Team Kick Sauber an.
AlphaTauri führte in der Meldeliste vom 15. Dezember 2023 noch denselben Namen, lediglich der Namenszusatz RB am Ende kam hinzu, welcher auch als Konstrukteursname genutzt wurde. Am 24. Januar 2024 wurde der neue Teamname veröffentlicht, das Team ging als Visa Cash App RB Formula One Team an den Start.
Cognizant zog sich als Titelsponsor von Aston Martin zurück, das Team trat stattdessen mit Aramco als alleinigem Titelsponsor unter dem Teamnamen Aston Martin Aramco Formula One Team an.
Vor dem Großen Preis von Miami gab Ferrari bekannt, ab sofort mit dem Titelsponsor Hewlett Packard anzutreten zu wollen. Des Weiteren waren die HP-Logos sowohl auf dem Fahrzeug als auch auf der Teamkleidung zu sehen.
Fahrer Am 23. September 2023 gab AlphaTauri bekannt, dass Yuki Tsunoda und Daniel Ricciardo 2024 für das Team fahren werden. Tsunoda ging in seine vierte Saison mit dem Team, Ricciardo hatte nach dem Großen Preis von Großbritannien 2023 das Cockpit von Nyck de Vries übernommen. Liam Lawson nahm erneut den Platz als Test- und Ersatzfahrer des Teams ein, nachdem er Ricciardo nach seinem Handbruch vor dem Großen Preis der Niederlande 2023 ersetzt hatte. Diese Funktion nahm er parallel auch beim Schwesterteam Red Bull Racing ein. Am 26. September gab das Team bekannt, dass Lawson das Cockpit von Ricciardo mit sofortiger Wirkung für den Rest der Saison übernimmt.
Der zur Saisonmitte 2023 entlassene de Vries kehrte mit Mahindra in die Formel E zurück, wo er 2021 Weltmeister wurde.
Zum ersten Mal in der Geschichte der Formel-1-Weltmeisterschaft blieben alle Fahrer- und Teamkombinationen, die zum Ende der vergangenen Saison angetreten waren, zu Beginn der nächsten Saison unverändert.
Am Rennwochenende des Großen Preises von Saudi-Arabien erlitt Carlos Sainz jr. eine Blinddarmentzündung, er wurde an diesem Rennwochenende ab dem dritten freien Training von Ersatzfahrer Oliver Bearman vertreten, der damit sein Debüt in der Formel 1 gab.
Am 27. August gab Williams bekannt, dass der Formel-2-Fahrer Franco Colapinto das Cockpit von Logan Sargeant ab dem Großen Preis von Italien für den Rest der Saison übernimmt.
Nach dem Großen Preis von Italien hatte Magnussen zwölf Strafpunkte angesammelt, weswegen er für den nachfolgenden Großen Preis von Aserbaidschan gesperrt wurde. Als sein Ersatz sprang erneut Oliver Bearman ein. Beim Großen Preis von São Paulo fiel Magnussen krankheitsbedingt aus, Bearman sprang erneut ein.
Am 2. Dezember gab Alpine bekannt, dass Ersatzfahrer Jack Doohan, welcher zuvor bereits als Stammfahrer für 2025 bestätigt worden war, beim Großen Preis von Abu Dhabi anstelle von Esteban Ocon für das Team fahren werde.
Teams und Fahrer
In der Übersicht werden alle Fahrer aufgeführt, die für die Saison 2024 mit einem Rennstall einen Vertrag als Stamm-, Test- oder Ersatzfahrer abgeschlossen haben.Übersicht: Fahrer und Teams für die Formel-1-Saison 2024, motorsport-total.com vom 14. Mai 2023; Zugriff am 6. Juli 2023PROVISIONAL 2024 GRID 👀 Here’s how we stack up going into 2024 so far.... #F1, twitter.com/F1 vom 9. August 2023; Zugriff am 9. August 2023 Bei den Stammfahrern ergab sich keine Änderung gegenüber den letzten Rennen (19 bis 23) der Vorsaison. Die Teams sind nach dem Ergebnis der Konstrukteurs-WM 2023 angeordnet.
Bild Team Chassis Motor Reifen Nr. Stammfahrer RennenTest-/Ersatzfahrer 130px|Oracle Red Bull Racing Red Bull Racing RB20 Honda RBPT 1 1–24 11 1–24 130px|Mercedes AMG F1 Team Mercedes-AMG F1 W15 E Performance Mercedes 63 1–24 44 1–24 130px|Scuderia Ferrari HP|alternativtext=Scuderia Ferrari Ferrari SF-24 Ferrari 16 1–24 55 1, 3–24 38 2 130px|McLaren Formula 1 Team McLaren MCL38 Mercedes 81 1–24 4 1–24 130px|Aston Martin Aramco Formula One Team Aston Martin AMR24 Mercedes 18 1–24 14 1–24 130px|BWT Alpine F1 Team Alpine A524 Renault 31 1–23 61 24 10 1–24 130px|Williams F1 Williams FW46 Mercedes 23 1–24 2 1–2, 4–15 43 16–24 130px|Visa Cash App RB Formula One Team RB VCARB 01 Honda RBPT 3 1–18 30 19–24 22 1–24 130px|Stake F1 Team Kick Sauber KICK Sauber C44 Ferrari 77 1–24 24 1–24 130px|MoneyGram Haas F1 Team Haas VF-24 Ferrari 20 1–16, 18–20, 22–24 27 1–24 50 17, 21
Saisonvorbereitung Testfahrten Die Wintertestfahrten vor der Formel-1-Weltmeisterschaft 2024 finden vom 21. bis zum 23. Februar genau wie der erste Saisonlauf auf dem Bahrain International Circuit statt.
Am ersten Tag fuhr Max Verstappen die schnellste Runde mit einer Zeit von 1:31,344 Minuten. Mit bereits gut 1 Sekunde Rückstand platzierte sich dahinter Lando Norris. Carlos Sainz jr. im Ferrari erzielte die drittbeste Zeit.
Mit 143 Runden fuhr Verstappen die meisten Runden, vor George Russell, der es auf 122 Runden brachte. Sergio Pérez und Lewis Hamilton setzten für den ersten Testtag aus.
Die wenigsten gefahrenen Runden hatten Zhou Guanyu und Logan Sargeant mit jeweils 21.
Am zweiten Tag gelang es Sainz jr., mit einer Zeit von 1:29,921 Minuten, die schnellste Runde zu fahren. Pérez und Hamilton komplettierten die ersten 3 mit einer Zeit von 1:30,679 Minuten bzw. von 1:31,066 Minuten.
Keine Runde an diesem Tag fuhren Verstappen, Russell und Alexander Albon. Pérez absolvierte die meisten Runden mit 129, gefolgt von Hamilton, der es auf 123 brachte. Sargeant wies mit 117 die drittmeisten Runden auf.
Die wenigsten Runden am zweiten Testtag fuhren Fernando Alonso und Nico Hülkenberg mit jeweils 31.
Am dritten und letzten Testtag fuhr Leclerc in 1:30,322 Minuten die Bestzeit vor Russell und Zhou.
Testergebnisse Pos. Fahrer Konstrukteur Beste Runde Tag 1 Tag 2 Tag 3 Runden 1 1:29,921 1:32,584 1:29,921 1:31,247 224 2 1:30,322 1:33,247 1:31,7501:30,322 192 3 1:30,368 1:34,109 keine Zeit 1:30,368 189 4 1:30,647 1:33,871 1:33,715 1:30,647 144 5 1:30,679 keine Zeit 1:30,679 1:31,483 182 6 1:30,755 1:31,344 keine Zeit 1:30,755 209 7 1:30,775 1:34,136 1:38,074 1:30,775 157 8 1:30,984 1:34,587 keine Zeit 1:30,984 161 9 1:31,030 1:33,658 1:32,328 1:31,030 183 10 1:31,066 keine Zeit 1:31,066 1:31,999 172 11 1:31,159 1:33,385 1:33,053 1:31,159 183 12 1:31,256 1:32,484 1:31,256 1:32,108 145 13 1:31,361 1:32,599 1:31,361 1:37,015 210 14 1:31,686 1:35,906 1:37,509 1:31,686 202 15 1:32,029 1:33,007 1:32,029 1:32,038 196 16 1:32,061 1:34,677 1:32,061 1:33,079 192 17 1:32,149 1:32,805 1:33,804 1:32,149 141 18 1:32,227 1:34,431 1:32,227 1:33,528 193 19 1:32,578 1:33,882 1:32,578 keine Zeit 138 20 1:33,053 1:35,692 1:36,611 1:33,053 239
Rennkalender Der Rennkalender wurde am 5. Juli 2023 veröffentlicht und umfasst 24 Rennen.
Ungewöhnlich ist, dass bei den ersten beiden Rennen der Saison in Bahrain und Saudi-Arabien der Grand Prix an einem Samstag ausgetragen wird. Diese Entscheidung wurde getroffen, um dem Ramadan Rechnung zu tragen. Wie auch bereits im Jahr 2023 wird der Große Preis von Las Vegas erneut an einem Samstag ausgetragen, jedoch Mitteleuropäischer Zeit am Sonntagmorgen stattfinden.
Die beiden Grands Prix in Aserbaidschan und Japan tauschen im Vergleich zum Vorjahr ihre Plätze im Kalender, wodurch der Japan-Grand-Prix an den Anfang der Saison rückt und nun direkt vor dem Großen Preis von China stattfindet, und der Aserbaidschan-Grand-Prix rückt an das Ende der Rennen in Europa. Dies soll dazu beitragen, weite Reisen zwischen Rennwochenenden zu reduzieren und somit CO2-Emissionen einzusparen.