Rut Himmelsbach (* 28. September 1950 in Zug) ist eine Schweizer Malerin, Fotografin und Objektkünstlerin mit dem Bürgerort Basel, wo sie heute lebt und arbeitet.
Leben Rut Himmelsbach wuchs in Zug auf und erlangte dort die Maturität. 1971 trat sie der Fotoklasse der Kunstgewerbeschule Zürich bei. Von 1971 bis 1972 studierte sie Creative Photography am London College of Communication (ehemals London College of Printing).
Sie arbeitete 1973/1974 als Fotografin, bevor sie 1974 mit der Malerei begann. Von 1993 bis 1997 hatte sie einen Lehrauftrag an der Schule für Gestaltung in Bern. Sie erhielt Stipendien der Kantone Zug und Basel in den Jahren 1975, 1979, 1981, 1983 und 1985 sowie 1984 ein Atelierstipendium des Kantons Basel an der Cité Internationale des Arts in Paris. Von 1985 bis 1986 war sie im Istituto Svizzero in Rom und erhielt 1987 den Eidgenössischen Preis für freie Kunst.
Auslandaufenthalte führten sie nach New York (1981–1982) und erneut nach London, wo sie von 1999 bis 2000 ein von der Zuger Kulturstiftung Landis & Gyr gefördertes Werksemester absolvierte. Sie unternahm 1974 eine Reise nach Algerien, 1977/1978 nach Kanada, USA und Zentralamerika sowie 1980 nach Sri Lanka.
Werk Himmelsbach arbeitet mit verschiedenen Medien und Materialien wie Malerei, Fotografie, Objektkunst und Schrift. Aus Momentaufnahmen entstehen assoziativ verkettete Fotoserien, oft in ungewöhnlichen Kombinationen mit der Malerei und Objekten. Die Motive entnimmt sie ihrer alltäglichen Umgebung, wie zum Beispiel Fotos von Menschen, Haushaltsgegenständen, gesammelten Objets trouvés sowie der Natur. Neben diesen persönlichen Themen befasst sie sich auch mit allgemeinen Themen wie Krieg, Umweltbelastung, Beziehungen zwischen den Geschlechtern, Religion und neuen Medien. Sie verwendet spezielle Techniken wie Ätzverfahren in Stein und Glas. Darüber hinaus integriert sie Produkte aus dem Bereich der Alltagskultur in ihre Installationen.
Ausstellungen Einzelausstellungen 1983: Galerie Hybrydy, Warschau 1984: Galerie Lydia Megert, Bern 1986: Galerie D + C Mueller-Roth, Stuttgart 1988: Galerie Lydia Megert, Bern 1989: Rut Himmelsbach. Kunst mit Fotografie, Kunstraum Kreuzlingen 1989: Rut Himmelsbach, Galerie Anton Meier, Genf 1991/92: Museum für Gegenwartskunst, Basel 1992: Galerie Anton Meier, Genf 1993: APROPOS, Luzern 2014: Trace, John Schmid Galerie, Basel 2016: Rut Himmelsbach – See What’s What, Kunsthaus Langenthal, Langenthal Erste institutionelle Einzelausstellung seit 2004
Gruppenausstellungen In den 1980er Jahren war Himmelsbach in den wichtigsten Gruppenausstellungen junger Schweizer Kunst vertreten.
1981: Aspekte der Jungen Schweizer Kunst, Städtische Galerie im Leeren Beutel, Regensburg 1981: Künstler aus Basel, Kunsthalle Basel, Basel 1982: Zwitserse Avant-garde, Galerie Nouvelles Images, Den Haag 1984: Disegni. Arte attuale sivzzera / Aktuelle Schweizer Kunst, Galleria Fina Bitterlin, Florenz 1984: Das subjektive Museum, Filiale Basel, Basel 1984: Bewegungsräume. Schweizer Künstlerinnen zeigen Installationen, Video, Performance, Tanzperformance, Galerie Grita Insam, Wien 1985: Fri Art, New York 1985: Neun, Ausstellungsraum Kaserne, Basel 1985: Filiale Basel zeigt Erich Busslinger, Carlos Figueira, Rut Himmelsbach, Jacques Herzog, Peter Suter, Shedhalle, Zürich 1985: Zu sehen. Kunst aus Basel, Künstlerwerkstatt Lothringerstrasse, München 1986: Samuele Gabai. Rut Himmelsbach. Peter Kamm. Luca Marelli. Monika Sennhauser, Istituto Svizzero di Roma, 1986, Rom 1987: Offenes Ende – Junge Schweizer Kunst, Institut für moderne Kunst, Nürnberg 1987: Stiller Nachmittag. Aspekte Junger Schweizer Kunst, Kunsthaus Zürich, Zürich 1988: Galerie Susan Wyss, Zürich 1989: Palazzo, Liestal 1989: Unikat und Edition. Künstlerbücher in der Schweiz, Helmhaus, Zürich 1990: Unikat und Edition. Künstlerbücher in der Schweiz, Kunstmuseum Thurgau, Kartause Ittingen, Warth 1990: Räume: Rut Himmelsbach, Jürg Stäuble, Hannes Vogel, Eric Hattan, Esther Gisler, Max Matter, Ernst Häusermann, Helmhaus, Zürich 1990: The Readymade Boomerang: Certain Relations in 20th Century Art, 8th Biennale of Sydney, Sydney 1990 1991: Autrement dit: les artistes utilisent la photographie. Exposition, ancienne caserne de la Planche, Alte Kaserne Obere Matte, Fribourg 1992: Helvetia condensed: Fotokunst aus der Schweiz, München 1994: Karawane, Kunsthaus ZugFür diese Ausstellung wurden in wochenlanger Handarbeit Hunderte von Tierköpfen – hauptsächlich Hunde – aus verschiedenfarbigem Ton geknetet, die Rut Himmelsbach, in Rudeln gruppiert, am Boden ausbreitet. 1994: St. Galerie 1980–82, Remake 1994, St. Galerie, St. Gallen 1995: Paysage mental, paysage vecu, Galerie Anton Meier, Genf 1997/1998: Animaux et animaux. Zeitgenössische Kunst und Zoologie, Museum zu Allerheiligen, Schaffhausen 2000: Position: Fotografie Zentralschweiz, Nidwaldner Museum, Stans 2001: Machet den Zun nicht zu eng! Museum Bruder Klaus Sachseln, Sachseln 2001: Entrée des Artistes, Projektraum M54, Basel 2004: Rut Himmelsbach/Vivian Suter, Kunstmuseum OltenIn dieser Ausstellung zeigt Ruth Himmelsbach Motive wie Bäume, Stillleben oder Menschen. Die Fotografien wirken häufig wie Schnappschüsse; kennzeichnend sind Verdoppelungen oder Wiederholungen sowie die Präsentation in überraschenden Konstellationen, aus denen sich ein Dialog entfaltet. 2007: FernNah 1, Kunsthaus Zug 2007: FernNah 2, Kunsthaus Zug 2010: Heinz Niederer/Rut Himmelsbach, KulturTankstelle Döttingen, 2010 2016: Rut Himmelsbach/Alex Silver, Galerie Apropos, Luzern, Black Holes Installation 2018: Grenzenlos, Kulturort Galerie Weiertal – «Wasser-Requiem» (Sound-Installation) – Ein Requiem zum Thema der weltweiten Wasserprivatisierung. 2019: ALIAS / asali, Galerie Edition Z, Chur 2023: Schatzkammer Sammlung #6, Kunstmuseum Olten
Stipendien 1975: Kunststipendium aus der Stiftung His, Basel 1979: Kunststipendium des Kantons Zugs 1981: Kunststipendien der Kantone Zug und Basel 1982: Werkbeitrag des Kantons Zug 1984: Aufenthalt an der Cité des Arts, Paris, mit Künstlerstipendium des Kantons Basel 1985: Kunststipendium des Kantons Basel 1985/86: Aufenthalt am Istituto Svizzero, Rom 1987: Eidgenössisches Kunststipendium
Kunst im öffentlichen Raum 1990: Ausführung von Boden- und Wandmosaik nach ravennischer Art, in der Eingangshalle des Verwaltungs- und Ausbildungszentrums des Schweizerischen Wirteverbands in Zürich, Blumenfeldstrasse 20 1991: Eingangshallengestaltung in der Bank Julius Bär, Zürich, Brandschenkestrasse 38/40
Publikationen Jean-Christophe Ammann, Margrit Suter (Hrsg.): Künstler aus Basel: Miriam Cahn, Rut Himmelsbach, Alex Silber, Anselm Stalder, Vivian Suter, Hannah Villiger, Christine Brodbeck, Anna Winteler, Welcome, the Wondergirls. Ausstellungskatalog. Basler Kunstverein, 1981. Städtische Galerie Regensburg: Aspekte der Jungen Schweizer Kunst. 1981. Bewegungsräume: Schweizer Künstlerinnen zeigen Installationen, Video, Performance, Tanzperformance: Agnes Barmettler, Christine Brodbeck, Silvie Defraoui, Chérif Defraoui, Olivia Etter, Rut Himmelsbach, Rosina Kuhn, Muriel Olesen, Gérald Minkoff, Anna Winteler. Ausstellungskatalog. Galerie Grita Insam, Wien 1984. Filiale Basel zeigt Erich Busslinger, Carlos Figueira, Rut Himmelsbach, Jacques Herzog, Peter Suter. Ausstellungskatalog. Zürich 1985. Institut für moderne Kunst Nürnberg (Hrsg.): Offenes Ende – Junge Schweizer Kunst. Verlag für moderne Kunst, Zirndorf 1987. Rut Himmelsbach. Mit Texten von Soraya Azarmsa. Galerie Anton Meier, Genf 1989. Kunst mit Photographie, Simpfendorfer; Harald Müller; Rut Himmelsbach; Ottmar Hörl; Felix Stephan Huber, Bernhard Striebel. 1989. Marie-Louise Lienhard: Unikat und Edition: Künstlerbücher in der Schweiz. Helmhaus, Zürich 1989, ISBN 978-3-906396-03-3. Eighth Biennale of Sydney: The Ready Made Boomerang Certain Relations in 20th Century Art. Sydney 1990, ISBN 978-0-9596619-6-5. Räume: Rut Himmelsbach, Jürg Stäuble, Hannes Vogel, Eric Hattan, Esther Gisler, Max Matter, Ernst Häusermann. Ausstellungskatalog. Helmhaus, Zürich 1990. Rut Himmelsbach. Mit Beiträgen von Irena Breznà, Matthias Haldemann, Rut Himmelsbach und Peter Suter. Kunsthaus Zug, 1994. Rut Himmelsbach und Kunstmuseum Olten (Hg.): DU DA. 2004, ISBN 3-85452-317-3.
Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Künstler (Schweiz) Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren 1950 Kategorie:Frau