Dieser Artikel hat den FC Winterthur in der Saison 2023/24 zum Thema. Der FC Winterthur spielt in dieser Saison in der Super League.
Saisonverlauf Vorbereitung Nach dem vorzeitigen Abgang Bruno Berners musste der FCW als Erstes auf Trainersuche, deren Resultat Mitte Juni die Verpflichtung des bisherigen Schweizer U21-Nationaltrainers Patrick Rahmen war. Vom Winterthurer Sportchef Oliver Kaiser wurde Rahmen als «idealer Trainer» für den Verein bezeichnet, obwohl dieser aufgrund der U-21-Europameisterschaft sein Amt erst nach Trainingsauftakt antreten konnte.
Kadermässig konnte Winterthur die Mannschaft aus der letzten Saison grösstenteils halten und musste in der Saisonvorbereitung neben dem Abgang des Trainers und den beendeten Leihen von Timothy Fayulu und Joaquín Ardaiz einzig die Wegzüge der beiden Mittelfeldspieler Hekuran Kryeziu, dessen Vertrag vorzeitig aufgelöst wurde, und Eris Abedini verzeichnen. Bestehende Verträge konnten mit Tobias Schättin, Roy Gelmi und Markus Kuster um zwei Jahre verlängert werden. Auf der anderen Seite konnte Winterthur einige namhafte Verstärkungen in allen Reihen verzeichnen, insbesondere im Mittelfeld wurden etliche Verstärkungen verpflichtet. Der erste Neuzugang war der Transfer des Mittelfeldspieler Randy Schneider vom FC St. Gallen. Genauso aus St. Gallen kam der eher defensive Mittelfeldspieler und auch in der Innenverteidigung einsetzbare Basil Stillhart, der dort seinen Vertrag vorzeitig aufgelöst hat. Als weitere Verstärkungen im Mittelfeld kamen vom Absteiger FC Sion die beiden Rückkehrer Luca Zuffi und Musa Araz und leihweise von den BSC Young Boys der defensive Mittelfeldspieler Alexandre Jankewitz, der in der letzten Saison noch an den FC Thun ausgeliehen war. Für die Offensive wurde mit Aldin Turkes ein kopfballstarker Stürmer von Lausanne-Sport verpflichtet, und die Abwehrreihe wurde mit dem Rechtsverteidiger Silvan Sidler von Arminia Bielefeld verstärkt.
Allgemein wurden die Transfers des FCW von den Medien positiv beurteilt und die Mannschaft stärker eingeschätzt als letzte Saison, einige Medienexperten hielten dank den Transfers auch eine Überraschung Winterthurs für möglich. Grossmehrheitlich wurde der Verein weiterhin auf den hinteren Plätzen gesehen, jedoch im Gegensatz zur letzten Saison nicht mehr unbedingt als direkten Absteiger. Von der Lokalzeitung Der Landbote selbst wurde als Saisonziel weiterhin der Klassenerhalt gehandelt, jedoch sollte der Verein «mehr mitspielen» als noch letzte Saison. Ein Ziel, das so auch vom Trainer bei seiner Ankunft geteilt wurde.
Seine in der Vorbereitung gegen niederklassige Gegner bestrittenen Testspiele konnte Winterthur allesamt erfolgreich gestalten. Dabei gewann Winterthur gegen den SC YF Juventus Zürich (1 L.) mit 6:0, gegen den FC Aarau (ChL) mit 2:0, gegen den SC Brühl St. Gallen (PL) mit 5:0, gegen den FC Baden ebenfalls mit 5:0 und die Hauptprobe gegen FC Villarreal B aus der spanischen Segunda División mit 3:1.
Herbstrunde Zu Saisonbeginn hatte Winterthur mit 31 Spielern ein breit aufgestelltes Kader und damit nur einen Spieler weniger als die Young Boys, die jedoch international spielten. Hierbei war einzig der dann später erfolgte Abgang des Stürmers Neftali Manzambi klar, der in den Planungen des alten wie auch des neuen Trainers keine Rolle mehr spielte und später zunächst auf Leihbasis und nach der Winterpause definitiv zu Schaffhausen wechselte.
Mit Luzern, Basel und YB hatte der FCW mit drei der vier europäisch spielenden Gegner einen schwierigen Saisonauftakt. Nach einem 0:0-Unentschieden gegen Luzern zu Hause setzte es danach anschliessend zwei 2:5-Auswärtsniederlagen gegen Basel und YB ab, wobei Basels Sieg der einzige in ihren ersten Meisterschaftsspielen bleiben sollte. Danach konnte sich Winterthur jedoch erholen, beginnend mit einem 3:1-Sieg gegen GC, konnte die Mannschaft gegen die drei Aufsteiger Lausanne-Sport, Yverdon und Stade Lausanne-Ouchy 7 von 9 möglichen Punkten holen und musste sich einzig gegen Yverdon mit einem Unentschieden begnügen und konnte dabei zwischenzeitlich über den Strich klettern. Ebenfalls weiter kam der Verein im Schweizer Cup, nach einem späten Sieg gegen den 1.-Liga-Vertreter Wettswil-Bonstetten konnte man im September den FC Aarau aus dem Cup werfen. Als Mitte September der bisherige Ersatzgoalie Jozef Pukaj überraschend den Rücktritt bekannt gab, holte sich Winterthur von YB den Schweizer U21-Nationaltorhüter Marvin Keller. Keller, der vom Torhütertrainer der Nationalmannschaft Patrick Foletti bereits namentlich als potenzieller Nachfolger von Yann Sommer gehandelt wurde, wurde von Trainer Rahmen umgehend als neue Nummer 1 gesetzt. Anfang Oktober zeigte sich Sportchef Oliver Kaiser mit dem Saisonstart mit einem der toremässig besten Offensiven der Liga zufrieden.
Diese Leistungssteigerung, die den FCW zwischenzeitlich über den Strich brachte, konnte er zunächst jedoch zunächst nicht direkt bestätigen. In den übrigen Spielen bis zur Winterpause konnte der FCW neben einem Cup-Pflichtsieg gegen die Black Stars Basel nur noch drei Siege in der Meisterschaft erringen. Insbesondere mit zwei Siegen in den letzten drei Spielen konnten die Winterthurer ihre Herbstbilanz noch aufbessern – dank der dichten Tabelle reichte der letzte Sieg dabei für einen Sprung von Rang 10 auf Rang 7. Mit seinen 22 Punkten war der FCW zur Winterpause damit nur drei Punkte unter dem Strich, jedoch auch nur vier Punkte hinter dem auf dem Barrageplatz sitzenden FC Basel. Mit einem Torverhältnis von 32:39 hatte man gleichzeitig eine der besten Offensiven der Liga, jedoch auch die toranfälligste Defensive, was auch den Bruch in der Spielweise der Winterthurer gegenüber der letzten Saison statistisch nochmals deutlich machte, als der FCW vor allem defensiv aufgestellt war.
Zur Winterpausenbilanz (nach 18 Runden) befragt, war Trainer Patrick Rahmen der Meinung, dass dem FCW «ein paar Punkte» fehlten, auch Matteo Di Giusto liess gegenüber dem Landboten verlauten, dass es durchaus «besser hätte sein können». Für den Landboten, der im Artikeltitel zur Saisonanalyse ebenfalls die Frage nach einer möglicherweise noch besseren Platzierung stellte, war der bisherige Saisonverlauf resultatemässig eine «Achterbahnfahrt», und die Zeitung verortete zudem eine noch fehlende Balance zwischen der Offen- und der Defensive.
Frühjahrsrunde Der erste Wechsel, der im neuen Jahr bekannt gegeben wurde, war jener des Innenverteidigers Roy Gelmi zum FC Vaduz. Weitere Wechsel waren jedoch vom Verein her zunächst nicht geplant. Dies änderte sich jedoch zügig, als sich ein erstes Mal ein Wechsel von Samuel Ballet ankündigte, der schliesslich Ende Januar für die FCW-Rekordtransfersumme von 1,5 Mio. Fr. zum Serie-B-Aufstiegsapiranten Como 1907 wechselte. Daraufhin wurde Boubacar Fofana, der unter René Weiler bei Servette keine Rolle mehr spielte, verpflichtet. Da mit Roman Buess ein weiterer Stürmer ausfiel, holte Winterthur nach dem definitiven Abgangs Ballets von Botew Plowdiw den französischen Stürmer Antoine Baroan, der dort in der aktuellen Saison mit acht Toren aus zwölf Spielen die dortige Torschützentabelle anführte. Mitte Februar verliess mit Samir Ramizi eine wichtige Stütze der Aufstiegsmannschaft den Verein, nachdem er in der laufenden Saison nur noch zu drei Einsätzen in der Startelf kam.
In der Rückrunde zeichnete sich die Winterthurer Mannschaft durch eine grössere Stabilität aus. Er musste sich bis zum Cupspiel gegen den FC Zürich Ende Januar lediglich zu Hause gegen den FC Basel geschlagen gegen, nachdem die Winterthurer früh in der zweiten Halbzeit zwei gelb-rote Karten kassiert hatten. Mit einem 2:0-Sieg gegen den FC Zürich konnten sie die Winterthurer für den Cup-Halbfinal qualifizieren. Auch nach dem Cupsieg setzt Winterthur seinen Lauf fort. Er leistete sich seit der Winterpause keinen Ausrutscher gegen die sich in den hinteren Regionen der Tabelle bewegenden Stade Lausanne-Ouchy und Grasshoppers und konnte gleichzeitig gegen den direkten Konkurrenten aus Luzern einen wichtigen Sieg feiern. Als Resultat aus dieser Leistung kletterte der FCW am 9. März erstmals auf den 6. Platz und gehörte zu diesem Zeitpunkt zu den besten Teams der Rückrunde, lediglich Servette Genf holte zu diesem Zeitpunkt seit der Winterpause mehr Punkte. Auch in der Torstatistik wandelte sich das Bild: in zwölf Spielen kassierte der FCW noch 13 Tore, vor der Winterpause waren es noch doppelt so viele. Danach konnte sich Winterthur über den Strich halten, unter anderem mit einem Sieg gegen Servette holte er weitere wichtige Punkte und konnte schlussendlich am 14. April, eine Runde vor Teilung der Tabelle, sich vorzeitig den Verbleib in der oberen Tabellenhälfte sichern. In der letzten Runde kassierte Winterthur gegen den Tabellenleader Young Boys mit einem 1:2 noch die zweite Niederlage seit der Winterpause nach einer vormaligen Serie von elf Ligaspielen ohne Niederlage. Während die Tordifferenz vor der Winterpause noch −7 betrug, wiesen die Winterthurer nach der Winterpause eine von +7 auf und standen defensiv wesentlich stabiler. Von der NZZ wurde bei dieser Gelegenheit auch die Entwicklung von jungen Spielern herausgestrichen, die in Winterthur einen zweiten Anlauf genommen haben wie Nishan Burkart, Adrian Durrer, Randy Schneider, Alexandre Jankewitz, Sayfallah Ltaief oder Matteo Di Giusto.
Nach der Qualifikation für die Meisterrunde stand für Winterthur zweimal ein Spiel gegen Servette Genf auf dem Programm. Zuerst empfingen die Winterthurer die Genfer für den Cup-Halbfinal auf der Schützenwiese, konnten sich jedoch nach einer 0:1-Niederlage nicht für den Final qualifizieren und auch machte ein Platzsturm der siegreichen Servette-Fans mit einem Fackelwurf in die Zuschauertribüne Schlagzeilen. Auch zu Beginn der Championship Round gelang der FCW die Revanche gegen die Genfer nicht.
Kader Alle Kaderspieler der Saison 2023/24, basierend auf Angaben der Website der Swiss Football League (SFL).