mini|Gustav Steinlein: Stadtplan Münchens im Jahr 1570 auf Grundlage des Sandtnerischen Stadtmodells Gustav Karl Heinrich Steinlein (* 14. Juni 1864 in Hersbruck; † nach 1937Persönliches. In: Beilage zum Baumeister. Heft 9, September 1937, S. 221 (PDF).) war ein deutscher Architekt, Landesbaurat, Zeichner und Autor.

Biografie Steinlein wurde in Hersbruck geboren (nach anderen Quellen in Nürnberg). Er war der Sohn des königlichen Notars Albert Steinlein zu Hersbruck, der am 7. Oktober 1867 dort im Alter von 40 Jahren verstarb.Jahresbericht über die Lateinische Schule zu Hersbruck: für das Studienjahr 1875/1876. S. 9 (online). Zunächst besuchte er die Lateinische Schule in Hersbruck, dann die Königliche Kreis-RealschuleJahres-Bericht über die Königl. Kreis-Realschule zu Nürnberg bekannt gemacht am Schluss des Schuljahres 1877/78. S. 34 (online). und die Industrieschule in Nürnberg.Steinlein, Gustav. In: Manfred H. Grieb (Hrsg.): Nürnberger Künstlerlexikon. Band 1 (A–G). Saur, München 2007, S. 1483.

Danach studierte Steinlein in München an der seinerzeit noch so genannten Technischen Hochschule. Seit 1883 gehörte er der Studentenverbindung Polytechnischer Club München (seit 1931 Münchener Burschenschaft Franco-Bavaria in der DB) an.Willy Nolte (Hrsg.): Burschenschafter-Stammrolle. Verzeichnis der Mitglieder der Deutschen Burschenschaft nach dem Stande vom Sommer-Semester 1934. Berlin 1934, S. 482. 1886/1887 erhielt er als Student der dortigen Hochbauabteilung ein staatliches Stipendium.Ministerialblatt für Kirchen- und Schulangelegenheiten im Königreiche Bayern. 28. Jahrgang. Straub, München 1887, S. 22 (online). Ab 1891 war er als Assistent an der Technischen Hochschule tätig.Steinlein, Gustav Karl Heinrich. In: Werner Ebnet: Sie haben in München gelebt: Biografien aus acht Jahrhunderten. Allitera, München 2016, S. 583. 1918 erlangte er dort den Dr.-Ing. mit der Schrift „Die Baukunst Alt-Münchens, eine städtebauliche Studie über die Münchner Bauweise von der Gründung der Stadt bis Ende des 16. Jahrhunderts“, die er Gustav von Kahr widmete. Sie erschien 1920 im Bayerischen Heimatschutz und als gediegener Sonderdruck.Fridolin Solleder: Häuserbuch der Stadt München. (Bericht über das Schrifttum. Buchbesprechungen). In: Historische Zeitschrift. Band 195. Heft 1. Oldenbourg, München 1962, S. 438

Ab 1892 arbeitete Steinlein für das Münchner Unternehmen „Zwislers Steingeschäft“ und ab 1912 leitete er mindestens 25 Jahre lang die daraus hervorgehende Zweigstelle München der Marmorindustrie Kiefer in Kiefersfelden. In letzterem Zeitraum war er auch Schriftleiter der Süddeutschen Bauzeitung (später Die Bauzeitung). Zudem wirkte er als freier Architekt in München. Als Autor und Architekturzeichner erlangte er vor allem durch seine Werke München im sechzehnten Jahrhundert und Die Baukunst Alt-Münchens Bekanntheit. Er beschäftigte sich intensiv mit dem Sandtnerischen Stadtmodell Münchens und fertigte Zeichnungen davon an.Stadtatlas München. Karten und Modelle von 1570 bis heute. In: stadtatlas-muenchen.de. Abgerufen am 4. Juli 2023.

Steinlein setzte sich für traditions- und materialgebundenes Bauen ein. Die „sachliche“ Bauweise der Nachkriegszeit lehnte er ab.Arch. Landesbaurat Dr.-Ing. Gustav Steinlein, München, 70 Jahre. In: Deutsche Bauzeitung. 1934, S. 6. Er war Mitglied im Deutschen Werkbund.

Für seine Verdienste auf dem Gebiet des Heimatschutzes wurde Steinlein 1912 vom Bayerischen Staatsministerium des Innern mit der Prinzregent-Luitpold-Medaille in Silber ausgezeichnet. 1926 wurde ihm der Titel Landesbaurat verliehen.Zentralblatt der Bauverwaltung. Band 57. Ernst and Korn, 1937, S. 692.

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Bauten (Auswahl) mini|Mietshaus Güllstraße 8 mini|Reihenhausgruppe Zielstattstraße Mietshaus in der Güllstraße 8, München-Ludwigsvorstadt, 1905, denkmalgeschützt Reihenhausgruppe aus drei Einfamilienhäusern in der Zielstattstraße 51, 53 und 55, München-Obersendling, 1909, denkmalgeschütztRegierungsbezirk Oberbayern. Landeshauptstadt München. Baudenkmäler. Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, S. 320, 871. In: geodaten.bayern.de. Abgerufen am 3. Juli 2023.

Schriften Das Nürnberger Dach in Skizzen und Aufnahmen von Gustav Steinlein, Architekt. 1896. Altbayerische Gasthäuser : Zeichnungen und Aufnahmen alter Gastwirtschaften, Brauereien und Einkehren aus Altbayern, Tirol und der Wachau. 1940. München im sechzehnten Jahrhundert. 1910. Die praktische Verwendung der Marmore im Hochbau, deren Bearbeitung und Verkaufswert nebst Aufzählung der bekanntesten Marmorsorten: mit erläuternden Zeichnungen. 1900. Die Baukunst Alt-Münchens: eine städtebauliche Studie über die Münchener Bauweise von der Gründung der Stadt bis Ende des 16. Jahrhunderts. 1917.

Literatur Steinlein, Gustav Karl Heinrich. In: Werner Ebnet: Sie haben in München gelebt: Biografien aus acht Jahrhunderten. Allitera, München 2016, ISBN 978-3-86906-744-5, S. 583 (online). Steinlein, Gustav. In: Manfred H. Grieb (Hrsg.): Nürnberger Künstlerlexikon. Band 1 (A–G). Saur, München 2007, S. 1483 (online).

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