Der Chevrolet Impala ist ein Full-Size Car, das vom Automobilhersteller General Motors unter der Automobilmarke Chevrolet in den USA mit Unterbrechungen von 1958 bis 2020 in den USA gebaut wurde. Zunächst war der Impala die Luxusversion des Modells Bel Air und damit das Spitzenmodell, um ab 1959 ein eigenständiges Modell zu werden. Mit Einführung des Chevrolet Caprice im Jahr 1966 wurde er die mittlere Ausstattungsvariante. Ab 1976, nach Wegfall des Bel Air, war er bis 1985 Chevrolets günstigstes Angebot in seiner Fahrzeugklasse. Von 1994 bis 1996 und 1999 bis 2020 war der Impala wieder das Spitzenmodell.
Der Name ist auf die afrikanische Antilopenart zurückzuführen, welche sich auch im Logo einzelner Modelljahre wiederfindet.
Noch zu Beginn der Sechziger haben US-Automobilmarken üblicherweise jeweils nur ein einziges Pkw-Modell produziert, das in der Regel in drei verschiedenen Ausstattungsvarianten (Trimlevel) angeboten wurde. Als ab 1960 nach und nach kleinere PKW Einzug ins Portfolio der Hersteller hielten, wurde die traditionelle Baureihe begrifflich mit Bezeichnungen wie „Regular Size“ oder „Standard Size“ abgegrenzt, woraus sich ab Mitte der Sechziger die Klassenbezeichnung „Fullsize“ entwickelt hat. Fullsize ist ursprünglich ein traditionell, nicht technisch definierter Begriff, der bis weit in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts die traditionelle Fahrzeugplattform einer Marke weitgehend ungeachtet ihrer tatsächlichen Größe beschreibt, und der erst wesentlich später an Standardmaße und -rauminhalte geknüpft wurde.
Die Divisionen des GM-Konzerns waren entlang einer strikten vertikalen Preishierarchie organisiert, von Cadillac über Buick, Oldsmobile und Pontiac absteigend zu Chevrolet. Chevrolet war horizontal gegen die Ford Motor Company-Marke Ford sowie die Chrysler Corporation-Marke Plymouth aufgestellt – diese drei extrem stückzahlenstarken Marken bildeten das sogenannte „Low Price“-Segment, in welches zwischen 1950 und 1975 mehr als 50 % der Neuwagenverkäufe in den USA fielen. Die übrigen Divisionen haben bis in die Siebziger eine strikte Abgrenzung gegen das Low-Price-Segment aufrechterhalten, sichtbar unter anderem in der lange künstlich verzögerten V8-Einführung bei Chevrolet oder dem „Flossenverbot“ für die Low-Price-Marke. Kein Produkt der Low Priced Three wurde von Konsumenten als „gehoben“, „obere“ oder „mittel“ wahrgenommen. Hier verhält es sich ähnlich wie mit der „Fullsize“-Klasse, die als „Normalgröße“ wahrgenommen wurde: Chevrolet war – mit mehr als 50 % Anteil an der GM-Gesamtproduktion – die „normale“ Marke, Pontiac, Oldsmobile, Buick und Cadillac wurden als mögliche Steigerungen des Normalzustandes betrachtet. Insofern ist selbst die Annahme einer Mittelklasse auf dem US-Markt schon verzerrend.
Entsprechend der traditionellen Herleitung der „Fullsize“-Definition ist der Chevrolet Fullsize kleiner als die Fullsizes der gehobenen Marken. Cadillac und Buick haben die lange C-Plattform verwendet, Chevrolet und Pontiac die kürzere B-Plattform, nur Oldsmobile in der Mitte der Hierarchie hat beide Plattformen genutzt und gleichzeitig zwei Fullsizes angeboten.
Die Chevrolet-Division des GM-Konzerns hat ihren Fullsize von 1950 bis 1957 auf der A-Plattform des Konzerns gebaut, und von 1958 bis 1995 auf der B-Plattform. 1996 wurde die Plattform in GMT300 umbenannt und am Ende des Modelljahres eingestellt. Zum Modelljahr 1965 bekam die B-Plattform einen neuen Leiterrahmen, der den bisher verwendeten X-Rahmen ablöste. Gleichzeitig wurde die Plattform wesentlichen technischen Veränderungen unterzogen. Den traditionellen drei Trimleveln Biscayne, Bel Air und Impala wurde zu diesem Anlass ein Sonderausstattungspaket zur Seite gestellt, welches nur auf der viertürigen Hardtop-Limousine des Spitzen-Trimlevels Impala erhältlich war. So ausgestattete Fahrzeuge wurden als „Impala Caprice“ bezeichnet.
In den USA wird das Fahrzeug auf Grund der Gesamtlänge und des Radstandes zu den Full-Size Cars gezählt. Die durchschnittliche Ausstattung und die Marktposition der Marke Chevrolet lässt den Impala in Europa zur Mittelklasse zählen.
Impala (Serien 1700 und 1800, 1958)
mini|1958 Chevrolet Impala Heckansicht|linksDas 1958er Modelljahr sollte in seiner Form bereits im Jahr 1957 auf den Markt kommen. Da sich jedoch die Entwicklung verzögerte, startete es als 1958 Modelljahr und blieb so auch nur ein Jahr im Programm. In den vorangegangenen Modelljahren trug die Front, wie bei allen anderen Fabrikaten und Modellen auch, Einzelscheinwerfer. Mit der Vorstellung des Cadillac Eldorado Brougham führte der Hersteller 1957 Doppelscheinwerfer ein. Dafür musste jedoch das Zulassungsgesetz der USA geändert werden. Sämtliche Hersteller, einschließlich Chevrolet mit dem 1958er Modellreihen Bel Air und Bel Air Impala, folgten dem Beispiel.mini|1958 Chevrolet Impala Seitenansicht Der 1958er Chevy war deutlich größer als die vorangegangenen Jahre 1955–1957. Durch den neuen X-Traversen-Rahmen war er stabiler und hatte einen um 70 mm längeren Radstand. Er erhielt eine neue Hinterachse, eine Starrachse mit vier Lenkern und Schraubenfedern, auch die vordere Doppelquerlenker-Radaufhängung hatte Schraubenfedern. Eine Luftfederung war für 124 USD als Extra lieferbar. Der Impala war rundherum mit Trommelbremsen bestückt und nur als Hardtop-Coupé, dem die B-Säule fehlt, und Cabriolet lieferbar – beide mit fünf Sitzplätzen.
Die Motorisierung bestand aus Ottomotoren mit 3859 cm3 (235,5 in3) Hubraum und 6 Zylinder in Reihenbauart die eine Leistung von 145 SAE-HP bei 4200 min−1 boten oder V8-Motoren mit 4638 cm3 (283 in3) Hubraum und 185 bzw. 230 SAE-HP, letzterer mit einem Doppel-Register-Vergaser. Auch konnte ein 5692 cm3 (348 in3) V8 gewählt werden, welcher je nach Leistungsstufe 250 SAE-HP bei einer Verdichtung von 9,5 : 1, mit drei Doppelvergasern und einer Verdichtung von 11 : 1 bereits 280 SAE-HP oder sogar 315 SAE-HP bei 5600 min−1 bot, wobei dann bereits drehzahlfestere Ventiltriebe und eine „schärfere“ Nockenwelle verbaut war.
Als Standard wurde der Wagen mit einem handgeschalteten 3-Gang-Schaltgetriebe (auf Wunsch mit Overdrive) ausgeliefert. Eine 2-Gang-Powerglide-Automatik, zu einem Mehrpreis von 188 USD oder die 231 USD kostende 3-Gang-Turboglide-Automatik waren ebenfalls als Extra lieferbar.
Optisch unterschied sich der Impala von den Bel Air-Modellen durch mehr Chromzierat, so z. B. an den Seitenschwellern durch besonders große verchromte Blechapplikationen und den wie Heugabeln aussehenden, funktionslosen Lüftungsöffnungen vor den Hinterrädern.
Vom 1958er Modell wurden 125.480 Coupés zu einem Einstiegspreis von 2693 USD verkauft und 55.989 Cabriolets für mindestens 2841 USD.
Verfügbare Motoren zum Teil gegen Aufpreis waren: Typ Hubraum [cm3] Verdichtung Vergaser Auspuff Leistung [PS / kW] bei Drehzahl [min−1] Blue-Flame 6-Zylinder-Reihe38598,25:1RegistervergaserEinfach145 / 1074200 Turbo-Fire V-846388,5:1185 / 1364600 Super Turbo-Fire V-89,5:1Doppel-Register-VergaserEinfach230 / 1694800 Turbo-Thrust V-85692Zweifach250 / 1844400 Super-Turbo-Thrust V-8Drei-Registervergaser280 / 2064800 Special Super Turbo-Thrust V811,0:1315 / 2325600 Ram-Jet Fuel Injection V-846389,5:1EinspritzungEinfach250 / 1845000
Impala / Impala SS (Serien 1300/1400/1700/1800, 1959–1964)
1959 wurde aus dem Impala eine eigene Serie, die den Bel Air als Spitzenmodell ablöste. Im Modelljahr gab es vier Karosserievarianten, ein zweitüriges Hardtop-Sportcoupé, bei der die B-Säule fehlt und ein zweitüriges Cabriolet, dazu kamen zwei viertürige Varianten. Zum einen der Sport Sedan ohne B-Säule und mit herumgezogener Heckscheibe und zum zweiten ein Sedan mit B-Säule. Sie waren auf der GM-B-Plattform aufgebaut, hatten einen X-förmigen Rahmen mit an doppelten Querlenkern, einzeln aufgehängten Rädern vorne und einer Starrachse mit Längslenkern und Panhardstab hinten.
Mit dem Modelljahr 1959 änderten sich sämtliche Fahrzeugformen. Die opulenten Heckflossen wurden kleiner und die wuchtigen Motorhauben gingen flacher in die Kotflügel über.
Die deutlich flacheren Karosserien mit längerem Radstand hatten einen Kühlergrill mit integrierten Doppelscheinwerfern über die gesamte Fahrzeugbreite und am Heck charakteristische, als Flügel ausgebildete Heckflossen, unter denen linsenförmige Rückleuchten mit drei Kammern angeordnet waren. Der Biscayne wurde zum Einstiegsmodell und der Bel Air nahm den mittleren Platz ein. Der Impala mit Sechszylindermotor nannte sich Serie 1700, die V8-Modelle hießen Serie 1800. Außer einer viertürigen Limousine gab es ein zweitüriges Cabriolet, ein zweitüriges Hardtop-Coupé, eine viertürige Hardtop-Limousine und einen fünftürigen Kombi. Letzterer hatte sechs Sitzplätze zu bieten und sein Name Nomad wurde vom entsprechenden Bel Air-Modell übernommen.
Der 1700 hatte einen Sechszylinder-Reihenmotor mit 3859 cm³ Hubraum, der bei 4000 min−1 eine Leistung von 135 PS (99 kW) abgab. Der 1800 hatte einen V8 mit 4638 cm³ Hubraum und einer Leistung von 185 PS (136 kW) bei 4600 min−1, wahlweise gab es aber auch stärkere Motoren.
Typ Hubraum [cm3] Verdichtung Vergaser Auspuff Leistung [bhp / kW] bei Drehzahl [min−1]Blue-Flame 6-Zylinder-Reihe38598,25:1RegistervergaserEinfach135 / 994000Turbo-Fire V-846388,5:1185 / 1364600 Super Turbo-Fire V89,5:1Doppel-Register-VergaserEinfach230 / 1694800 Ram-Jet Fuel Injection V8Einspritzung250 / 184500010,5290 / 2136200 Turbo-Thrust V857039,5:1Doppel-Register-VergaserZweifach250 / 1844400 Super Turbo-Thrust V8Drei Registervergaser280 / 2064800 Special Turbo-Thrust V811,0:1Doppel-Register-Vergaser300 / 2215600 Special Super Turbo-Thrust V8Drei-Registervergaser315 / 232
1960 wurde als Sonderausstattung ein SS-Paket (Super Sport) mit mehr Zierrat angeboten. Es war zunächst nur mit dem starken 5,7-Liter-V8-Motor erhältlich. Auf Anhieb avancierte der Impala zum meistverkauften Chevrolet-Modell. Die Karosserien waren gestrafft und die linsenförmigen Rückleuchten wichen drei runden Exemplaren auf jeder Seite. Die breiten Kühllufteinlässe über dem Frontgrill, nun mit waagerechten Querstreben, entfielen. 1960 war der Impala das meistverkaufte Auto in den USA und hielt diese Position ein Jahrzehnt lang. Zwischen 1957 und 1996 wurden über 13 Millionen Impala verkauft – ein Rekord für amerikanische Full-Size-Wagen.
1961 folgte eine Modellpflege, die von den Heckflügeln nur noch Andeutungen übrig ließ. Die Motorenpalette wurde um einen V8-Motor mit 6702 cm³ Hubraum und 360 PS (265 kW) Leistung (für den Impala SS) erweitert. Auch die anderen Motoren legten an Leistung zu. Als neue Modelle kamen eine zweitürige Limousine und ein Nomad-Kombi mit neun Sitzplätzen dazu.
1962 wurde in der unteren Mittelklasse der Chevy II eingeführt, sodass die drei Modelle Biscayne, Bel Air und Impala die obere Hälfte des Chevrolet-Angebotes darstellten. Der 6,7-Liter-V8-Motor erreichte mit 409 PS (301 kW) einen neuen Spitzenwert. Der Impala SS war jetzt mit allen Motoren des „normalen“ Impala erhältlich. Die zweitürige Limousine wurde nicht mehr angeboten und die beiden Kombis hießen nun Impala Station Wagon.
1963 gab es fast nur äußerliche Veränderungen, aber die Motorleistung des 6,7-Liter-V8-Motor legt auf 425 PS (313 kW) zu und zusätzlich war ein V8 mit 6997 cm³ Hubraum und 430 PS (316 kW) erhältlich.
1964 wurden die Front mit etwas niedrigerem Kühlergrill und das Heck überarbeitet. Der Impala SS wurde als eigene Serie eingeführt und erhielt die Nummern 1300 (Sechszylinder-Motor) und 1400 (V8-Motor). Es gab ihn nur noch als zweitüriges Hardtop-Coupé und zweitüriges Cabriolet.
Der Impala (vor allem die 1963er- und 1964er-Modelle) hat in gewissen Kreisen Kultstatus erreicht, da er oftmals als Basis für den Bau eines Lowriders verwendet wird.
Impala / Impala SS (Serien 163/164/165/166/167/168, 1965–1970)
Grundlegend überarbeitet, wurde der Impala (wie auch der Biscayne und der Bel Air) im Modelljahr 1965 präsentiert.