mini|hochkant|Giuseppe Arconati Visconti Giuseppe Arconati Visconti (* 9. April 1797 in Mailand; † 11. März 1873 ebenda) war ein italienischer Politiker.

Leben Arconati Visconti stammte aus einer italienischen Adelsfamilie und trug den Titel eines Marchese.Die Urne. Jahrbuch für allgemeine Nekrologie, Band 1, 1876, S. 25 (books.google.de).Alfred von Reumont: Gino Capponi. Ein Zeit- und Lebensbild, 1880, S. 253 (books.google.de).Charles Capper: Margaret Fuller. An American Romantic Life, 2010, S. 340 (books.google.de).Meg McGavran Murray: Margaret Fuller, Wandering Pilgrim, 2010, S. 321. Er war ein Sohn des Carlo Arconati Visconti und der Teresa Trotti Bentivoglio.Pietro Verri, Alessandro Verri: Carteggio di Pietro e di Alessandro Verri, Band 11, 1940, S. 302. Teresa Trotti (1765–1805), gebildet in Philosophie und Mathematik, eine fromme adligeEleonora Rinuccini, Neri Corsini, Cristina Badon: Ti lascio con la penna, non col cuore lettere di Eleonora Rinuccini al marito Neri dei principi Corsini, 1835–1858, 2012, S. 279. Dame, hatte 1784 den Marchese Carlo Arconati Visconti geheiratet.Alessandro Manzoni, Giovanni Sforza, Giuseppe Gallavresi: Carteggio di Alessandro Manzoni, Band 1, 1912, S. 228. Dieser wurde 1765 von Joseph II. zum kaiserlichen Kammerherrn ernannt; 1776 wurde er Dekurio von Mailand. Mit seinen Mailänder Ratskollegen wurde er von den napoleonisch-französischen Invasoren nach Nizza deportiert. Der Vater starb am 25. Mai 1816 im Alter von 64 Jahren in Mailand, in der Pfarrei S. Maria alla Porta, und wurde auf dem Friedhof von Monza beigesetzt.Vincenzo Forcella: Iscrizioni delle chiese e degli altri edifici di Milano dal secolo VIII ai giorni nostri, Band 10, 1892, S. 141.

1818 heiratete Giuseppe Arconati seine Cousine Costanza Trotti Bentivoglio (1800–1871). Deren Schwester Margherita Trotti di BentivoglioCarlo Agliati: "Collegno, Giacinto Provana di", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 15. Januar 2004, übersetzt aus dem Italienischen. (Abgerufen am 6. Juli 2023.) war mit Giacinto Provana di Collegno verheiratet.

Der liberale Arconati Visconti war ein Gegner der österreichischen Herrschaft im Königreich Lombardo-Venetien. Da er 1821 an der Verschwörung gegen die Österreicher beteiligt war, war er wegen der Niederschlagung genötigt, im selben Jahr mit seiner Gattin zunächst nach Paris, dann nach Belgien zu fliehen, von wo aus er Beziehungen zu den italienischen Emigranten in der Schweiz unterhielt. Die habsburgische Justiz ging mit großer Härte gegen die Verschwörer vor: während Conte Luigi Porro Lambertenghi und dem Marchese Giuseppe Arconati die Flucht gelang, wurden Conte Federico Confalonieri, Giorgio Pallavicino sowie Conte Francesco Arese gemeinsam mit weiteren Dutzenden Patriziern inhaftiert und zum Tod verurteilt (die Urteile wurden von Kaiser Franz I. teilweise abgemildert, z. B. in Haftstrafen auf der Festung Spielberg).Gabriele B. Clemens: Geschichte des Risorgimento. Italiens Weg in die Moderne (1770–1870). 2021, S. 78. Wegen Unterstützung italienischer Freiheitsbestrebungen wurde 1823 auch der Marchese Arconati Visconti in Abwesenheit von den Österreichern zum Tod verurteilt.Mendelssohn Studien. Band 15, 2007, S. 282.Österreichischer Beobachter, Ausgabe 1, 1824, S. 123.

Im belgischen Exil wurde, unweit von Brüssel, das Schloss Gaasbeek (Gaesbeck) des Ehepaares ein wichtiger Treffpunkt für italienische politische Flüchtlinge.Waltraud Weidenbusch: Das Italienische in der Lombardei in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Schriftliche und mündliche Varietäten im Alltag. 2002, S. 211 (books.google.de). Der italienische Schriftsteller Giovanni Berchet arbeitete 1829 als Lehrer bei der Familie Arconati Visconti in Gaasbeek.Waltraud Weidenbusch: Das Italienische in der Lombardei in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Schriftliche und mündliche Varietäten im Alltag. 2002, S. 50 (books.google.de). Es gab unter den italienischen Exilanten oft Richtungsstreitigkeiten über die politische Zukunft Italiens. So war Arconatis Ehefrau Costanza eine erbitterte Rivalin von Cristina Trivulzio Belgiojoso.Gabriele B. Clemens: Geschichte des Risorgimento. Italiens Weg in die Moderne (1770–1870). 2021, S. 89 (books.google.de). Mehrmals hielt Arconati sich kurz in der Schweiz auf: 1832 in den Bädern von San Bernardino und in Cadenazzo (für ein von Giuseppe Mazzini angeregtes Flüchtlingstreffen) und 1838 in Magadino mit Giovanni Arrivabene. 1839 kehrte er nach Italien zurück.

Literatur

Giuseppe Martinola: Gli esuli italiani nel Ticino 1. 1980, S. 91, 188.

Weblinks

Eintrag in der Datenbank Senatori dell'Italia liberale beim Historischen Archiv des Italienischen Senats

Einzelnachweise

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