Meralda Elva Junior Warren (geb. 28. Juni 1959) ist eine Dichterin und Künstlerin in den Pitcairninseln, einem Britischen Überseegebiet im Pazifik. Sie arbeitet sowohl in Englisch als auch in Pitcairn-Englisch, der Kreolsprache der Insel. Ihr Buch Mi Bas Side Orn Pitcairn, welches sie zusammen mit den sechs Kindern geschrieben hat, welche auf der Insel leben, ist das erste Buch, welches sowohl in Englisch als auch in Pitkern veröffentlicht wurde. Als bildende Künstlerin arbeitet sie in polynesischer Tradition mit Tapa-Rindenbaststoff. Sie hat auch ein Kochbuch mit traditionellen Gerichten veröffentlicht.
Warren ist zudem die Krankenschwester der Insel, die einzige Polizistin, eine Radio-Funkamateurin und Mitglied des Regierungsrates des Überseegebiets.
Leben Warren wurde am 28. Juni 1959 auf Pitcairn geboren. Sie war das zweite Kind von Jacob Ralph „Chippie“ Warren (1920–2007) und Mavis Mary Brown (geb. 1936).Alan Wotherspoon: WARREN, Jayden Jacob Norfolk. Pacific Union College Pitcairn Islands Study Center. Who Are the Pitcairners? library.puc.edu Meralda ist auch die Schwester von Jay Warren (geb. 1950), des dritten Bürgermeisters von Pitcairn (2004–2007) und ehemaligen Colony’s 29th Magistrate (1991–1997). Sie ist die Cousine von Mike Warren (geb. 1964), des vierten Bürgermeisters (2007–2014). Ihre Familie stammt von den Meuterern der Meuterei auf der Bounty (1789) und den Tahitianern, die sich den Meuterern anschlossen und 1790 auf der Insel ansiedelten.Meralda Warren: Maimiti Haven Artworld. meraldaonpitcairn.com (persönliche Homepage).Zur Meuterei und Besiedlung: Caroline Alexander: The Bounty: The True Story of the Mutiny on the Bounty. Viking Penguin, New York 2003.Kathy Marks: Lost Paradise: From Mutiny on the Bounty to a Modern-Day Legacy of Sexual Mayhem, the Dark Secrets of Pitcairn Island Revealed. Simon and Schuster, New York: 2009: S. xiii–xvii.
Künstlerin, Dichterin, Autorin Warren ist eine Dichterin und hat zwei Bücher veröffentlicht: Mi Base side orn Pitcairn („Mein liebster Platz auf Pitcairn“) Government of the Pitcairn Islands online portal. government.pn.Bounty-Pitcairn Conference 2012. bpc.com. und das Kochbuch Taste of Pitcairn, mit Kochrezepten und Gedichten in Pitkern und Englisch.
2007 belebte Warren die Tradition der Kunst auf Tapa-Rindenbaststoff neu. Dazu werden in der polynesischen Kultur auf gewobenem Rindenbast Muster und stilisierte Bilder hergestellt. Ihre Arbeiten wurden in Museen und Galerien in Tahiti, Norfolk Island und Neuseeland ausgestellt.Meralda Warren – tapa artworks exhibition on Norfolk Island. Tattoo and Tapa. (blog) tattoo-and-tapa.blogspot.com vom 22. Juni 2011.Tim Donoghue: Pitcairn rediscovers Tapa cloth making. In: The Dominion Post. Neuseeland, stuff.co.nz vom 31. Mai 2011. 2011 gehörte sie zu den sieben Künstlern, welche eine Commonwealth Connections International Arts Residency gewonnen haben, wodurch sie ein Stipendium von £8.000 erhielt, welches es ihr ermöglichte mit anderen Künstlern in Neuseeland zu arbeiten. Sie ist die erste Stipendiatin von den Pitcairn-Inseln.
Pitcairn hat nur eine kleine Bevölkerung. Die 48 Einwohner der Insel übernehmen oft mehrere Aufgaben in der Gemeinschaft.Kathy Marks: Lost Paradise: From Mutiny on the Bounty to a Modern-Day Legacy of Sexual Mayhem, the Dark Secrets of Pitcairn Island Revealed. Simon and Schuster, New York 2009: S. 31 Warren beschreibt ihre vielen Aufgaben auf ihrer persönlichen Homepage:
Ab 1996 diente Warren als Polizistin. Da jedoch seit den 1950ern auf der Insel niemand mehr inhaftiert worden ist, waren ihre Aufgaben eher das Ausstellen der Führerscheine und das Abstempeln der Pässe von Besuchern.Kathy Marks: Lost Paradise: From Mutiny on the Bounty to a Modern-Day Legacy of Sexual Mayhem, the Dark Secrets of Pitcairn Island Revealed. Simon and Schuster, New York: 2009: S. 30–31. Warren hatte keine Ausbildung als Polizistin und erhielt den Job, weil jeder auf der Insel bereits einen Job hatte. Das Gefängnis der Insel wurde beschrieben „von der Größe einer Gartenlaube und zerfressen von Termiten“ („the size of a garden shed and riddled with termites“) und die Gefängniszellen waren als Lager zur Aufbewahrung von Baumaterial und Rettungswesten genutzt.Kathy Marks: Lost Paradise: From Mutiny on the Bounty to a Modern-Day Legacy of Sexual Mayhem, the Dark Secrets of Pitcairn Island Revealed. Simon and Schuster, New York: 2009: S. 31. Als die Insel international in die Schlagzeilen geriet aufgrund eines Missbrauchsskandals, kritisierte ein abgesandter Strafverfolgungsbeamter die Praxis vor Ort:
Warren wurde am 15. Dezember 2004 in den Inselrat gewählt. Als Radio-Sprecherin sendet sie unter dem Code VP6MW.
Missbrauchsprozess von Pitcairn 2004
Warren war eine ausgesprochene Kritikerin gegenüber den Anschuldigungen, die Mädchen der Insel seien in jungen Jahren sexuell missbraucht worden, und gegenüber der strafrechtlichen Verfolgung einer Anzahl männlicher Bewohner von Pitcairn. Sie behauptete, dass junge Mädchen auf Pitcairn üblicherweise nach dem 12. Lebensjahr sexuell aktiv würden, eine Praxis des Sex mit Minderjährigen, die seit der Besiedlung der Insel im Jahr 1790 als polynesische Tradition akzeptiert worden sei. Eine Bewohnerin, Olive Christian, sagte über ihre Kindheit:
Viele Männer von Pitcairn Island beschuldigten die britische Polizei, Frauen dazu überredet zu haben, Anzeige zu erstatten. Einige der Frauen stimmten zu und vertraten eine Verschwörungstheorie, wonach der Prozess, in Warrens Worten,
Eine Mehrheit der Inselbewohner bestritt die Vorwürfe oder entschuldigte sie.Kathy Marks: Lost Paradise: From Mutiny on the Bounty to a Modern-Day Legacy of Sexual Mayhem, the Dark Secrets of Pitcairn Island Revealed. Simon and Schuster, New York: 2009: S. 85. Während des Prozesses verteilte Warren ein Gedicht mit dem Titel „Ist Sieben eine Glückszahl?“ („Is Seven a Lucky Number?“), welches die britische Regierung und die Versuche der Anwälte kritisierte, britisches Recht gegen die Traditionen ihrer Insel durchzusetzen.
Im weiteren Verlauf des Falles reflektierte Warren, dass Ihr Bruder, Jay Warren, der wegen „unsittlicher Körperverletzung“ (indecent assault) angeklagt war, war der einzige von den sieben Angeklagten, der am 24. Oktober 2004 freigesprochen wurde.David Fickling: Six found guilty in Pitcairn sex offences trial. In: The Guardian. 25. Oktober 2004 (theguardian.com).
Warren selbst wurde wegen Körperverletzung während einer Auseinandersetzung mit einem anderen Bewohner unter Alkoholeinfluss verurteilt, als die beiden wegen der Konflikte in diesem Skandal verärgert waren. Der Fall wurde von einem Staatsanwalt der Krone (Crown prosecutor) verfolgt und von einem neuseeländischen Richter verhandelt. Warren wurde mit einer Geldstrafe von 60 NZ$ belegt. Die Strafverfolgung kostete die britische Regierung 40.000 NZ$.Kathy Marks: Lost Paradise: From Mutiny on the Bounty to a Modern-Day Legacy of Sexual Mayhem, the Dark Secrets of Pitcairn Island Revealed. Simon and Schuster, New York: 2009: S. 179.
Werke A Taste of Pitcairn: The First Pitcairn Island Cookbook. Selbstverlag, Pitcairn Island 1986, und aktualisierte Ausgabe Pitcairn Books, Christchurch, N.Z. 2010, . Mi Base side orn Pitcairn. (“My Favourite Place on Pitcairn”) 2008 (Pitcairn Island Books. government.pn).
Weblinks
Pacific Union Collage – Pitcairn Islands Study Centre
Einzelnachweise
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