Budy ( Jagdhaus) ist ein Dorf in der Landgemeinde (Gmina) Jastrowie im Powiat Złotowski der polnischen Woiwodschaft Großpolen.

Geographische Lage Das Kirchdorf liegt im Netzedistrikt im ehemaligen Westpreußen, an der Plitnica, etwa zwanzig Kilometer nordöstlich von Wałcz, zwölf Kilometer westsüdwestlich von Jastrowie und 14 Kilometer südöstlich von Nadarzyce.

Geschichte mini|Dorfkirche, bis 1945 Gotteshaus der katholischen Gemeinde Jagdhaus (September 2012) Die Grenzregion des Netzedistrikts, in der das Dorf liegt, hatte ursprünglich zum Herzogtum Pommern gehört, war vorübergehend unter polnische Herrschaft gelangt und dann an die Markgrafen von Brandenburg gekommen. Im Rahmen der Ersten Teilung Polen-Litauens kam das Dorf 1772 zusammen mit dem Landkreis Deutsch Krone zurück an Preußen.

Das Dorf gehörte einst zum Amt Neuhof. Ältere Ortsnamen sind Budy (1574) und Jachthus (1607), neupolnisch Myślistwo. Beide polnische Ortsbezeichnungen stimmen der Wortbedeutung nach mit der deutschen überein. Das Dorf hatte ein Privilegium von 1584.Friedrich Wilhelm Ferdinand Schmitt: Geschichte des Deutsch Croner Kreises. Lambeck, Thorn 1867, S. 220 (Google Books).

Um 1930 hatte die Gemeinde eine 13,2 km² große Gemarkungsfläche, und auf dem Gemeindegebiet befanden sich drei Wohnplätze, auf denen insgesamt 56 bewohnte Wohnhäuser standen: Forsthaus Marienbrück Jagdhaus Marienbrück

Im Jahr 1945 gehörte das Dorf Jagdhaus zum Landkreis Deutsch Krone im Regierungsbezirk Grenzmark Posen-Westpreußen der preußischen Provinz Pommern des Deutschen Reichs. Brunk war dem Amtsbezirk Rederitz zugeordnet.

Im Februar 1945 wurde Jagdhaus von der Roten Armee besetzt. Nach Beendigung der Kampfhandlungen wurde die Region seitens der sowjetischen Besatzungsmacht zusammen mit ganz Hinterpommern und der südlichen Hälfte Ostpreußens – militärische Sperrgebiete ausgenommen – der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen. Es wanderten nun Polen zu. Jagdhaus wurde unter der polnischen Ortsbezeichnung „Budy“ verwaltet. Die einheimische Bevölkerung wurde von der polnischen Administration aus Jagdhaus vertrieben.

Demographie

+ Bevölkerungsentwicklung bis 1945 Jahr Einwohner Anmerkungen 1783 – königliches Dorf, Vorwerk und Wassermühle mit einer katholischen Filialkirche von Zippnow, 31 Feuerstellen (Haushaltungen), im Netzedistrikt, Kreis KroneJohann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Zweiter Theil welcher die Topographie von West-Preussen enthält. Anhang (mit neu beginnender Seitenzählung): Volständige Topographie vom West-Preußischen Cammer-Departement, Marienwerder 1789, S. 85 (Google Books). 1818 163 königliches Dorf, Amt Schrotz DorfAlexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats. Band 2: G–Ko, Halle 1821, S. 237 (Google Books). 1852 434 Topographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats (Kraatz, Hrsg.). Berlin 1856, S. 256 (Google Books). 1864 517 davon 454 Evangelische und 59 KatholikenE. Jacobson: Topographisch-statistisches Handbuch für den Regierungsbezirk Marienwerder. Danzig 1868. Ortschaft-Verzeichnis des Regierungsbezirks Marienwerder, S. 58–59, Ziffer 100 (Google Books). 1910 382 am 1. Dezember, darunter 308 Evangelische und 74 Katholiken, eine Person mit polnischer MutterspracheKöniglich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon der Regierungsbezirke Allenstein, Danzig, Marienwerder, Posen, Bromberg und Oppeln. Auf Grund der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und anderer amtlicher Quellen. Berlin 1912, Heft III: Regierungsbezirk Marienwerder, 3. Kreis Deutsch Krone, S. 12–13, Ziffer 36 (Google Books). 1925 403 darunter 307 Evangelische und 96 KatholikenDie Gemeinde Jagdhaus im ehemaligen Kreis Deutsch Krone in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011). 1933 384 1939 340

Kirche Die Protestanten der bis 1945 anwesenden Dorfbevölkerung gehörten zum evangelischen Kirchspiel Zippnow.Agathon Harnoch: Chronik und Statistik der evangelischen Kirchen in den Provinzen Ost- und Westpreußen, Neidenburg 1890, S. 473–474 (Google Books).

Literatur Jagdhaus, Dorf, Kreis Deutsch Krone, Regierungsbezirk Marienwerder, Provinz Westpreußen. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Jagdhaus (meyersgaz.org). Friedrich Wilhelm Ferdinand Schmitt: Geschichte des Deutsch Croner Kreises. Lambeck, Thorn 1867, S. 220 (Google Books). Agathon Harnoch: Chronik und Statistik der evangelischen Kirchen in den Provinzen Ost- und Westpreußen, Neidenburg 1890, S. 466–467 (Google Books).

Weblinks

Die Gemeinde Jagdhaus im ehemaligen Kreis Deutsch Krone in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011). Amtsbezirk Briesenitz (Territorial.de)

Einzelnachweise

Kategorie:Ort der Woiwodschaft Großpolen Kategorie:Gmina Jastrowie