Juliana von Oldenburg-Delmenhorst (* 2. Juli 1615 in Delmenhorst; † 16. Mai 1691 in Weiltingen) war als Witwe von Herzog Manfred von Württemberg-Weiltingen von 1662 bis 1679 Regentin des kleinen Herzogtums.
Leben Juliana war eine Tochter des Grafen von Delmenhorst, Anton II. von Oldenburg, und dessen Ehefrau Sibylla Elisabeth von Braunschweig-Dannenberg. Einen Teil ihrer Jugend verbrachte Juliana am Hof des Braunschweiger Welfen-Herzogs August des Jüngeren. In seinem Schloss in Wolfenbüttel erlangte sie offenbar einen hohen Grad an Bildung und Kunstsinn.Harald Schukraft: Kleine Geschichte des Hauses Württemberg. Stuttgart 1997, S. 132
Sie verlobte sich am 16. Juli 1652 mit ihrem elf Jahre jüngeren zukünftigen Gemahl Manfred aus der Weiltinger Nebenlinie des Hauses Württemberg. Die Hochzeit fand am 30. Oktober 1652 am Hof in Wolfenbüttel statt. Als ihr Gatte 1662 starb, übernahm sie im Alter von 46 Jahren vormundschaftlich für ihren ältesten Sohn Friedrich Ferdinand bis 1679 die Regierung der kleinen Nebenlinie des Herzogtums Württemberg. Trotz der begrenzten Ressourcen ihres kleinen Territoriums war das Hofleben in Weitlingen auf einen hohen intellektuellen und kulturellen Niveau.Harald Schukraft: Die Seitenlinie Weiltingen (1617–1705). In: Das Haus Württemberg. Ein biographisches Lexikon. Stuttgart 1997, S. 189. Sie arbeitete eng mit dem aus Ulm stammenden Hofprediger Tobias Nißlen (1636–1710) zusammen, der auch der Erzieher ihrer Söhne war. Herzogin Juliana blieb als große Wohltäterin und fromme Landesmutter ihrer Herrschaften in Weiltingen und Brenz in Erinnerung.Gerhard Raff: Hie gut Wirtemberg allewege II. 1993, S. 696.
Ihre letzte Ruhe fand Herzogin Juliana am 17. Mai 1691 in der von ihr in Auftrag gegebenen Gruft in der St.-Peters-Kirche in Weiltingen,Gerhard Raff: Hie gut Wirtemberg allewege II. 1993, S. 694. an deren heutigem Erscheinungsbild sie durch die von ihr veranlassten Umbauarbeiten von 1675 bis 1685 wesentlichen Anteil hat.
Nachkommen Aus der Ehe mit Manfred von Württemberg-Weiltingen gingen folgende Söhne hervor: Friedrich Ferdinand (1654–1705), ⚭ Elisabeth von Württemberg-Mömpelgard (1665–1726), Tochter von Herzog Georg II. von Württemberg-Mömpelgard August (1656–1689) Manfred (1658–1688)
Literatur Gerhard Raff: Hie gut Wirtemberg allewege II. Das Haus Württemberg von Herzog Friedrich I. bis Herzog Eberhard III. Mit den Linien Stuttgart, Mömpelgard, Weiltingen, Neuenbürg, Neuenstadt am Kocher und Oels in Schlesien, Hohenheim-Verlag, Degerloch 1993, ISBN 3-89850-108-6, S. 694 ff. Sönke Lorenz, Dieter Mertens, Volker Press (Hrsg.): Das Haus Württemberg. Ein biographisches Lexikon. Stuttgart 1997, ISBN 3-17-013605-4, S. 197. Harald Schukraft: Kleine Geschichte des Hauses Württemberg. Silberburg-Verlag, Tübingen 2006, ISBN 3-87407-725-X, S. 131 ff.
Siehe auch Linie Weiltingen des Hauses Württemberg
Einzelnachweise
Kategorie:Familienmitglied des Hauses Oldenburg (Gräfliche Linie) ⚭Juliana #OldenburgDelmenhorst Kategorie:Herzogin (Württemberg) Kategorie:Regent Kategorie:Geboren 1615 Kategorie:Gestorben 1691 Kategorie:Frau