mini|200px|Gedenkstein am ehemaligen Sitz der Kantōkan Akademie mini|200px|Goldsiegel für den König von Na (Fukuoka City Museum) mini|200px|Kameis Grabstätte im Jōman-Temple (Kulturgut der Stadt Fukuoka) Kamei Nanmei (jap. ; * 12. Oktober 1743 im Dorf Meinohama (Distrikt Sawara, Provinz Chikuzen, heute Präfektur Fukuoka); † 21. April 1814 in Momochi, heute Teil der Stadt Fukuoka)jap. Kalender: *Kanpō 2/8/25, †Bunka 11/3/2 war ein konfuzianischer Gelehrter und Arzt in der Domäne Fukuoka, der die nach ihm benannte Kimongaku () begründete.Hauptquelle für seinen Lebenslauf sind Kawamura (2013) und Yoshida (2009).
Leben Kamei Nanmei war der älteste Sohn von Kamei Chōin, der als Arzt im Dorf Meinohama (Distrikt Sawara, Provinz Chikuzen) praktizierte. Als junger Mann lernte er in Hasuike (heute Teil der Stadt Saga) bei Ōshio Genkō (), einem Mönch der buddhistischen Ōbaku-Schule, zog dann aber nach Kyōto, wo er bei den berühmten Ärzten Yoshimasu Tōdō ()Yoshida (2000) und Nagatomi Dokushōan () Medizin studierte. Als Konfuzianer stand er dem Denken von Ogyū Sorai () nahe, in der Medizin zählt er zur „Schule der alten Praxis“ (koihōha )Yoshida (1999). Nagatomi war von Kameis Brillanz so beeindruckt, dass er ihn mit einem Vorwort zu seiner Schrift Man'yu Zakki () betraute. Auch seine in chinesischer Schriftsprache verfasste Poesie trug zur Verbreitung seines Namens bei. Zusammen mit dem „Holland-Gelehrten“ Koishi Genshun () und dem Konfuzianer Oda Kyōshu () zählt er zu den „Drei Großen Schülern Dokushōans“.
Zurück in seiner Heimat eröffnete Kamei im Jahre 1764 (Meiwa 1) eine kleine Privatschule Hieikan () in Fukuoka. In den folgenden Jahren unternahm er, teils zusammen Schülern, Bildungsreisen nach Nagasaki, Kumamoto und Kyōto. Als sein Lehrer Nagatomi im 1766 starb, übernahm er die Erziehung des neunjährigen Sohnes. 1772 heiratete er, ein Jahr später wurde sein Sohn Shōyō () geboren. 1778 (An’ei 7) stellte ihn der Fürst Kuroda Haruyuki(, 1753–1781) als konfuzianischen Arzt ein. 1784 (Tenmei 4) wurde er gemäß einer testamentarischen Anweisung des 1781 jung verstorbenen Haruyuki zum Leiter einer neuen Akademie namens Kantōkan ().
Im selben Jahr fand man auf der nahe gelegenen kleinen Insel Shikanoshima ein chinesisches Goldsiegel mit den Schriftzeichen für „König von Na des Staates Wa, (Vasall?) der Han“ (), seit 1931 ein Nationaler Schatz Japans. In einem Zertifikat „Erklärung des Goldsiegels“ (Kin’in-ben ) ordnete Kamei diesen sensationellen Fund einer Stelle im Buch der Späteren Han (Hou Hanshu) zu. Dieser chinesischen Chronik zufolge erhielt im Jahre 57 n. u. Z. eine Gesandtschaft aus Na im Staat Wa (Japan) vom Han-Kaiser Guangwu () ein Siegel. Kamei machte das Goldsiegel unter Gelehrten im ganzen Lande bekannt und stimulierte weitere Forschungen. Takeda Tadayoshi (, 1738–1798), ein mit Kamei heftig konkurrierender Anhänger des Neokonfuzianismus von Zhu Xi (jap. Shuki) und Leiter der zweiten Akademie des Fukuoka Clans Shūyūkan (Heute die Fukuoka Prefectural Shuyukan High School), verfasste ebenfalls einen „Kommentar zum Goldsiegel“ (Kin’in-gi ), der allerdings den Erklärungen Kameis inhaltlich nichts hinzuzufügen hatte.
Im Jahre 1790 (Kansei 2) gründete die Zentralregierung in Edo eine ihr unterstellte Akademie (Gakumonsho ). Diese verbot alle Lehrrichtungen mit Ausnahme der Lehren des Zhu Xi. Diese Anweisung galt auch für die von den Domänen betriebenen Akademien des Landes. Nach heftigen Angriffen der nunmehr systemtragenden Shūyūkan-Akademie wurde Kamei die Leitung der Kantōkan-Akademie entzogen und er wurde unter Hausarrest gestellt. 1798 brannte das Gebäude nieder. Die Lehrer wurden entlassen und die Schüler an Takedas Akademie versetzt. Später eröffnete Kameis Sohn Shōyō eine Privatschule, an der auch der Vater wieder lehrte. Diese zog Schüler aus ganz Japan an und bildete einige wichtige Talente wie Inamura Sanpaku (), Hirose Tansō (), Hirose Gyokusō (), Honjō Taika () aus. Kamei Nanmei starb 1814 bei einem Brand in seinem Haus, der Überlieferung nach aufrecht in formeller Sitzhaltung.
Schriften Ōōyokyō. 1764 () Byōinkō bikō, 1778 () Nanmei mondō. Vorwort 1779 ()Kawamura (2013), S. 184 Kokinsai iroha uta ()Kawamura (2013), S. 187 Rongo Goyū, 1806 ()Kawamura (2013), S. 199 Kamei Nanmei Shōyō Zenshū Publication Group (ed.): Kamei Kamei Nanmei Shōyō Zenshū. 9 Vols., Fukuoka: Ashi Shobō, 1978–1981 ().
Anmerkungen, Belege
Literatur Abe Ryūichi: Kamei Nanmei Shōyō chosaku shoshi. Bulletin of the Shidō Bunko Institute, No.16 (1979), S. 1–124 () Digitalisat Kawamura Keiichi: Kamei Nanmei shōden. Fukuoka: Karansha, 2013 (), ISBN 978-4-905327-28-8 Urabe Noboru: Ishin hiwa Fukuoka. Fukuoka: Karansha, 2020 (), ISBN 978-4-910038-15-5 Yoshida Yōichi: Kamei Nanmei no igakushisō. Yōgaku, Vol. 8 (1999), S. 1–21 () Yoshida Yōichi: Kamei Nanmei to Yoshimasu Tōdō – Nihon kinsei igaku shōshi. Nihongaku Kenkyū, Vol. 3 (2000), S. 342–354 () Yoshida Yōichi: Kamei Nanmei nenpukō. Hikakubunka Kenkyū, Vol. 42 (2009), S. 1–24 ()
Kategorie:Konfuzianischer Philosoph Mediziner (18. Jahrhundert) Mediziner (19. Jahrhundert) Kategorie:Japaner Kategorie:Geboren 1743 Kategorie:Gestorben 1814 Kategorie:Mann