Der Dachsbach ist ein Bach auf der Hochfläche des Mainhardter Waldes, der längstenteils an der Grenze der Landkreise Heilbronn und Schwäbisch Hall im nordöstlichen Baden-Württemberg fließt. Nach über 4 km langem Lauf etwa nach Süden mündet er nach Passieren des Dorfes Finsterrot der Gemeinde Wüstenrot von links in die obere Fichtenberger Rot.
Ebenfalls Dachsbach genannt wird ein mit etwa 1 km merklich kürzerer linker Zufluss des Dachsbach-Hauptstrangs an dessen Unterlauf zwischen Wüstenrot und dessen ehemaliger Mühle.
Geographie Quelle und Verlauf Der Dachsbach entsteht dicht am Nordrand des Mainhardter Waldes im Ortsbereich von Wüstenrot-Neuhütten auf einer Wiese am Ostfuß des Steinknickles. Von hier quert er zunächst verdolt das Dorf an einer Engstelle der Bebauung in Richtung Osten. Wo er nach 150 Metern die Öhringer Straße (L 1090) bei der Einmündung der Seitenstraße „In der Hohl“ kreuzt, ist im Straßenverlauf schon eine kleine Geländewelle zu bemerken. Nach einem Viertelkilometer läuft er offen, verlässt dann das Weichbild des Dorfes und zieht fast baum- und strauchlos in sehr geradem Graben durch eine flache Wiesenmulde. Drei Viertelkilometern später erfährt er den ersten spärlichen Zufluss von links aus einem Graben von der Schule an der Nordspitze des Dorfes her, ab hier dreht er langsam nach Südosten. Etwa einen Kilometer bachabwärts ergießt sich das erste bedeutendere Gewässer in ihn, der dem Rehsee entfließende Rehgraben. Der vereinte Bach fließt von nun an beständig in südliche Richtungen, zunächst am Ostrand des Dorfes, dem auf der anderen Seite der Talmulde bald der Plapphof gegenüberliegt.
Zwischen Plapphof und Lauxenhof im Westen hat sich die Talmulde etwas stärker eingetieft. Von Westen her erreicht den Dachsbach dort der fast ebenso lange Kühhofer Graben vom Waldsportplatz im Westen. Danach passiert er die Kläranlage des Dorfes und tritt unterhalb in ein altes Seebett ein, das heute nur mehr eine baumbestandene und sumpfige Niederung ist, die zu den Lauxenseen gerechnet wird. Ab hier bis zu seiner Unterquerung der B 39 läuft der Dachsbach am Westrand des großen Waldgebietes, das ebenfalls Dachsbach heißt. Die Gemeindegrenze von Mainhardt stößt im Seebereich, einem kleinen Waldzufluss aus dem Osten folgend, auf den Dachsbachlauf und zieht sich dann fast ebenso weit im Uferbereich nach Süden. Gleich nach dem Damm des abgelassenen Sees fließt von rechts ein weiterer Seitenbach zu, der wenige Meter zuvor den größten und langgestreckten letzten der drei anderen Lauxenseen durchlaufen hat.
Nachdem er wenig talabwärts die etwa 200 m lange Schilfzone vor diesem durchzogen hat, fließt der Dachsbach etwa zweieinhalb Kilometer unterhalb seiner Quelle in den großen Finsterroter See ein, an dessen Westufer, gleich nach dem Zulauf eines kleinen Seitenbaches vom Gewann Ochsenmarkt her, im Sommer Badebetrieb herrscht. Am Seeende zieht sich die Wüstenroter Ortschaft Finsterrot den rechten Hügel herab, von dort kommend durcheilt die B 39 das Tal, rechts begleitet von einem Nebental mit einer kleinen Seenkette. Mit diesem Zufluss jenseits der B 39 vereint, passiert der Dachsbach sogleich vor dessen Damm einen weiteren See von der Größe des Finsterroter Sees am linken Ufer. Südlich-parallel zur einzigen Siedlungsstraße Auf dem Berg des Finsterroter Dörfles zieht ein weiterer kurzer Zulauf von rechts zum See.
Einen bedeutenderen Zufluss erfährt der Dachsbach jedoch am Ende des Sees von der linken Seite. Dieses knapp zwei Kilometer lange, gleichfalls Dachsbach genanntes Gewässer entsteht in der Mitte des Waldgebietes Dachsbach und läuft wie der Hauptbach im Wesentlichen südwärts. An der Nordostspitze des Sees speist er diesen durch den Damm, worauf sein eigener Durchfluss stark abfällt. Erst mit dem Zufluss des halb so langen Neubruchbachs von Osten längs der östlichen Talsteige der B 39 führt er wieder mehr Wasser, kurz vor der Einmündung in den längeren Dachsbach kommt noch der Abfluss des Sees hinzu.
Nach weniger als 200 Metern Lauf durch einen kleinen Auenwald passiert der durch seinen Namensbruder verstärkte Dachsbach die frühere Mühle von Finsterrot. Dort quert ihn eine niederrangige Straße. Von nun an fließt er teils durch die Auenwiese Herrenwiese, häufiger an deren Ostrand zum sich den linken Talhang bis zur Aue herabziehenden Wald mehr oder weniger geschlungen weiter in Richtung Süden und tritt dabei bald ins Naturschutzgebiet Wiesen im Rot- und Dachsbachtal bei Finsterrot ein. Nach einem Doppel-Mäander in der Wiese mündet aus der bewaldeten Glasklinge ein letzter Bach von etwa einem Kilometer Länge aus dem Nordosten zu.
Schließlich fließt der Dachsbachs selbst 150 Meter weiter und eben noch im Naturschutzgebiet von links und auf in die obere Fichtenberger Rot ein, die dort von Westen kommt und an der Einmündung des Dachsbachs nach Südosten abknickt.
Der Dachsbach mündet nach 4,3 km langem Lauf mit mittlerem Sohlgefälle von etwa 11 ‰ rund 47 Höhenmeter unterhalb seines Ursprungs am Steinknickle. mini|Wanderweg mit linksseits dem trockengefallenen oberen Teil des Mühlkanal zur Großerlacher Schlossmühle Ein Vergleich mit einer älteren topographischen Karte aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zeigt, dass der Dachsbachs damals in einen wenig oberhalb linksseits von der Fichtenberger Rot abgegangenen Mühlkanal einfloss, der zur fast einen Kilometer weiter abwärts linksseits der Rot stehenden Großerlacher Schlossmühle führt und dort in die Rot zurückfließt, heute aber an seinem Oberlauf trocken liegt.
Einzugsgebiet Der Dachsbach hat ein 6,2 km² großes Einzugsgebiet, das naturräumlich im Hinteren Mainhardter Wald liegt, einem Teil der Unterraums Mainhardter Wald der Schwäbisch-Fränkischen Waldberge. Die zwei höchsten Punkte liegen am Nordrand auf zwei Hochebenenkuppen, beim Turm auf dem Steinknickle () am nordwestlichen und beim Wasserreservoir nahe dem Blindenmannshäusle () am nordöstlichen Eck des Einzugsgebiets.
Auf rund einem Drittel des Einzugsgebietes steht Wald, weit überwiegend linksseits des Mittel- und Unterlauf des längeren, rechten Dachsbachs, wo im großen geschlossenen Waldgebiet Dachsbach der kürzere Dachsbach entsteht. Im offenen Teil des Einzugsgebietes liegen weit überwiegend Wiesen und Weiden und nur wenige Äcker. Vom Einzugsgebiet gehört etwa ein gutes Drittel im Osten zur Teilgemarkung Ammertsweiler der Gemeinde Mainhardt, ein Fünftel im Südwesten zur Teilgemarkung Finsterrot der Gemeinde Wüstenrot und der Rest zu deren Teilgemarkung Neuhütten im Nordwesten. Im Ammertsweiler Teil liegt nur ein kleiner Randstreifen des namengebenden Dorfes, dagegen liegt das Dorf Finsterrot ganz innerhalb und das Dorf Neuhütten weit überwiegend. Neben den beiden besiedlungsstärksten Orten gibt es im Wüstenroter Gebietsteil noch etliche kleinere Siedlungsplätze.
Reihum grenzen die Einzugsgebiete der folgenden Nachbargewässer an: im Nordosten nimmt der Oberlauf der zum unteren Kocher fließenden Brettach zahlreiche Zuflüsse von der Wasserscheide her auf, vom Rappenbach über den Bach aus der Mollenklinge, das Streubächle, das Lumpenlochbächle bis hinauf zu den zwei Oberläufen des Bachs, der zuletzt in der Lohklinge verläuft; im Südosten konkurrieren der Altersbach und der verbliebene Rest des Mühlkanals zur Schloßmühle flussabwärts des Dachsbachs nunmehr zur Fichtenberger Rot, die viel weiter aufwärts den Kocher speist; im Südwesten vor der Dachsbach-Zumündung verläuft die Fichtenberger Rot wenig jenseits der Wasserscheide, weshalb ihr dort nur wenige kurze und anscheinend namenlose Nebengewässer von der Wasserscheide her zumünden; im Nordwesten fällt das Terrain steil ins große Waldgebiet um den oberen Bernbach ab, der zur mittleren Brettach fließt, er nimmt den Abfluss einiger nahe an der Scheide entstehender Berg- und Klingenbäche auf, des Bachs aus der Morgenklinge, des Bachs aus der Klinge Toter Mann, des Schalkbachs und des Hagenbachs.
Zuflüsse und Seen Liste der Zuflüsse und class=noviewer|10px Seen von der Quelle zur Mündung. Gewässerlänge, Seefläche, Einzugsgebiet und Höhe nach den entsprechenden Layern auf der Onlinekarte der LUBW. Andere Quellen für die Angaben sind vermerkt.Auswahl.
Ursprung des Dachsbachs auf etwa in einer Wiese am Ostfuß des Steinknickles am westlichen Ortsrand von Wüstenrot-Neuhütten zwischen dem Naturfreundeweg und dem Weg zum Steinknickle. Zunächst Ostsüdostlauf.
(Graben), von links und Norden auf etwa östlich von Neuhütten, ca. 0,3 km und über 0,2 km². Entsteht auf etwa nahe der Grundschule Neuhütten. In langen Abschnitten gerader Graben mit auch verdoltem Abschnitt und kurzen zulaufenden Gräben. class=noviewer|10px In der Nordspitze des Teileinzugsgebietes liegt auf etwa ein Teich nördlich des Sportzentrums ohne offenen Abfluss zum Graben, unter 0,1 ha. Rehgraben, von links und Nordosten auf etwa an der Dachsbachquerung der Glashüttenstraße von Neuhütten nach Wüstenrot-Plapphof, 0,6 km und ca. 0,3 km². Entsteht auf etwa wenig östlich des Rehsees.Von diesem Zufluss an fließt der Dachsberg mehr oder wenig südwärts. class=noviewer|10px Durchfließt auf etwa den Rehsee westsüdwestlich von Wüstenrot-Blindenmannshäusle, 0,3 ha. Kühhofer Graben, von rechts und Westen auf gegenüber dem Plapphof, 1,3 km und ca. 0,4 km². Entsteht auf etwa am Waldaustritt der Straße vom Waldsportplatz in Richtung Wüstenrot-Kühhof. Der Kühhofer Graben fließt anfangs nordöstlich und wendet sich dann auf ostsüdöstlichen Lauf. Neuhütter Graben, von links und Nordwesten auf etwa gegenüber dem Kühhof, 0,3 km und unter 0,1 km². Entsteht auf etwa am Ostrand von Neuhütten nahe dem Schulhaus. class=noviewer|10px Durchfließt auf etwa den nördlichen, fast verlandeten der Lauxenseen südsüdöstlich des Plapphofs, einst 1,2 ha. Lauxenbach, von rechts und Westen auf etwa hundert Meter nach dem vorigen, 0,9 km und ca. 0,4 km². Entsteht auf etwa östlich der L 1090 Neuhütte–Weihenbronn in einer feuchten Mulde in der Ochsenweide. class=noviewer|10px Durchfließt auf etwa 485– südlich bis südöstlich von Wüstenrot-Lauxenhof die dicht aufeinanderfolgenden drei westlichen der Lauxenseen, zusammen 1,0 ha. Durchfließt wenig danach und bis zum Eintritt in den Finsterroter See ein langgezogenes Feuchtgebiet, in der unteren Hälfte als Feuchtgebiet beim Finsterroter See unter Naturdenkmalschutz stehend, 2,9 ha. class=noviewer|10px Durchfließt auf den Finsterroter See, 2,0 ha. (Bach vom Gewann Ochsenmarkt her), von rechts und Westnordwesten in den obersten Teil des vorigen, 0,7 km und ca. 0,3 km². Entsteht auf etwa in der Wiesenflur nördlich des Nordwestendes von Wüstenrot-Finsterrot. class=noviewer|10px Durchfließt auf etwa nördlich von Finsterrot den Neuen See, 0,5 ha. (Bach in der Steigenklinge der B 39), von rechts und Westnordwesten auf etwa am Südostrand von Finsterrot neben der Bundesstraße, 0,7 km und über 0,2 km². Entsteht auf etwa an der Dörflestraße von Finsterrot nach Wüstenrot-Dörfle. class=noviewer|10px Durchfließt auf etwa 475– fünf Teiche neben der Bundesstraße, zusammen etwa 0,7 ha. (Bach aus dem Gewann Ströbele), von rechts und Westen auf etwa am Ostrand von Finsterrot-Berg gegenüber dem folgenden, ca. 0,7 km und über 0,2 km². Entsteht auf etwa nei Finsterrot-Dörfle. class=noviewer|10px Durchfließt auf etwa 480– eine Reihe von Teichen, zusammen ca. 0,7 ha. class=noviewer|10px Eng im Mündungsdreieck mit dem folgenden und im Norden von der Bundesstraße begrenzt liegt auf ein dammumgebener See, 2,1 ha. Er wird an seiner Nordostecke unter dem Seedamm hindurch von einem Abzweig des folgenden gespeist, dessen weiterer Lauf nach diesem Abzweig deutlich weniger Wasser führt. Dachsbach, von links und Nordnordosten auf etwa am Seeende, 1,6 km und ca. 1,3 km². Entsteht auf etwa im Wald Dachsbach. Der Bach fließt anfangs südsüdostwärts und bald am Rand einer Flurbucht.