mini|Traugott Leuckart von Weißdorf Louis Friedrich Traugott Leuckart, seit 1879 Leuckart von Weißdorf (* 3. November 1857 in Dresden; † 26. Februar 1933 auf Weißdorf) war ein königlich sächsischer General der Kavallerie.

Leben Herkunft Traugott war ein Sohn des Amtsrates und Herrn auf Weißdorf Louis Leuckart (1812–1876) und dessen Ehefrau Natalie, geborene Timmich (1846–1909). Sie war nach dem Tod ihres Ehemanns gemeinsam mit den drei Söhnen Traugott, Wilhelm und Friedrich am 24. Juli 1879 mit dem Prädikat „von Weißdorf“ in den erblichen bayerischen Freiherrnstand erhoben worden.

Karriere mini|Traugott Leuckart von Weißdorf als Generalstabsoffizier in jüngeren Jahren Leuckart besuchte ab Ostern 1867 das Vitzthumsche Gymnasium in Dresden und legte Ostern 1876 seine Reifeprüfung ab. Er studierte darauf drei Semester Rechts- und Staatswissenschaften an der Universität Leipzig und trat am 1. Oktober 1877 als Einjährig-Freiwilliger in das 2. Husaren-Regiment „Kronprinz Friedrich Wilhelm des Deutschen Reiches und von Preußen“ Nr. 19 der Sächsischen Armee ein. Bald nach Dienstantritt folgte der Entschluss, aktiver Offizier zu werden. Er avancierte bis Ende September 1878 zum Sekondeleutnant und diente ab 1881 als Regimentsadjutant, woraufhin in dieser Position ihn am 17. Juli 1884 seine Beförderung zum Oberleutnant erreichte. Ab Oktober 1885 absolvierte Leuckart zur weiteren Ausbildung für drei Jahre die Preußische Kriegsakademie in Berlin. Er avancierte im Herbst 1890 zum Rittmeister, war für kurze Zeit Adjutant der 3. Kavallerie-Brigade Nr. 32 und kam am 27. März 1892 in den Generalstab nach Dresden. Daran schloss sich eine Kommandierung zum Großen Generalstab der Preußische Armee in Berlin an. 1893 wurde er zum Generalstab der 2. Division Nr. 24 nach Leipzig und von dort 1896 als Eskadronchef in das Garde-Reiter-Regiment (1. Schweres Regiment) versetzt.

Nach Beförderung zum Major im Jahre 1899 wurde er in das Kriegsministerium versetzt. Am 9. Juli 1902 erhielt er die Erlaubnis zur Annahme des Komturkreuzes des Franz-Joseph-Ordens. Am 25. November desselben Jahres wurde ihm das Dienstauszeichnungskreuz verliehen. 1903 wurde er zum Stab des Garde-Reiter-Regiments versetzt und 1904 seine Beförderung zum Oberstleutnant erfolgte. Unter gleichzeitiger Ernennung zum Chef des Stabes des XIX. (II. Königlich Sächsisches) Armee-Korps erhielt er am 20. März 1905 die Erlaubnis zur Annahme des Ehrenkreuzes des Ordens der Württembergischen Krone und am 31. Mai 1907 die Beförderung zum Oberst. Im selben Jahre wurde er am 1. Oktober Kommandeur des Garde-Reiter-Regiments. Ab dem 1. Oktober 1910 war Leuckart mit der Führung der neu errichtenden 4. Kavallerie-Brigade Nr. 40 in Chemnitz beauftragt und am 21. April 1911 wurde er Generalmajor und Kommandeur dieser Brigade. Am 22. Dezember 1911 wurde er als Nachfolger des unerwartet verstorbenen Generalmajors Hermann von Salza und Lichtenau zum Militärbevollmächtigten und stellvertretenden Bevollmächtigten zum Bundesrat in Berlin ernannt. 1913 wurde er General á la suite des sächsischen Königs und am 3. Februar 1914 zum Generalleutnant befördert. Der Redakteur der Leipziger Volkszeitung, Hermann Liebmann, wurde im März 1914 aufgrund einer Kritisierung einer Erklärung des Generals bezüglich des Protestes der Leipziger Lehrer gegen den Major z. D. Hans Meißner zu einer Geldstrafe von 50 Mark verurteilt.

Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges war er ab dem 5. August 1914 als Militärbevollmächtigter im Großen Hauptquartier und erhielt am 22. Dezember 1914 die Erlaubnis zur Annahme des Bayerischen Militärverdienstorden 2. Klasse mit Stern und Schwertern. Am 14. Februar 1917 wurde er zum Kommandeur der 23. Reserve-Division (1. Königlich Sächsische) und zum Generaladjutant von König Friedrich August III. ernannt. Für sein Wirken an der Westfront erhielt Leuckart am 13. Juni 1917 das Ritterkreuz des Militär-St.-Heinrichs-Ordens. Nach einer kurzen Verwendung mit seiner Division an der Ostfront kehrte er am Mitte März 1918 an die Westfront zurück, wurde am 26. März von seinem Posten enthoben und zum Militärgouverneur der Provinz Lüttich ernannt. Nach Kriegsende wurde seine Mobilmachungsbestimmung am 28. November desselben Jahres aufgehoben und Leuckar am 14. Januar 1919 zur Disposition gestellt. Am 14. August 1919 erhielt er noch den Charakter als General der Kavallerie.

Er verstarb auf seiner Besitzung in Weißdorf in Franken.

Familie Er heiratete am 20. September 1885 in Schnega Elsa Freiin Grote (* 1864) aus dem Hause Schnega. Sie war Enkelin des Reichstagsabgeordneten Otto von Grote. Aus der Ehe gingen die drei Söhne Hans (1886–1915), Traugott (* 1899) und Werner (* 1906) hervor.

Literatur Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser. 1921. Einundsiebzigster Jahrgang, Gotha 1920, S. 528–529. Börries, von Münchhausen: Das Königlich Sächsische Garde-Reiter-Regiment von 1880 bis 1918. Baensch Stiftung, Dresden 1926, S. 384–385. (Digitalisat)

Einzelnachweise

Kategorie:General der Kavallerie (Sachsen) Kategorie:Befehlshaber im Ersten Weltkrieg (Deutsches Reich) Kategorie:Absolvent der Preußischen Kriegsakademie Kategorie:Ritter des Militär-St.-Heinrichs-Ordens Kategorie:Komtur II. Klasse des Sächsischen Zivilverdienstordens Kategorie:Träger des Bayerischen Militärverdienstordens (II. Klasse) Kategorie:Träger des Roten Adlerordens 2. Klasse Kategorie:Träger des Preußischen Königlichen Kronenordens 2. Klasse Kategorie:Nobilitierter (Bayern) Kategorie:Freiherr Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1857 Kategorie:Gestorben 1933 Kategorie:Mann