mini|Grabstein auf dem Fössefeld-Friedhof in Hannover mini|Börners Grab in der Mitte, dahinter die Informationstafel u. a. mit ihm als Opfer der NS-Militärjustiz

Heinrich Friedrich Wilhelm Börner (geb. Engelhardt; * 1. März 1919 in Hannover-Linden; † 13. April 1940 in der Vahrenwalder Heide, Hannover) war ein Opfer der Militärgerichtsbarkeit während des Zweiten Weltkriegs. Er wurde nach dem Todesurteil eines Militärgerichts im April 1940 in der Vahrenwalder Heide hingerichtet.

Leben Heinrich Börner war der uneheliche Sohn der Magd Erna Frieda Lina Engelhardt. Nach der Hochzeit der Mutter mit dem Gärtner Heinrich Börner 1929 nahm er im Jahr 1930 den Nachnamen Börner an. Börner lernte den Beruf des Melkers und arbeitete zwischen 1934 und 1937 in Fallingbostel, Lamspringe, Helmstedt und Göttingen. Seine Meldekarte zeigt auch immer wieder Aufenthalte in der elterlichen Wohnung in der Dammstraße 17 (heute: Bohlendamm 4) in Hannover.Heinrich Börner. Dammstraße 17 bei Erinnerungskultur Hannover Stolpersteine Auch während seiner wechselnden auswärtigen Arbeitsstellen blieb er dort polizeilich gemeldet.

Vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs diente Börner ab 1938 beim Reichsarbeitsdienst (RAD) im Meldeamt 249 Braunschweig. 1938 wurde er in die Wehrmacht zum Artillerie-Ersatz-Regiment 19 Hannover eingezogen. Vor einem Einsatz an der Front desertierte er, wurde kurz danach gefasst und vom Militärgericht zum Tode verurteilt. Börner wurde 1940 laut einem Gerichtsurteil der 171. Division im Alter von 21 Jahren erschossen. Das Urteil wurde am Samstag, dem 13. April 1940, um 8 Uhr auf dem Kasernenschießstand der Emmich-Kaserne in der Vahrenwalder Heide vollstreckt. Das Delikt, welches Börner vorgeworfen wurde, ist nicht bekannt. Es wird Desertation vermutet. Börner wurde auf dem Militärfriedhof Fössefeld in Hannover beigesetzt, wo auch Soldaten bestattet sind, die wegen Ungehorsams (Deserteure, Wehrkraftzersetzer und Selbstverstümmler) verurteilt und in Hannover hingerichtet worden waren.

Gedenken mini|Stolperstein für Heinrich Börner in Hannover Das ZeitZentrum Zivilcourage der Stadt Hannover führt Heinrich Börner in einer erstellten Liste der Stolpersteine in Hannover mit Stand vom März 2026 unter der Opfergruppe der Deserteure.

Auf dem Bohlendamm 4 in Hannover an Börners früherem Wohnsitz wurde 2014 ein Stolperstein verlegt.

Von seinem Schicksal wurde der Autor Bodo Dringenberg zu seinem Werk Kein Besonderer: das zu kurze Leben des Heinrich Börner. Romanbiografie inspiriert, in dem er Börners Leben anhand der bekannten Fakten in eine teils fiktive Biografie mit historisch belegten hannoverschen Personen und geschichtlichen Abläufen einbettet.

Literatur Ralf Buchterkirchen: „Du brauchst dich wegen meiner Hinrichtung nicht zu schämen …“. Ungehorsame Soldaten in Hannover 1933 – 1945, Edition Region + Geschichte, 2020, Neustadt am Rübenberge, S. 64Buchvorschau

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Einzelnachweise

Kategorie:Wehrmachtsdeserteur Kategorie:Hingerichtete Person (NS-Opfer) Kategorie:Person, für die in Hannover ein Stolperstein verlegt wurde Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1919 Kategorie:Gestorben 1940 Kategorie:Mann