Giacinto Schiatti (auch: Hiacinto Schiatti;Eberhard Schauer: Das Personal des Württembergischen Hoftheaters 1750–1800. In: Rainer Nägele (Hrsg.): Musik und Musiker am Stuttgarter Hoftheater (1750–1918). Quellen und Studien. Württembergische Landesbibliothek, Stuttgart 2000, ISBN 3-88282-054-3, S. 11–83, hier S. 45. * in Ferrara (?); † 24. Dezember 1776 in Karlsruhe) war ein italienischer Komponist, Violinist und Kapellmeister.

Leben Schiatti soll aus Ferrara gestammt haben, ansonsten ist über seine Herkunft und Ausbildung nichts bekannt.

Ernst Ludwig Gerber zufolge soll Schiatti 1747 Violinist an der kaiserlichen Hofkapelle in Sankt Petersburg geworden sein.Ernst Ludwig Gerber: Historisch-Biographisches Lexicon der Tonkünstler, welches Nachrichten von dem Leben und Werken musikalischer Schriftsteller, berühmter Componisten, Sänger, Meister auf Instrumenten, Dilettanten, Orgel- und Instrumentenmacher, enthält. 2. Teil. Leipzig 1792, Sp. 426; . Ab 1751 spielte er im Orchester des Stuttgarter Hoftheaters Violine. 1754 wechselte er zum Orchester des Prinzen von Durlach, wo er laut dem Titelblatt seiner sechs Violinsonaten op. 1 die Position des Kapellmeisters innehatte. Nach dem Tod von Johann Melchior Molter wurde er 1765 zunächst Konzertmeister und ab dem 3. Januar 1766 als letzter Italiener Hofkapellmeister der Markgräflich Badischen Hofkapelle. Nach seinem überraschenden Tod 1776 wurde Joseph Aloys Schmittbaur am 22. Januar 1777 als sein Nachfolger bestallt.

Nach dem Urteil von Christian Friedrich Daniel Schubart war er nur ein mittelmäßiger Komponist, aber ein guter Dirigent.Christian Friedrich Daniel Schubart: Ideen zu einer Ästhetik der Tonkunst. Degen, Wien 1806, S. 170; .

Ein Luigi Schiatti, der ab 1754 als Violinist ebenfalls in der württembergischen Hofkapelle spielte, war vermutlich sein Bruder. Dieser nahm 1765 seinen Abschied aus Stuttgart und wechselte nach Sankt Petersburg, wo er als Geiger hohes Ansehen genoss.Diese Nennung wirft die Frage auf, ob Ernst Ludwig Gerber bei der Angabe, Giacinto Schiatti sei „von Russland aus […] als ein vorzüglicher Violinist gerühmt“ worden, eine Verwechslung unterlaufen ist.Rainer Nägele: Die württembergische Hofmusik – eine Bestandsaufnahme. In: Silke Leopold, Bärbel Pelker (Hrsg.): Süddeutsche Hofkapellen im 18. Jahrhundert: Eine Bestandsaufnahme (= Schriften zur Südwestdeutschen Hofmusik, Band 1). Heidelberg University Publishing, Heidelberg 2018, ISBN 978-3-946054-78-8, S. 479–535, hier S. 509–510; doi:10.17885/heiup.347.c4332.Jacob von Staehlin: Zur Geschichte des Theaters in Rußland. In: Johann Joseph Haigold’s Beylagen zum Neuveränderten Russland. Erster Theil. Riga und Mietau 1769, S. 428, und Nachrichten von der Musik in Rußland. In: Johann Joseph Haigold’s Beylagen zum Neuveränderten Russland. Zweiter Theil. Riga und Leipzig 1770, S. 166, 175, 184. Reprint unter dem Titel: Zur Geschichte des Theaters in Rußland. Edition Peters, Leipzig 1982.

Werke 6 Sonaten (Duette) für zwei Violinen und B.c. Triosonaten 3 Concerti für Traversflöte und Orchester 17 Flötentrios 1 Oboentrio

Literatur Robert Eitner: Biographisch-bibliographisches Quellen-Lexikon der Musiker und Musikgelehrten der christlichen Zeitrechnung bis zur Mitte des neunzehnten Jahrhunderts. Band 9. Breitkopf & Härtel, Leipzig 1903, S. 15 f.; . Eberhard Schauer: Das Personal des Württembergischen Hoftheaters 1750–1800. In: Rainer Nägele (Hrsg.): Musik und Musiker am Stuttgarter Hoftheater (1750–1918). Quellen und Studien. Württembergische Landesbibliothek, Stuttgart 2000, ISBN 3-88282-054-3, S. 11–83, hier S. 45.

Weblinks

Normdatensatz zu Giacinto Schiatti im RISM Giacinto Schiatti im OPAC der Badischen Landesbibliothek

Anmerkungen

Einzelnachweise

Kategorie:Dirigent Kategorie:Klassischer Geiger Kategorie:Hofkapellmeister (Karlsruhe) Kategorie:Komponist (Italien) Kategorie:Historische Person (Italien) Kategorie:Geboren im 17. oder 18. Jahrhundert Kategorie:Gestorben 1776 Kategorie:Mann