Der Mansfelder Seekreis war ein Landkreis, der in Preußen und der SBZ bzw. DDR zwischen 1816 und 1950 bestand. Er umfasste den südöstlichen Teil des Mansfelder Landes. Sein Name bezog sich in Abgrenzung zum benachbarten Mansfelder Gebirgskreis auf die im Kreis gelegenen Seen wie den Süßen See und den Salzigen See. Die Kreisstadt war Eisleben.

Verwaltungsgeschichte 19. Jahrhundert Im Rahmen der preußischen Verwaltungsreformen nach dem Wiener Kongress wurde zum 1. Oktober 1816 im Regierungsbezirk Merseburg in der Provinz Sachsen der Mansfelder Seekreis eingerichtet. Zu seinen Bestandteilen wurden der vormals kursächsische Mansfelder Kreis aus dem vormals kursächsischen Eisleber Kreis die Stadt Eisleben und das Dorf Wimmelburg aus dem vormals kursächsischen Amt Lauchstädt die Gemeinden Oberteutschenthal und Unterteutschenthal.Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Merseburg 1816, S. 333. Der Kreis bestand somit ganz aus 1815 an Preußen abgetretenen kursächsischen Gebietsteilen.Landesarchiv Sachsen-Anhalt: Mansfelder Seekreis

Seit dem 1. Juli 1867 gehörte der Kreis zum Norddeutschen Bund und ab dem 1. Januar 1871 zum Deutschen Reich. Zum 10. August 1876 wurde die sogenannte Hettstedt-Gerbstedter Stadtflur aus dem Mansfelder Seekreis in den Mansfelder Gebirgskreis umgegliedert.

20. Jahrhundert Am 1. April 1908 schied die Stadt Eisleben aus dem Kreis aus und bildete einen eigenen Stadtkreis. Das Landratsamt blieb weiterhin in Eisleben. Gegen Ende der 1920er Jahre fand im Freistaat Preußen eine Gebietsreform statt, bei der nahezu alle Gutsbezirke aufgelöst und benachbarten Landgemeinden zugeteilt wurden. Im Mansfelder Seekreis gab es Auflösungstermine in den Jahren 1928 und 1929.Amtsblatt der Regierung zu Merseburg 1928: Stück 41 (Sonderbeilage) und Stück 45; 1929: Stück 38 Digitalisat Nach der Auflösung der Provinz Sachsen zum 1. Juli 1944 gehörte der Kreis zur neuen Provinz Halle-Merseburg, Regierungsbezirk Merseburg.

Im Frühjahr 1945 wurde das Kreisgebiet von der US-Armee besetzt. Ab dem Sommer gehörte es zur Sowjetischen Besatzungszone und ab 1949 zur DDR.

Im Jahr 1950 kam es in der DDR zu einer Gebietsreform, in deren Rahmen am 15. Juni 1950 der „Mansfelder Seekreis“ in „Landkreis Eisleben (Mansfeld)“ umbenannt wurde. Der Landkreis wurde also nicht aufgelöst. Es gab folgende Veränderungen: Die Gemeinden Alberstedt, Dornstedt, Esperstedt, Hornburg und Schraplau wechselten in den Landkreis Querfurt. Die Gemeinden Beesenstedt, Bennstedt, Fienstedt, Höhnstedt, Kloschwitz, Langenbogen, Salzmünde, Schochwitz, Steuden, Teutschenthal, Wansleben am See, Zappendorf und Zaschwitz wechselten in den Saalkreis. Die Stadt Alsleben sowie die Gemeinde Belleben wechselten in den Landkreis Bernburg. Die übrigen Gemeinden des Mansfelder Seekreises wurden mit der bis dahin kreisfreien Stadt Eisleben sowie einem großen Teil des aufgelösten Mansfelder Gebirgskreises zu diesem Landkreis Eisleben (Mansfeld) mit Sitz in Eisleben zusammengefasst. Dieser Landkreis wurde 1952 in die neuen Kreise Eisleben und Hettstedt aufgeteilt, die 1994 zum Landkreis Mansfelder Land zusammengeschlossen wurden.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1816 35.737 1843 43.053 1871 66.394 1890 92.551 1900 100.333 1910 82.253 1925 82.187 1933 82.249 1939 78.984 1946 109.493 Volkszählung 1946

Landräte 1816–1827: Wilhelm von Kerssenbrock (1771–1827) 1827–1871: Bernhard von Kerssenbrock (1800–1872) 1871–1876: Wilhelm von Wedel-Piesdorf (1837–1915) 1877–1915: Karl von Wedel-Piesdorf (1845–1917) 1916–1926: Friedrich von Mettenheim (1864–1932) 1926–1928: Wilhelm Fitzner (1891–1950) 1928–1933: Wilhelm Koch (1880–1954) 1933–1935: Ernst Dreykluft (* 1898) 1935–1940: Ernst Drewes (1903–1991) 1940–1945: Horst Hacker (* 1905) 1945: Werner Eggerath (1900–1977) 1945: Otto Gotsche (1900–1977)

Kommunalverfassung Der Mansfelder Seekreis gliederte sich in Städte, in Landgemeinden und – bis zu deren nahezu vollständigen Auflösung im Jahre 1928 – in Gutsbezirke. Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 gab es ab dem 1. Januar 1934 eine einheitliche Kommunalverfassung für alle preußischen Gemeinden. Mit Einführung der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 trat zum 1. April 1935 im Deutschen Reich eine einheitliche Kommunalverfassung in Kraft, wonach die bisherigen Landgemeinden nun als Gemeinden bezeichnet wurden. Diese waren in Amtsbezirken zusammengefasst. Eine neue Kreisverfassung wurde nicht mehr geschaffen; es galt weiterhin die Kreisordnung für die Provinzen Ost- und Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien und Sachsen vom 19. März 1881.

Wappen

Städte und Gemeinden Stand 1945 Der Mansfelder Seekreis umfasste 1945 drei Städte und 89 weitere Gemeinden: Adendorf Alberstedt Alsleben a. S., Stadt Amsdorf Aseleben Asendorf Augsdorf Beesenstedt Belleben Benkendorf Benndorf Bennstedt Bischofrode Bösenburg Brucke Burgsdorf Dederstedt Dornstedt Eisdorf Elben Elbitz Erdeborn Esperstedt Fienstedt Freist Friedeburg Friedeburgerhütte Gerbstedt, Stadt Gnölbzig Gödewitz Gorsleben Hedersleben Heiligenthal Helbra Helfta Höhnstedt Hornburg Hübitz Ihlewitz Kloschwitz Köchstedt Köllme Krimpe Langenbogen Lochwitz Lüttchendorf Müllerdorf Naundorf Neehausen Nelben Oberrißdorf Oberröblingen Oberteutschenthal Oeste-Königswiek Pfeiffhausen Pfützthal Piesdorf Polleben Quillschina Räther Reidewitz Rollsdorf Rottelsdorf Rumpin Salzmünde Schochwitz Schraplau, Stadt Schwittersdorf Seeburg Stedten Steuden Strenznaundorf Thaldorf Trebitz Unterrißdorf Unterröblingen Unterteutschenthal Volkmaritz Volkstedt Wansleben am See Welfesholz Wils Wimmelburg Wolferode Wormsleben Zabenstedt Zabitz Zappendorf Zaschwitz Zellewitz Zickeritz Zörnitz

Aufgelöste Gemeinden Oberesperstedt und Unteresperstedt, 1936 zur Gemeinde Esperstedt zusammengeschlossen Königswiek und Oeste, in den 1920er Jahren zur Gemeinde Oeste-Königswiek zusammengeschlossen

Namensänderungen

Folgende Namensänderungen ergaben sich in den 1930er Jahren: 1931 Helmsdorf-Heiligenthal → Heiligenthal 1937 Closchwitz → Kloschwitz 1937 Coellme → Koellme 1939 Koellme → Köllme

Weblinks

Amtsblatt Mansfeld-Südharz 2016/10, Die Historie der Region Mansfeld-Südharz seit 1815, S. 11 f. Mansfelder Seekreis Verwaltungsgeschichte und die Landräte auf der Website territorial.de (Rolf Jehke), Stand 26. Oktober 2013.

Einzelnachweise

Kategorie:Ehemaliger Landkreis in Sachsen-Anhalt Kategorie:Ehemaliger Landkreis in der Provinz Sachsen Kategorie:Ehemalige Verwaltungseinheit (Landkreis Mansfeld-Südharz) Kategorie:Verwaltungseinheitsgründung 1816 Kategorie:Aufgelöst 1950