Lost in Fuseta – Spur der Schatten ist ein zweiteiliger deutscher Kriminalfilm aus dem Jahr 2024 mit Jan Krauter in der Titelrolle des autistischen Kommissars Leander Lost. Regie führte Felix Herzogenrath. Die GeschichteGil Ribeiro: Lost in Fuseta – Spur der Schatten, KiWi Taschenbuch, 2018, ISBN 978-3-462-05124-7., auf der die Story aufbaut, sowie die Romanreihe und die Drehbücher stammen von Holger Karsten Schmidt, der den gleichnamigen Roman unter dem Pseudonym Gil Ribeiro verfasste. Es handelt sich bei dem Zweiteiler um die Fortsetzung der zweiteiligen Verfilmung Lost in Fuseta – Ein Krimi aus Portugal von 2022, die auf dem ersten Roman der Buchreihe basiert.
Kommissar Leander Lost, ein „Titelheld mit Asperger-Syndrom, besitzt ein fotografisches Gedächtnis, einen messerscharfen Verstand und erkennt Lügen irrtumsfrei und verfügt zudem über eine blitzschnelle Kombinationsgabe – doch die Zwischentöne der Kommunikation muss er genauso mit dem Verstand ‚lesen‘ lernen wie Ironie, Empathie oder Liebe!“
Handlung Teil 1 Der autistische Kommissar Leander Lost wurde von der Hansestadt Hamburg im Rahmen von Europol ins portugiesische Faro versetzt. Inzwischen ist er fester Bestandteil der Policia Judicária von Fuseta. In seinem zweiten Fall wird Lost mit dem Verschwinden seiner Kollegin Teresa Fiadeiro konfrontiert und setzt sich bei der neuen Chefin Cristina Sobral dafür ein, mit voller Kraft nach ihr zu suchen. Es gibt Indizien, die darauf hindeuten, dass Teresa entführt worden ist. Der hochintelligente Lost kennt die Statistiken in solchen Fällen, die wenig Gutes verheißen. Danach bleibt nur begrenzt Zeit, um Teresa lebend zu finden. Nachdem man Videomaterial aus einem Parkhaus gesichtet hat, führt die Spur zu einem Verdächtigen, der unter dem falschen Namen Vasco Sousa ein Auto gemietet hat. Wie sich später herausstellt, ist der echte Vasco Sousa vom Hals ab querschnittsgelähmt. Teresa wurde in der Tiefgarage des Parkhauses letztmals von einer Überwachungskamera erfasst, bevor sie anscheinend von einem toten Winkel verschluckt wurde.
Die polizeilichen Ermittlungen über Teresas Entführung fallen mit dem Besuch der angolanischen Journalistin Flores Yola in Fuseta zusammen, die von Losts Kollegen Duarte betreut wird, da für sie während ihres Besuchs in Portugal Personenschutz der Stufe 2 und Fahrdienst angeordnet wurde. Warum dies nötig war, respektive warum ihre Sicherheit gefährdet ist, weiß man zu diesem Zeitpunkt bei der Polizei von Fuseta noch nicht. Lost und seine Kollegen, die Sub-Inspektoren Graciana Rosado und Carlos Esteves suchen inzwischen mit Hochdruck nach Teresa. Lost konnte das Auto ausfindig machen, mit dem Teresa aller Wahrscheinlichkeit nach entführt worden ist. Ihr Weg führt sie zu einem Restaurant mit einem Brunnen davor. Dort wurde nur noch Teresa Leiche geborgen. Ein Kellner hatte sie in dem Brunnen entdeckt. Lost ist sich sicher, dass der eigentlich strukturierte Täter mit etwas konfrontiert worden ist, mit dem er nicht gerechnet habe, weshalb er Teresa sofort habe töten müssen. Teresa müsse über irgendeinen Kenntnisstand verfügt haben, der Sousas Plan hätte gefährden können. Esteves hat eine neue Theorie, er ist auf einen Pedro Lino gestoßen, der einst Teresas Nachbar war und als Koch in dem Restaurant angestellt war, vor dem der Brunnen steht, in dem man Teresa gefunden hatte. Als Lost, Rosado und Esteves Lino aufsuchen, wird ihnen die Tür von einem Mann geöffnet, der sich als Ricardo Torres vorstellt und dem Gespräch der Beamten mit Lino aufmerksam folgt. Lost kann seinen Kollegen genau sagen, wann die Männer gelogen haben, er wisse das wegen der Mikroexpressionen. Die menschliche Mimik bestehe aus Makro- und Mikroexpressionen. Makroexpressionen könnten beeinflusst werden, die Mikroexpression hingegen entziehe sich komplett allen Kontrollversuchen und sei somit echt. Daraus sei zu folgern, dass das Alibi, das Torres Lino gegeben habe, falsch gewesen sei. Lino wiederum habe bereits gewusst, dass Teresa tot ist, obwohl er so überrascht getan habe. Die Beamten kommen zu dem Schluss, dass Teresa nur ein Zufallsopfer war und es überhaupt nicht um sie gegangen sei – falsche Zeit, falscher Ort. Rosado glaubt, dass es um etwas sehr viel Größeres geht.
In der Wohnung Linos befindet sich ein Bild, das ihn mit einer Frau und einem Mädchen zeigt. Beide gehören ganz offensichtlich zu ihm, und beide sind von dem dunkelhäutigen Belmiro und einem weiteren Mann namens Pepe gekidnappt worden.
Teil 2 Leander Lost bringt Eva Fiadeiro, der Tochter seiner getöteten Kollegin Teresa, deren persönliche Sachen vorbei, sie trinken zusammen Wein und schlafen dann miteinander. Es geht in erster Linie darum, ein Kind zu zeugen. Während des Akts will Lost unvermittelt etwas über das letzte Buch wissen, das Evas Mutter sich ausgeliehen habe. Als sie den Bestseller mit dem Titel Nao existo gefunden haben, stößt Lost auf der ersten Seite auf einen Eintrag von Lino: „Du bist meine einzige Chance. Bitte komm morgen nach Faro, parke um 10 Uhr ganz unten im Parkhaus am Markt, geh kurz in die Stadt und nimm danach den ersten Fahrstuhl abwärts. Lass Dein Handy zuhause, komm allein, sprich mit keinem darüber. In großer Not, Pedro.“ Als Lost sich daraufhin die Aufzeichnungen aus dem Parkhaus noch einmal ansieht und vergrößern lässt, ist im Fahrstuhl, den Teresa gerade verlassen hat, Pedro Lino zu erkennen. Lost, Rosado und Esteves sind sich einig, dass er nicht der Mörder Teresas sein kann, sondern wahrscheinlich ebenfalls ein Opfer. Es könne sein, dass er erpresst werde. Lost verweist darauf, dass Lino mit hoher Wahrscheinlichkeit Frau und Kind habe. Eine mögliche Erpressung habe wohl mit seiner Familie zu tun. Lost erklärt seinen Kollegen, dass er glaube, dass derjenige, der Teresa erschossen hat, die Unterredung der beiden mit angehört habe. Er lege sich fest, Lino werde permanent überwacht.
Mit einem Trick gelingt es Lost, Rosado und Esteves Pedro Lino so zu separieren, dass sein Schatten Torres nicht mehr über eine Funkverbindung mithören kann, was gesprochen wird. Lino bestätigt, dass Teresa von Torres erschossen worden ist und er ihm helfen musste, ihre Leiche wegzuschaffen. Auch die Vermutung, dass seine Familie gekidnappt wurde, bestätigt er. Lebenszeichen von ihnen habe er nicht. Der richtige Name von Torres sei Nélson Figo. Der Auftrag sei, eine gewisse Flores Yola zu ermorden, was er tun solle. Er gehöre zu den Köchen in Restaurant „Picantes“, in dem am Abend ein Essen für Yola stattfinden werde. Er solle das Gift Rizin in ihre Suppe träufeln. Gegen dieses Gift gebe es kein bekanntes Gegenmittel, erläutert Lost. Wenn das erledigt sei, werde man seine Frau und Tochter gehenlassen. Auf ihn sei man gekommen, da er bei den sogenannten „Schatten“ gewesen sei, einer Export-Import-Tarnfirma des portugiesischen Geheimdienstes. Portugal habe 1975 seine Kolonien in die Unabhängigkeit entlassen, aber über die „Schatten“ trotzdem an die Leine gelegt und sich weiterhin Zugang zu deren Bodenschätzen gesichert. Die „Schatten“ seien an Schlüsselpositionen in der Politik, in der Industrie und im Militär eingesetzt gewesen. Anfang 2000 seien die „Schatten“ nach Portugal zurückbeordert und aufgelöst worden. Aber einige der „Schatten“ seien schon so in das Herrscherregime verstrickt gewesen, dass sie geblieben seien, um das korrupte Regime zu schützen. Nélson Figo arbeite für die Domingos-Familie. Die sackten die Entwicklungshilfe-Gelder ein und ließen ihre Landsleute verhungern. Die Journalistin Flores Yola habe vermutlich etwas gegen die Domingos-Familie in der Hand.
Bei einem Fluchtversuch Rhonas und ihrer Tochter Imani wird ein Händler am Strand, zu dem beide geflüchtet waren, von Pepe erschossen. Rhona und Imani werden erneut eingesperrt. Man sieht Belmiro an, dass er mit dem Vorgehen Pepes ganz und gar nicht einverstanden ist, was sich auch darin ausdrückt, dass er Mutter und Tochter nun bei der Flucht helfen will. Pepe kommt jedoch hinzu, die Lage eskaliert, Pepe ersticht Belmiro. In Angola wartet Belmiros kleiner Bruder nun vergeblich auf dessen Rückkehr.
Lost, Rosado und Esteves haben Flores Yola davon unterrichtet, dass man sie vergiften will. Sie erklärt sich sofort damit einverstanden, ihren Tod vorzutäuschen, um den Geiseln eine Chance zu geben. Lost erklärt ihr, welche Symptome bei dieser Art von Vergiftung auftreten und wie sie ihren Tod glaubhaft simulieren könne. Rizin führe zum Tod durch Ersticken. Da es kein Gegenmittel gebe, könnten die Täter sicher sein, dass sie sterben werde und müssten nicht ihren unmittelbaren Tod abwarten. Ein gleichzeitiger Versuch der Beamten, Linos Familie ausfindig zu machen, scheitert. Derweil findet die Abendveranstaltung statt, auf der Flores Yoda sprechen soll. Sie erzählt, dass die Domingos-Familie ihr Land schon seit drei Jahrzehnten regiere und dadurch enorm reich geworden sei. Sie lebe im absoluten Luxus. Aber 16 von 100 Kindern erlebten ihren 5. Geburtstag nicht und die Hälfte der Bevölkerung habe keinen Zugang zu Trinkwasser. Die Familie bereichere sich schamlos an den für das Land zur Verfügung gestellten Geldern, stopfe sich die Taschen voll und kaufe sich von diesem Geld auch wertvolle portugiesische Unternehmen und Infrastruktur auf Kosten der notleidenden Bevölkerung.
Rhona, die von Pepe auf Befehl Figos zum „Picantes“ geschickt wird, da Lino ein Lebenszeichen seiner Familie verlangt hat, gelingt es, den Beamten einen Hinweis auf die Knochenkapelle zu übermitteln. Natürlich hat man die kleine Imani als Faustpfand behalten. Aber in welcher Wohnung, von der aus man die Knochenkapelle sehen kann, sind Mutter und Kind versteckt? Lost meint, das sicherste Versteck sei die Wohnung eines Diplomaten, die wahrscheinlich von der Domingos-Familie zur Verfügung gestellt worden sei. Tatsächlich macht man das Versteck ausfindig und kann Mutter und Kind in Obhut nehmen.
Figo, der von seinem Versteck aus alles beobachten kann, glaubt, dass die Vergiftungsaktion gelungen ist und legt sein Gewehr mit Zielrohr zur Seite, das er sicherheitshalber von seinem Beobachtungsposten aus noch auf Yola gerichtet hatte. Als er sich sodann der Diplomatenwohnung nähert, sieht er Polizeifahrzeuge und Krankenwagen und ist alarmiert. Er glaubt nun nicht mehr daran, dass Yola einem Giftanschlag zum Opfer gefallen ist und begibt sich zu deren Unterkunft, wo er den zum Schutz abgestellten Miguel Duarte schachmatt setzt, um dann Yoda zu verfolgen, die davongelaufen ist. Duarte erholt sich aber schnell wieder und nimmt ebenfalls die Verfolgung auf. Lost sieht die flüchtende Yola und greift ebenfalls ein. Mit Hilfe seiner außergewöhnlichen Intelligenz setzt Lost Figo außer Gefecht und nimmt ihn zusammen mit dem hinzukommenden Duarte fest.
Nebenhandlung Eva Fiadeiro, die meint, sie sei Lost ziemlich ähnlich, erzählt ihm, dass sie ebenfalls nicht zu den Neurotypischen gehöre und versichert ihm zudem, dass sie Berührungen nur von ganz wenigen Menschen ertrage und er gehöre dazu. Dann will sie wissen, ob er zufällig auch ein Savant sei und eine Inselbegabung habe. Lost erwidert, er sei Eidetiker. Eva entgegnet, dass sie leider keine Inselbegabung habe, sondern nur hochintelligent sei. Unvermittelt platzt sie heraus, sie habe ihre fruchtbaren Tage, woraufhin Lost erwidert, „ausgezeichnet“. Beide haben sodann Geschlechtsverkehr miteinander, um ein Kind zu zeugen.