Die Metro Hyderabad ist die U-Bahn der indischen Stadt Hyderabad. Mit 67,2 Streckenkilometern ist es das drittlängste in Betrieb befindliche U-Bahn-Netz in Indien nach der Delhi Metro und der Namma Metro (Bengaluru). Alle drei Linien und die 60 Stationen sind in Hochlage trassiert.

Die Metro wird noch durch eine öffentlich-private Partnerschaft finanziert, mit einer Minderheitsbeteiligung der öffentlichen Hand. Voraussichtlich zum 31. März 2026 geht die Eigentümerschaft vollständig an die staatliche Betreibergesellschaft Hyderabad Metro Rail Limited (HMRL) über. (PDF) Das Tochterunternehmen L&T Metro Rail Hyderabad Ltd. (L&TMRHL) der Baufirma Larsen & Toubro (L&T) übernahm Planung und Bau der Phase I.

Geschichte Das Metro-Projekt wurde 2003 von der Unionsregierung genehmigt. Als Hyderabad weiter wuchs, stieg der Bedarf nach einem schnellen Verkehrsmittel mit hoher Kapazität. Das Ministerium für Stadtentwicklung der Union genehmigte den Bau der Metro und wies die Delhi Metro Rail Corporation an, Linien vorzuschlagen und einen detaillierten Projektbericht vorzulegen. Gleichzeitig verbesserten die Landesregierung und die South Central Railway mit der Einführung des MMTS-Systems im August 2003 den städtischen Eisenbahnverkehr der Partnerstädte Hyderabad und Secunderabad. Ursprünglich sollte die Metro an das bestehende MMTS anschließen und die MMTS-Phase II gebaut werden.

Im Jahr 2007 wurde N. V. S. Reddy zum Geschäftsführer von Hyderabad Metro Rail Limited ernannt, und im selben Jahr genehmigte die Zentralregierung eine finanzielle Unterstützung in Höhe von ₹ 1639 crore im Rahmen eines Viability Gap Funding (VGF)-Programms. Die Option eines unterirdischen U-Bahn-Systems in Hyderabad wurde von L&T aufgrund von hartem Gestein, Felsbrocken und der Topographie des Bodens in Hyderabad ausgeschlossen. Die U-Bahn von Hyderabad wurde ursprünglich nach dem Andhra Pradesh Municipal Tramways (Construction, Operation and Maintenance) Act von 2008 eingeführt und später unter das Central Metro Act, das eine Änderung der Fahrpreise erlaubte, gelistet.

Im ersten Bieterprozess erhielt das indische Maytas-Nava-Konsortium im Juli 2008 den Zuschlag für den Bau der ersten Strecken im Umfang von 118,14 Milliarden Rupien, umgerechnet rund 1,74 Milliarden Euro. Da bis März 2009 die Finanzierung durch das Konsortium nicht nachgewiesen wurde, löste die Staatsregierung von Andra Pradesh den Vertrag auf und schrieb neu aus. Den Zuschlag erhielt im Juli 2010 nunmehr L&T mit einem Umfang von 121,32 Milliarden Rupien, umgerechnet rund 2,0 Milliarden Euro. (PDF) L&T bot sich an, die Arbeiten für rund 14,58 Milliarden Rupien, umgerechnet rund 250 Millionen Euro, als Finanzierungslücke zu übernehmen, anstatt der bewilligten 48,53 Milliarden Rupien, umgerechnet rund 800 Millionen Euro. Die Regierung der Bharatiya Janata Party (BJP) trieb das Projekt aktiv voran, doch es verzögerte sich aufgrund von Protesten in einem anderen Bundesstaat und später aufgrund von Bedenken der neuen Regierung. Ein Konsortium aus zehn Banken unter der Führung der State Bank of India (SBI) bewilligte den gesamten Finanzierungsbedarf des Projektes Metro Hyderabad. Dies war damals die größte öffentliche Finanzierungspartnerschaft (ÖPP) in Indien für ein Infrastrukturprojekt außerhalb des Energiesektors.

Nach der Eröffnung des ersten Streckenabschnittes der Roten Linie im November 2017, fragte L&T bei der Staatsregierung die Übernahme von 37,56 Milliarden Rupien, umgerechnet rund 490 Millionen Euro, Zusatzkosten durch verzögerte Baufeldfreimachungen an. Bis Februar 2020 waren diese Verluste auf über 50 Milliarden Rupien angewachsen und die COVID-19-Pandemie ließ diese weiter steigen. L&T bekam 10 statt der angefragten 30 Milliarden Rupien bewilligt und war weiter bestrebt, die Finanzierungen umzustrukturieren. Obwohl sich die Fahrgastzahlen nach der Pandemie wieder erhöhten, stiegen die jährlichen Betriebsverluste weiter an und erreichten im Fiskaljahr 2025 6,26 Milliarden Rupien, umgerechnet rund 60 Millionen Euro. In dem Zusammenhang kritisierte L&T die Regierung für die Bereitstellung kostenloser Bustransfers für die weibliche Bevölkerung, obwohl die Nutzungszahlen der U-Bahn Rekordniveau erreichten. Nachdem L&T ihren Ausstieg aus der Phase II des Netzausbaues bekannt gaben, verlangte die Regierung von Andra Pradesh eine Anpassung der Aufteilung der Betriebserlöse. Das lehnte L&T ab, woraufhin das Unternehmen mehrere Optionen für einen Komplettausstieg aus der Metro Hyderabad prüfte. Die Staatsregierung bot daraufhin an, die Anteile von L&T für 150 Milliarden Rupien, davon 130 für die Ablösung der Kredite sowie 20 als Auszahlung, zu übernehmen. Im Gegenzug forderte L&T 200 Milliarden Rupien, umgerechnet rund 2,07 Milliarden Euro. Letztlich nahm L&T das staatliche Angebot an und der Eigentümerwechsel soll zum 31. März 2026 vollzogen sein.

Am 26. März 2018 kündigte die Regierung von Telangana an, dass sie eine von HMRL und HMDA gemeinsam geförderte Zweckgesellschaft „Hyderabad Airport Metro Limited (HAML)“ gründen werde, um die Blaue Linie von Raidurg zum Rajiv Gandhi International Airport in Shamshabad zu verlängern (als Phase II nach Abschluss der Phase I im Jahr 2020).

Linien Die drei Linien bilden ein zentrales großes Dreieck mit drei Umsteigepunkten an den Ecken und dem See Hussain Sagar in der Mitte.

Linie Verlauf Eröffnung Letzte Erweiterung Länge StationenRote Linie Miyapur – JNTU College – KPHB Colony – Kukatpally – Ambedkar Balanagar – Moosapet – – Erragadda – ESI Hospital – S.R. Nagar – Ameerpet – Punjagutta – Irrum Manzil – – Lakdi-ka-pul – Assembly – – Gandhi Bhavan – Osmania Medical College – – – New Market – Musarambagh – Dilsukhnagar – Chaitanyapuri – Victoria Memorial – Lal Bahadur Nagar 29. November 2017 24. September 2018 28,1 km 27Grüne Linie – Parade Ground – – Gandhi Hospital – Musheerabad – RTC X Roads – Chikkadpally – Narayanaguda – Sultan Bazaar – 7. Februar 2020 – 11,0 km 10Blaue Linie Raidurg – HITEC City – Durgam Cheruvu – Madhapur – Peddamma Gudi – Jubilee Hills Check Post – Road No. 5 Jubilee Hills – Yusufguda – Madhura Nagar – Ameerpet – – Prakash Nagar – Rasoolpura – Paradise – Parade Ground – – Mettuguda – Tarnaka – Habsiguda – NGRI – Stadium – Uppal – Nagole 29. November 2017 29. November 2019 26,8 km 23 67,2 km 60

Fahrzeuge mini|links|Ein Triebzug auf der Blauen Linie (2018) Am 2. September 2012 verkündete Toubro Metro Rail Hyderabad Ltd (LTMRHL), dass Hyundai Rotem den Auftrag für die Fahrzeugflotte der Metro Hyderabad im Umfang von 18 Milliarden Rupien, umgerechnet rund 260 Millionen Euro, erhält. Dafür sollten 57 dreiteilige Elektrotriebzüge in Abhängigkeit von der Eröffnung der Streckenabschnitte gestaffelt mindestens neun Monate vor der jeweiligen Einweihung geliefert werden. Am 2. Oktober 2013 enthüllte LTMRHL ein 1:2-Modell des Fahrzeuges und stellte es auf der Necklace Road am Hussain Sagar öffentlich aus. In: The New Indian Express, abgerufen am 24. Februar 2026 (englisch). Am 10. April 2014 war der Roll-out des ersten Triebzuges in der Hyundai-Fertigung in Changwon, die Fahrzeugeinheit erreichte Hyderabad im folgenden Mai. Am 31. Dezember des Jahres fand die erste erfolgreiche Testfahrt unter ATO auf der rund 8 Kilometer langen Strecke zwischen den Stationen Nagole und Mettuguda statt. Im Februar 2022 führte die Metro Hyderabad als erste Indiens die Desinfektion der Fahrzeuge mittels Ozon ein.

Die Fahrzeuge sind 3,2 Meter breit, 4,0 Meter hoch und verfügen über vier Türen je Wagenseite. Sie haben eine Kapazität von 965 Passagieren, davon finden rund 120 auf Längssitzen Platz. In: IBN Live, abgerufen am 24. Februar 2026 (englisch). Sie sind ausgelegt auf eine Höchstgeschwindigkeit von 80 Kilometern pro Stunde, die mittlere Reisegeschwindigkeit wird 38–40 Kilometer pro Stunde betragen. Sie verfügen über Nutzbremsen und speisen damit beim Verzögern Energie zurück in die Fahrleitung.

Weblinks

Homepage der Hyderabad Metro Rail (englisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Hyderabad (Indien) Kategorie:Verkehrsbauwerk in Telangana Hyderabad