Die Liste von Zwischenfällen bei Air France zeigt eine Übersicht über die Zwischenfälle mit Todesfolge oder Totalschaden von Flugzeugen bei der französischen Fluggesellschaft Air France.
Für Air France sind von ihrer Gründung bis Juni 2023 insgesamt 112 Totalverluste von Flugzeugen verzeichnet. Bei 65 davon kamen insgesamt 1751 Personen ums Leben.Unfallstatistik Air France, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 24. November 2023. Vollständige Liste für alle Totalschäden ab 1945:
Unfälle
1940er-Jahre Am 10. September 1945 wurde eine Amiot AAC.1 (Kopie der Junkers Ju 52/3m) der Air France (Luftfahrzeugkennzeichen F-BAJP) auf dem Flughafen Paris-Le Bourget aus nicht bekannten Gründen irreparabel beschädigt. Über Personenschäden ist nichts bekannt.
Am 31. Oktober 1945 löste sich an einem Großflugboot Latécoère 631 der Air France (F-BANT) über der Laguna de Rocha (Uruguay) der Propeller vom linken Triebwerk Nr. 3 und schlitzte den Rumpf auf fast 3 m Länge auf. Dabei wurden zwei Passagiere getötet. Da auch ein kleines Feuer ausbrach, wurde eine Notlandung in der Lagune durchgeführt (siehe auch Flugunfall der Air France in der Laguna de Rocha).
Am 10. November 1945 wurde eine Amiot AAC.1 (Junkers Ju 52) der Air France (F-BANO) auf dem Flughafen Paris-Le Bourget aus nicht bekannten Gründen irreparabel beschädigt. Über Personenschäden ist nichts bekannt.
Am 23. November 1945 wurde eine Amiot AAC.1 (Junkers Ju 52) der Air France (F-BAKL) auf dem Flugplatz Toulouse-Montaudran (Département Haute-Garonne) irreparabel beschädigt.Air Britain: Production list Ateliers Aéronautiques de Colombes AAC.1 Toucan (Junkers Ju-52/3mg 10E), Sheet 1, page 1 (Englisch). Einzelheiten sind nicht verfügbar. Über Personenschäden ist nichts bekannt.
Am 13. Januar 1946 stürzte eine Amiot AAC.1 (Junkers Ju 52) der Air France (F-BANP) in Le Bouscat, 8 Kilometer nordöstlich des Flughafens Bordeaux-Mérignac (Département Gironde), in ein Haus, nachdem sie einen Kirchturm gestreift und dabei einen Teil der Tragfläche verloren hatte. Die Maschine befand sich auf einem Nachtluftpostflug von Paris mit mehreren Zwischenlandungen nach Bordeaux und kam zuletzt vom Flughafen Pau-Pont-Long. Wegen der schlechten Sicht überflogen die Piloten den Platz und hatten sich offenbar entschieden, dort nicht zu landen. Die beiden Piloten, die einzigen Insassen auf dem Postflug, kamen ums Leben.
Am 2. Februar 1946 wurde eine Amiot AAC.1 (Junkers Ju 52) der Air France (F-BALK) beim Start vom Flughafen in Belo sur Tsiribihina (Madagaskar) irreparabel beschädigt. Alle Insassen überlebten den Unfall.
Am 4. Februar 1946 verunglückte eine Amiot AAC.1 (Junkers Ju 52) der Air France (F-BAKO) am Flugplatz San Luis (Menorca) (Balearen, Spanien) nach einem Triebwerksausfall. Die Maschine befand sich auf einem Flug von Marseille nach Algier mit Zwischenlandung auf Menorca. Alle 19 Insassen, drei Besatzungsmitglieder und 16 Passagiere, überlebten den Unfall. Das Flugzeug wurde irreparabel beschädigt.
Am 28. Juni 1946 streifte eine Amiot AAC.1 (Junkers Ju 52) der Air France (F-BAJS) im Anflug auf den Flughafen Pau-Pont Long-Uzein (Département Pyrénées-Atlantiques) Stromleitungen und stürzte ab. Von den drei Besatzungsmitgliedern des Postfluges kamen 2 ums Leben.Unfallbericht AAC.1/Ju 52 F-BAJS, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 28. Juli 2022.
Am 8. August 1946 wurde eine Amiot AAC.1 (Junkers Ju 52) der Air France (F-BAJT) auf dem Flughafen Paris-Le Bourget aus unbekannten Gründen irreparabel beschädigt. Über Personenschäden ist nichts bekannt. Am 3. September 1946 stürzte eine Douglas DC-3A der Air France (F-BAOB) nach dem Start vom Flughafen Kopenhagen etwa 40 km südwestlich davon bei Køge ab. Alle 22 Insassen, 5 Besatzungsmitglieder und 17 Passagiere kamen ums Leben. Als Ursache wird eine Treibstoffleckage angenommen, die zu einem Triebwerksbrand führte.Air-Britain Archive: Casualty compendium part 43 (englisch), Dezember 1991, S. 91/107.
Am 4. September 1946, nur einen Tag später, stürzte eine Douglas DC-3D der Air France (F-BAXD) nach dem Start vom Flughafen Le Bourget wenige Kilometer entfernt in eine Fabrik im Ort Le Blanc-Mesnil. Von den 26 Insassen kamen 4 Besatzungsmitglieder und 15 Passagiere sowie eine Person am Boden ums Leben.Air-Britain Archive: Casualty compendium part 43 (englisch), Dezember 1991, S. 91/107.Unfallbericht DC-3 F-BAXD, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 28. Januar 2022.
Am 1. Februar 1947 kollidierte eine Douglas DC-3C der Air France (F-BAXQ) bei Peninha mit der Hügelkette Serra de Sintra 28 Kilometer westlich des Zielflughafens Lissabon-Portela. Die auf dem Flughafen Bordeaux-Mérignac gestartete Maschine befand sich im Landeanflug, als sich bei schlechtem Wetter und Dunkelheit der Unfall ereignete. Von den 16 Insassen kamen 15 ums Leben, alle 5 Besatzungsmitglieder und 10 der 11 Passagiere.Air-Britain Archive: Casualty compendium part 45 (englisch), Juni 1992, S. 93/53.
Am 5. März 1947 wurde eine Amiot AAC.1 (Junkers Ju 52) der Air France (F-BAKP) auf dem Flughafen Paris-Le Bourget aus unbekannten Gründen irreparabel beschädigt. Über Personenschäden ist nichts bekannt.
Am 14. März 1947 wurde eine Douglas DC-3/C-47A-90-DL der Air France (F-BAXO) 3,5 Kilometer nördlich von Château-Bernard (Département Isère) in den Berg Mont Moucherolle geflogen. Der Aufprall geschah in einer Höhe von 7500 Fuß (2286 Metern) auf einem Inlandsflug von Nizza nach Lyon. Bei diesem CFIT (Controlled flight into terrain) wurden alle 23 Insassen getötet, fünf Besatzungsmitglieder und 18 Passagiere.
Am 20. März 1947 wurde eine Amiot AAC.1 (Junkers Ju 52) der Air France (F-BAKM) auf dem Flughafen Freetown-Lungi (Sierra Leone) irreparabel beschädigt. Über Personenschäden ist nichts bekannt.
Am 30. April 1947 wurde eine Amiot AAC.1 (Junkers Ju 52) der Air France (F-BBYG) auf dem Flughafen Niamey (Niger) irreparabel beschädigt. Über Personenschäden oder weitere Einzelheiten ist nichts bekannt.
Am 4. Juni 1947 flog eine Amiot AAC.1 (Junkers Ju 52) der Air France (F-BANB) bei Gémenos (Département Bouches-du-Rhône) in bergiges Gelände. Die Maschine befand sich auf einem Frachtflug von Nizza über Lyon nach Paris. Die 3 Besatzungsmitglieder, die einzigen Insassen auf dem Frachtflug, wurden getötet.
Am 7. Juni 1947 wurde eine Amiot AAC.1 (Junkers Ju 52) der Air France (F-BAKV) auf dem Flughafen Dakar-Yoff (Senegal) aus nicht bekannten Gründen irreparabel beschädigt. Über Personenschäden ist nichts bekannt.
Am 1. Juli 1947 verunglückte eine Amiot AAC.1 (Junkers Ju 52) der Air France (F-BALF) auf einem Inlandsflug von Yaounde (Kamerun) nach Douala bei Éséka. Alle 13 Insassen, drei Besatzungsmitglieder und 10 Passagiere, kamen ums Leben. Das Flugzeug wurde zerstört.
Am 4. Oktober 1947 wurde eine Amiot AAC.1 (Junkers Ju 52) der Air France (F-BAJB) auf dem Flughafen Pau-Pont Long-Uzein (Département Pyrénées-Atlantiques) irreparabel beschädigt. Über Personenschäden ist nichts bekannt.Unfallbericht AAC.1/Ju 52 F-BAJB, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 28. Juli 2022.
Am 7. Oktober 1947 wurde eine Sud-Est SE.161 Languedoc der Air France (F-BATY) durch einen Unfall bei Bone (Frankreich) irreparabel beschädigt. Nähere Einzelheiten sowie Personenschäden sind nicht bekannt.
Am 6. Januar 1948 kollidierte eine Douglas DC-3D der Air France (F-BAXC) nahe Gonesse (Département Val-d’Oise) im Anflug auf den Flughafen Paris-Le Bourget mit Bäumen und stürzte etwa 1,5 Kilometer vor dem Ziel ab. Beitragende Faktoren waren Pilotenfehler und schlechtes Wetter. Alle 16 Insassen, fünf Besatzungsmitglieder und 11 Passagiere, wurden getötet.
Am 26. Januar 1948 stürzte eine Sud-Est SE.161 Languedoc (F-BCUC) auf einem Trainingsflug etwa 8 km südlich des Flughafens Le Bourget in eine Möbelfabrik im Pariser Vorort Romainville. Alle neun Besatzungsmitglieder wurden getötet.
Am 4. Februar 1948 wurde eine Sud-Est SE.161/P7 Languedoc der Air France (F-BATK) am Flughafen Marseille-Marignane (Frankreich) als Totalschaden abgeschrieben. Nähere Einzelheiten sowie Informationen über Personenschäden sind nicht bekannt.
Am 10. Februar 1948 wurde eine Sud-Est SE.161/P7 Languedoc der Air France (F-BATH) in Paris irreparabel beschädigt.
Am 10. April 1948 verunglückte eine Douglas DC-4-1009 der Air France (F-BBDC) beim Start zu einem Positionierungsflug auf dem Flughafen Kano (Nigeria). Aufgrund eines blockierten Bugfahrwerks geriet das Flugzeug schon nach 480 Metern von der Startbahn ab, kreuzte eine andere Bahn und einen Graben, beschleunigte weiter immer noch mit Vollgas, und schlug schließlich in ein Gebäude ein. Dabei wurde von den 6 Besatzungsmitgliedern, den einzigen Insassen, eines getötet (siehe auch Flugunfall der Air France in Kano 1948).
Am 14. Juni 1948 fing eine Sud-Est SE.161/P7 Languedoc der Air France (F-BATG) auf dem Flugplatz Coulommiers (Département Seine-et-Marne) beim Betanken Feuer. Ein Pilot und die acht anderen Insassen konnten sich retten, bevor das Flugzeug komplett ausbrannte.
Am 12. Juli 1948 kam es mit einer eine Douglas DC-4-1009 der Air France (F-BBDL) auf dem Flughafen Paris-Orly (Frankreich) zu einer Bruchlandung. Die Maschine fing Feuer und brannte aus. Alle 12 Insassen, vier Besatzungsmitglieder und 8 Passagiere, überlebten den Unfall.
Am 1. August 1948 befand sich ein sechsmotoriges Flugboot des Typs Latécoère 631 der Air France (F-BDRC) auf dem Flug von Fort-de-France, Martinique, nach Port Etienne (heute Nouadhibou, Mauretanien). Das Flugboot verschwand über dem Atlantischen Ozean vor Afrika, etwa 1900 km westlich Dakar, Senegal. Einige verbrannte Wrackteile wurden später gefunden, keine Spur jedoch von den 52 Menschen an Bord (siehe auch Air-France-Flug 072).Air-Britain Archive: Casualty compendium part 47 (englisch), Dezember 1992, S. 110.
Am 29. August 1948 wurde eine Sud-Est SE.161/P7 Languedoc der Air France (F-BATO) auf dem Flughafen Paris-Orly (Frankreich) bei einem Hangarbrand zerstört. Personen kamen nicht zu Schaden.
Am 23. November 1948 stürzte eine Sud-Est SE.161/P7 Languedoc der Air France (F-BATM) beim Start vom Flugplatz Toulouse-Montaudran (Frankreich) ab. Bei der Wartung waren die Seile für die Steuerung der Querruder durch die Mechaniker über Kreuz, also verkehrt herum, installiert worden. Der Testpilot wurde getötet, die anderen vier Besatzungsmitglieder überlebten (siehe auch Flugunfall der Air France bei Toulouse 1948).
Am 9. April 1949 überrollte eine Sud-Est SE.161/P7 Languedoc der Air France (F-BATU) bei der Landung auf dem Flughafen Nizza das Landebahnende und kollidierte mit einer Begrenzungsmauer. Das Flugzeug wurde irreparabel beschädigt. Alle 35 Insassen, fünf Besatzungsmitglieder und 30 Passagiere, überlebten den Unfall.
Am 20. Oktober 1949 flog eine Douglas DC-4/C-54A-15-DC der Air France (F-BBDS) 3 Kilometer vor dem Flughafen Karatschi (Pakistan) in sandiges Buschland. Diesen CFIT (Controlled flight into terrain) überlebten alle Insassen. Das Flugzeug wurde irreparabel beschädigt.
Am 28. Oktober 1949 wurde eine Lockheed L-749 Constellation (F-BAZN) auf der Azoreninsel São Miguel im Landeanflug auf den Flughafen Santa Maria in den Berg Monte Redondo geflogen. Die Maschine war auf dem Flug von Paris nach New York. Alle 48 Menschen an Bord wurden getötet (siehe auch Air-France-Flug 009).
Am 28. November 1949 wurde eine Douglas DC-4/C-54A-15-DC der Air France (F-BELO) im Anflug auf den nebelverhangenen Flughafen Lyon-Bron bei Saint-Just-Chaleyssin (Département Isère, Frankreich) gegen einen Baum auf einer kleinen Anhöhe geflogen. Der Punkt befand sich noch volle 16 Kilometer südsüdöstlich des Zielflughafens. Die Maschine stürzte zu Boden und fing Feuer. Bei diesem CFIT (Controlled flight into terrain) wurden von den 38 Insassen 5 getötet, vier Besatzungsmitglieder und ein Passagier.
1950er-Jahre