Hinterhof (nürnbergisch: HindahufD. Fastnacht: Nürnberg, S. 156. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: hįndɐhūv.) ist eine Wüstung im Gemeindegebiet der kreisfreien Stadt Nürnberg.

Geographie Der Weiler lag auf einer Höhe von inmitten einer Waldlichtung. Es entsprangen dort der Schnackenwinkelbrunngraben und der Hinterhofgraben, beides rechte Zuflüsse der Rednitz. Eine Gemeindeverbindungsstraße führte nach Maiach (1,5 km nördlich) bzw. nach Königshof (1,6 km südöstlich).

Geschichte Der Ort wurde im Jahr 1385 als „zw hintern Hoffe“ erstmals urkundlich erwähnt. 1388 wurde der Ort „zu dem Nẏdern Meẏach“ genannt. Der Ortsname ist also eine Lageangabe, die Bezug nimmt auf dem vorderen Hof (=das heutige Maiach).D. Fastnacht: Nürnberg, S. 155ff.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Hinterhof ein Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Oberamt Schwabach aus, was aber von der Reichsstadt Nürnberg bestritten wurde. Grundherr des Hofes war die Kommende Nürnberg.H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 127. Es gab zu dieser Zeit eine Untertansfamilie.

Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Schwabach. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Hinterhof dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Eibach (I. Sektion) und der im selben Jahr gegründeten Ruralgemeinde Eibach zugeordnet. 1922 wurde Hinterhof nach Nürnberg eingemeindet.H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 237 = F. Eigler: Schwabach, S. 471. 1965 wurde der Ort für den Bau des Nürnberger Hafens eingeebnet und 1975 die Ortsbezeichnung Hinterhof aufgehoben.W. Fischer-Pache: Hinterhof, S. 447f.

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1836 1840 1861 1871 1885 1900 1910Einwohner 24 31 34 41 48 44 76 110HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1836 und 1885 bis 1900 als Wohngebäude. 3 3 4 9 8 Quelle

Religion Hinterhof war seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Johannes Baptist (Eibach) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ersterwähnung 1385 Kategorie:Wüstung in Nürnberg Kategorie:Wüstwerdung 1965