Eberhard Spree (* 4. August 1960 in Berlin-Weißensee) ist ein deutscher Kontrabassist, Orchestermusiker, Musikhistoriker und Autor.
Leben und Werk Eberhard Spree wurde als Sohn eines Pfarrers geboren und wuchs in Großräschen-Süd und Woltersdorf bei Luckenwalde auf. Mit acht Jahren erhielt Spree an der Musikschule Senftenberg (heute Musikschule Oberspreewald-Lausitz) erstmals Geigenunterricht. Da ihm aus politischen Gründen eine weiterführende schulische Ausbildung verwehrt wurde, absolvierte er nach dem Abschluss der Polytechnischen Oberschule von 1977 bis 1979 eine Ausbildung zum Baufacharbeiter. Noch während seiner Lehre nahm er Kontrabassunterricht an der Musikschule Luckenwalde (heute Kreismusikschule Teltow-Fläming). Nach seiner Zeit als Bausoldat studierte er von 1981 bis 1986 im Hauptfach Kontrabass an der Leipziger Hochschule für Musik „Felix Mendelssohn Bartholdy“. Nach seinem Studium arbeitete er als Solo-Kontrabassist zunächst an der Robert-Schumann-Philharmonie in Karl-Marx-Stadt und ab 1988 bei der Jenaer Philharmonie. Seit dem 1. August 1989 ist er Kontrabassist im Gewandhausorchester in Leipzig.
2018 wurde er mit der Arbeit Die verwitwete Frau Capellmeisterin Bach. Studie über die Verteilung des Nachlasses von Johann Sebastian Bach an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden promoviert. Mit seiner Dissertation und einem weiteren Buch zum Thema gilt er als einer der führenden Experten zum Leben und Wirken Anna Magdalena Bachs, der Ehefrau von Johann Sebastian Bach.Sven Hiemke: Die verwitwete Frau Capellmeisterin Bach. Studie über die Verteilung des Nachlasses von Johann Sebastian Bach. [Rezension]. In: Musik & Kirche. Die Zeitschrift für Kirchenmusik. 89 (2019), Nr. 6, , S. 409–410. Zudem befasst er sich mit Bachs Engagement im kursächsischen Bergbau. Seit 2024 ist Spree Kolumnist beim US-amerikanischen Online-Magazin M&C. Man & Culture Magazine.
Eberhard Spree lebt und arbeitet in Leipzig. Er ist seit 1986 mit Elisabeth Spree, geb. Gädeke, verheiratet, aus der Ehe gingen sechs Kinder hervor. Sein Bruder Hans-Christoph ist Kontrabassist im Konzerthausorchester Berlin.
Publikationen (Auswahl) Johann Sebastian Bach und der Ursula-Erbstollen, Teil 1. In: ACAMONTA. Zeitschrift für Freunde und Förderer der Technischen Universität Bergakademie. 19 (2012), , S. 171–174. Johann Sebastian Bach und der Ursula-Erbstollen, Teil 2. In: ACAMONTA. Zeitschrift für Freunde und Förderer der Technischen Universität Bergakademie. 20 (2013), , S. 168–173. Spekulationen mit Bergbauaktien? Johann Sebastian Bachs finanzielles Engagement beim Ursula Erbstolln zu Kleinvoigtsberg. In: Der Anschnitt. Zeitschrift für Montangeschichte. 67 (2015), Nr. 4/5, , S. 146–158. Max Regers letzte Stunden. In Vorbereitung des Reger-Jahres 2016 soll an seinem Sterbeort in Leipzig eine Gedenktafel angebracht werden. In: Leipziger Blätter. 67 (2015), , S. 42–43. Zum Erwerb von Bergwerks-Kuxen durch Johann Sebastian Bach. In: Mitteilungsblatt. Sonderedition für die Neue Bachgesellschaft e.V. (2015), Nr. 75, , S. 36–38. Felix Mendelssohn Bartholdys Leipziger Wohnung. Über Lage und Nutzung der Wohnung der Familie Mendelssohn Bartholdy in der Leipziger Königsstraße. In: Leipziger Almanach 2015/2016. Informationen, Kalendarien, Aufsätze, Hrsg.: Stadt Leipzig, der Oberbürgermeister, Stadtarchiv Leipzig. Leipziger Universitätsverlag, Leipzig 2017, ISBN 978-3-96023-178-3, S. 41–66. Der Bergwerksanteil Johann Sebastian Bachs – Schlüssel für musikwissenschaftliche Forschungen über seine Familie. In: ACAMONTA. Zeitschrift für Freunde und Förderer der Technischen Universität Bergakademie Freiberg. 25 (2018), , S. 176–179. Der Kapellmeister Johann Sebastian Bach als Anteilseigner des Ursula Erbstollns. Eine Studie über Zubußen und Zubußzechen. In: Gelebte Tradition – die Silberstadt Freiberg im Spiegel der Montangeschichte, Hrsg.: Saxonia-Freiberg-Stiftung Freiberg. SAXONIA Standortentwicklungs- und -verwaltungsgesellschaft, Freiberg 2018, ISBN 978-3-934409-90-3, S. 145–158. Die verwitwete Frau Capellmeisterin Bach. Studie über die Verteilung des Nachlasses von Johann Sebastian Bach. Kamprad, Altenburg 2019, ISBN 978-3-95755-642-4. Das „nicht entwickelte Genie“. Ein neues Dokument zu Gottfried Heinrich Bach. In: Bach-Magazin (2019/2020), Nr. 34, , S. 44–45. Der geistliche Interpret. In: Michael Heinemann, Bernhard Hentrich (Hrsg.): Erfahrungen mit Bach. Ein Dresdner Bach-Buch (= Bach nach Bach. Band 3). Dohr, Köln 2020, ISBN 978-3-86846-158-9. Krisen, Erfolge, Bruder Fritz, Schloss Dölkau und anderes. Aus dem Leben eines 20-Jährigen. In: Beatrix Borchard, Kerstin Schüssler-Bach (Hrsg.): Brahms-Studien. 19 (2021), Johannes-Brahms-Gesellschaft Hamburg Internationale Vereinigung e. V. Olms, Hildesheim u. a. 2021, , S. 317–339. Die Frau Capellmeisterin Anna Magdalena Bach. Ein Zeitbild. Kamprad, Altenburg 2021, ISBN 978-3-95755-663-9. Zeit- und familiengeschichtliche Überlegungen zu Anna Magdalena Bach und ihren Clavier-Büchlein. In: Peter Wollny (Hrsg.): Bach-Jahrbuch 2024. Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2025, ISBN 978-3-374-07779-3, S. 201–210.
Literatur Hans-Rainer Jung: Das Gewandhausorchester. Seine Mitglieder und seine Geschichte seit 1743, mit Beiträgen zur Kultur- und Zeitgeschichte von Claudius Böhm. Faber & Faber, Leipzig 2006, ISBN 978-3-936618-86-0, S. 304. Jan Brachmann: Was hieß es, Bachs Frau zu sein? Ein Gespräch mit dem Musikhistoriker Eberhard Spree. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung (2019), Nr. 179 vom 5. August, , S. 13 (online, abgerufen am 13. Juni 2023).
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Kontrabassist Kategorie:Musiker (Leipzig) Kategorie:Gewandhausmusiker Kategorie:Autor Kategorie:Bach-Forscher Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1960 Kategorie:Mann