alt=Bild (Oberkörper) einer schwarzen Frau mit Cornrow-Frisur, die ein Kopfbügelmikrofon trägt. Sie lächelt leicht und blickt nach rechts. Hinter ihr eine gelbe Wand mit großen schwarzen Buchstaben, C, A und S sind erkennbar.|mini|Anna Dushime auf der re:publica 2023 Anna Dushime (geboren 1988 in Kigali) ist eine deutsche Journalistin, Moderatorin, Podcasterin und Autorin.

Leben und Werk Anna Dushime wurde in Ruanda geboren und konnte 1994 im Alter von fünf Jahren mit ihrer Mutter und ihren Schwestern vor dem Völkermord in Ruanda zunächst nach Uganda entkommen. Anschließend lebte sie in England, wo sie auch die Schule begann, und zog 1999 mit zehn Jahren nach Deutschland. In Neukirchen-Vluyn am Niederrhein erlebte sie ihre Familie lange als einzige schwarze Familie im Ort, was besonders in ihrer Jugend ihr Selbstwertgefühl belastete. Während des Genozids wurden viele Männer ihrer Familie, darunter ihr Vater, von Hutu-Milizen getötet; das Aufwachsen in einer vor allem von verwitweten Frauen getragenen Familie prägte ihr Verständnis von alternativen Familienmodellen. Sie studierte internationales Marketing in den Niederlanden und Ungarn und schloss dieses Studium 2012 ab. In der Folge arbeitete sie unter anderem für Researchgate und als Redakteurin für BuzzFeed, bevor sie 2019 zur Steinberger Silberstein GmbH wechselte.

Für die Berliner Tageszeitung taz verfasste Anna Dushime von 2019 bis 2022 die Kolumne Bei aller Liebe, die sich mit Themen rund um Beziehungen, aber auch Rassismus beschäftigte. Ebenfalls seit 2019 moderierte sie für Ärzte ohne Grenzen den Podcast Notaufnahme. Anna Dushime hat außer für die taz auch journalistische Texte für die Zeit online, Edition F und für BuzzFeed verfasst. Im Fernsehen war sie in mehreren Talkshows, z. B. 2021 bei Maischberger und im Kölner Treff sowie ebenfalls 2021 bei deep und deutlich zu sehen.

Als Redaktionsleitung der Produktionsfirma Steinberger Silberstein GmbH ist Anna Dushime für das mit dem Grimme-Preis ausgezeichnete Satireformat Browser Ballett und für die Sendung Aurel Original mit Aurel Mertz verantwortlich. Im Rahmen des Browser Ballett tritt Anna Dushime auch selbst auf, sie spielt sich dabei selbstironisch als überforderte Redaktionsleiterin. Diese Rolle nimmt sie auch in der Fernsehserie Browser Ballett – Satire in Serie ein, wo sie zum Hauptcast der Serie zählt.

Als Moderatorin war Anna Dushime unter anderem auf der re:publica 2023 auf der Hauptbühne zu sehen, ebenso bei der von der ARD übertragenen Verleihung des CIVIS Medienpreises 2022. Sie wirkte auch an dem mit der Verlagsprämie des Freistaats Bayern 2021 ausgezeichneten Essayband Schwarz wird großgeschrieben mit.

2024 erhielt Anna Dushime den Grimme-Preis Spezial für ihre Gesprächsführung in „Der letzte Drink mit Anna Dushime“.

2026 erschien bei Kiepenheuer & Witsch ihr autobiografischer Datingratgeber 1000 letzte Dates: Wie ich die Liebe suchte und etwas Besseres fand. Darin verarbeitet Dushime ihre Rückkehr zum Online-Dating nach zwölfjähriger Datingpause als getrennterziehende Mutter und nutzt Erlebnisse mit Dating-Apps wie Tinder, Hinge und Bumble als Ausgangspunkt für ihre Kritik an heteronormativen Beziehungserwartungen, Patriarchat und Rassismus. Das Buch stellt überdies Freundschaften und alternative Familienmodelle stärker in den Vordergrund als romantische Paarbeziehungen.

Dushime hat ein Kind und lebt getrennt von dessen Vater.

Weblinks

Anna Dushime: Dating als schwarze Frau, Interview mit Anna Dushime in der ZDF-Sendung Deep und deutlich vom 21. Oktober 2021

Einzelnachweise

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