Great White ist eine US-amerikanische Hard-Rock-Band aus Südkalifornien. Sie hatte ihre erfolgreichste Phase Mitte bis Ende der 1980er-Jahre. 2001 löste sie sich auf, trat aber unter dem Namen Jack Russell's Great White weiterhin auf und geriet im Jahr 2003 in die Schlagzeilen, als aufgrund einer Feuertragödie bei einem ihrer Konzerte in Rhode Island hundert Menschen starben. Seit 2006 firmiert die Gruppe wieder unter dem ursprünglichen Namen Great White. Sänger und Mitgründer Jack Russell verließ 2011 die Band und gründete Jack Russell's Great White als neues Projekt.
Geschichte 1982–1991: Gründung, Aufstieg und Erfolge Great White entstand im Jahr 1982 in Huntington Beach aus den Überresten der L.A.-Club-Band Dante Fox in der Besetzung Jack Russell (Gesang), Mark Kendall (Gitarre), Lorne Black (Bass) und Gary Holland (Schlagzeug). Sie unterschrieben bei EMI ihren ersten Plattenvertrag. Das von Michael Wagener produzierte Debütalbum erschien 1984. Die Verkäufe waren relativ schwach, weswegen EMI das Interesse an der Band verlor.
Richtig in Schwung kam die Karriere der Band erst 1986 mit dem selbstfinanzierten Album Shot in the Dark, worauf Great White von Capitol Records, einer Tochterfirma der EMI, unter Vertrag genommen wurde. Zur Band gehörten zu diesem Zeitpunkt der Sänger Jack Russell, der Gitarrist Mark Kendall, der Schlagzeuger Audie Desbrow und der Bassist Lorne Black. Die Platte kam bis in Top 100 der US-Albumcharts.
Das darauffolgende Album Once Bitten erschien 1987 in zwei verschiedenen Auflagen in den USA und Europa. In Europa enthielt das Album auch Songs des damals hier nicht erhältlichen Shot in the Dark. Supporttourneen für Night Ranger und Twisted Sister steigerten den Bekanntheitsgrad der Band. Die beiden Singles Rock Me und Save Your Love trugen ebenfalls dazu bei, dass das nächste Album …Twice Shy der Band 1989 zum Durchbruch verhalf. Die Platte erreichte Doppelplatinstatus in den USA. Für den Song Once Bitten Twice Shy wurde die Band für einen Grammy nominiert.
Das Nachfolgealbum Hooked (1991) verkaufte sich ebenfalls gut, bevor es – nicht zuletzt auch aufgrund der einsetzenden Grunge-Bewegung – mit der Popularität der Band abwärtsging.
1992–2001: Die Popularität schwindet, Auflösung der Band Bereits ab 1992 sank der Stern der Band. Das Album Psycho City konnte den Erfolg der Vorgänger nicht halten und die Band verlor daraufhin ihren Plattenvertrag bei Capitol Records. Die nächste Platte Sail Away erschien 1994 bei Zoo Entertainment und floppte ebenso wie die beiden nächsten Studioalben Let It Rock aus dem Jahr 1996 und You Can’t Get There from Here von 1999.
Zwischenzeitlich trat Great White immer öfter als Coverband in Aktion. 1998 veröffentlichte sie mit Great Zeppelin ein Led-Zeppelin-Tributealbum und 2002 ein weiteres Coveralbum namens The Final Cuts. Darüber hinaus kam im Jahr 2000 mit Latest and Greatest auch noch eine Platte auf den Markt, auf der sich die Band selbst coverte und einige ihrer alten Songs neu einspielte.
Auflösungsgerüchte und Besetzungswechsel taten ihr Übriges, um am Image der Band zu kratzen. Trotzdem tourte die Band in regelmäßigen Abständen durch die Lande. 2000 feuerte man Sean Mc Nabb und Audie Desbrow. Desbrow beschwerte sich, dass er nicht bezahlt wurde. Im November 2001 wurde die Auflösung der Band bekannt gegeben und am 31. Dezember 2001 spielte die Band ihr Abschiedskonzert. Das daraufhin veröffentlichte Live-Album Thank You...Goodnight! dokumentierte das Abschiedskonzert. Russell ging ab 2002 auf Tournee mit seiner Solo-Band, bei der teilweise auch Kendall bei einigen Konzerten mitspielte und er erlaubte Russell dafür die Bezeichnung Jack Russell’s Great White – featuring Jack Russell & Mark Kendall zu benutzen. Die so angekündigten Konzerte enthielten größtenteils Lieder von Great White, aber auch teilweise Lieder aus den Solo-Alben von Russell.
2003: Die Feuerkatastrophe von West Warwick
Der Tiefpunkt ihrer Karriere war zweifellos der 20. Februar 2003, als bei einem Konzert im Club The Station in West Warwick, Rhode Island, ein Feuer ausbrach. Die eingesetzte Pyrotechnik setzte die mit Polyurethaneschaum verkleidete Decke des Clubs in Flammen und löste einen Brand aus, der sich rasend schnell ausbreitete. Durch das Feuer, durch Rauchvergiftungen und eine Massenpanik starben 100 Menschen, darunter der Bandgitarrist Ty Longley.
Bei der darauffolgenden Gerichtsverhandlung war die Band ebenfalls angeklagt, wurde aber in allen Punkten freigesprochen. Der Manager der Band, dem man die Verantwortung für die Lichtshow anlastete, wurde zu fünfzehn Jahren Haft verurteilt, aber nach vier Jahren entlassen. Great White rief nach dem Unglück den The Station Family Fund ins Leben und sammelte durch Veröffentlichungen und Konzerte Geld für die Hinterbliebenen der Opfer.
Ab 2006: Das Comeback Im Dezember 2006 gab die Band in der Besetzung Jack Russell (Gesang), Mark Kendall (Gitarre), Michael Lardie (Gitarre, Keyboards), Sean McNabb (Bass) und Audie Desbrow (Schlagzeug) das Comeback bekannt. Zum 25-jährigen Bandjubiläum tourte man im Folgejahr zunächst durch Nordamerika. Das neue Studioalbum Back to the Rhythm wurde in den USA am 17. Juli und in Europa am 31. August 2007 veröffentlicht. 2009 erschien dann das Album Rising.
2010 wurde Terry Ilous der neue Sänger der Band, der zunächst als temporärer Ersatz für Russell geplant war, da dieser gerade unter Alkoholproblemen litt.blabbermouth.net 2012 erschien mit dem neuen Sänger das Album Elation. 2018 wurde Mitch Malloy der neue Sänger der Band. Im Jahr 2022 trennte sich die Band von Malloy und engagierte Andrew Freeman, von der Band Last in Line, als neuen Sänger. Am 19. Oktober 2022 wurde bekannt gegeben, dass Brett Carlisle (der einen Monat zuvor bei einigen Terminen für Freeman eingesprungen war) aufgrund von Freemans Engagement bei Last in Line der neue Sänger der Band ist.
Ab 2011: Zwei Band-Versionen von Great White Nachdem sich Jack Russell von einigen gesundheitlichen Problemen wieder erholt hatte, gründete er im Dezember 2011 eine komplett neu zusammengestellte Band mit dem Namen Jack Russell’s Great White.
Die Besetzung der Band im Jahr 2017 bestand aus:
Jack Russell – Gesang, Percussion Tony Montana – Gitarre, Begleitgesang, Tasteninstrumente, Mundharmonika Robby Lochner – Leadgitarre, Begleitgesang Dan McNay – E-Bass Dicki Fliszar – Schlagzeug, Begleitgesang
Im Dezember 2014 veröffentlichte die Band das Lied Hard Habit als MP3-Download. Im Januar 2017 wurde das Album He Saw It Coming veröffentlicht. Im August 2024 starb Russell an den Folgen neurodegenerativer Erkrankungen.
Diskografie
Studioalben 1984: Great White 1984: Stick It 1986: Shot in the Dark 1987: Once Bitten 1989: …Twice Shy 1991: Hooked 1992: Psycho City 1994: Sail Away 1996: Let It Rock 1999: Can’t Get There from Here 2000: Latest and Greatest (neuaufgenommene Bandklassiker) 2002: The Final Cuts (Coveralbum, auch unter den Titeln Recover, House of Burning Love, Revisiting Familiar Waters und Love Removal Machine veröffentlicht) 2007: Back to the Rhythm 2009: Rising 2012: Elation 2017: He Saw It Comin’ (Jack Russell’s Great White) 2017: Full Circle
Livealben 1988: Recovery: Live! 1990: Live In London 1991: Live in New York (nur in Japan als CD-Zugabe zur ersten Pressung vom Album Hooked veröffentlicht) 1994: Anaheim live (als CD-Zugabe von Sail away erhältlich) 1995: Stage 1998: Great Zeppelin (Coveralbum, ausschließlich mit Led-Zeppelin-Songs) 2002: Thank You… Goodnight (auch 2006 unter Once bitten, twice live erschienen) 2013: 30 Years-Live from the Sunset Strip
Kompilationen 1993: The Best of Great White (US: ) 1997: The Gold Collection 1997: Rock Me 2000: Rock Champions 2000: Gallery 2001: Greatest Hits 2013: Greatest Hits 2014: Saturday Night Special (Ready for Rock ’n’ Roll Part II)
Singles und EPs 1983: Out Of The Night (EP) 1984: Substitute 1984: Street Killer 1984: On Your Knees 1986: Waiting For Love 1986: Run Away 1986: Face the Day 1987: Mistreater 1987: Rock Me 1987: Save Your Love 1987: Lady Red Light 1989: Once Bitten, Twice Shy 1989: Heart the Hunter 1989: The Angel Song 1990: Congo Square 1990: House of Broken Love 1990: Mista Bone 1991: Call It Rock ’n’ Roll 1991: The Blue EP (EP)
Videoalben 2002: My My My 2007: Live & Raw
Solo-Alben von Jack Russell 1996: Shelter Me (nur in Japan veröffentlicht) 2002: For You
Auszeichnungen für Musikverkäufe Goldene Schallplatte
1989: für das Album Once Bitten 1991: für das Album Hooked2× Platin-Schallplatte
1992: für das Album …Twice Shy
Quellen
Weblinks
Offizielle Website Jack Russell’s Great White Great White. Music Might (englisch) ausführliche Biografie. Diskografie von Great White. discogs.com
Kategorie:US-amerikanische Band Kategorie:Hard-Rock-Band Kategorie:Glam-Metal-Band Kategorie:Rockband