Artur Ressel (* 25. Mai 1896 in Gablonz, Österreich-Ungarn; † 26. April 1966 in Aichhalden) war ein deutscher Maler und Illustrator der Neuen Sachlichkeit.Městská knihovna Jablonec nad Nisou - Artur Ressel (tschech.) (abgerufen am 10. Juni 2023)Invaluable - Artur Ressel (engl.) (abgerufen am 10. Juni 2023)
Leben und Wirken Artur Ressel entstammte einer Lehrerfamilie und absolvierte zunächst die Staatsfachschule für Kunstgewerbe in Gablonz. Danach studierte er an der Akademie der Bildenden Künste Prag bei Franz Thiele. Sein Studium wurde durch den Ersten Weltkrieg unterbrochen, den er in den Jahren 1916 bis 1918 an der italienischen Front erlebte. Nach dem Abschluss seines Studiums begann er, durch Europa zu reisen. Er lebte u. a. in Dresden, wo er Schüler von Oskar Kokoschka an der Kunstakademie Dresden war, und in der Künstlerkolonie Worpswede. Im Jahr 1922 ließ er sich in Agnetendorf im Riesengebirge nieder. Dort heiratete er 1925 die Tochter des Schriftstellers Bernhard Wilm (1872–1953) aus Saalberg, begann mit dem Ausbau seines Wohnhauses (Agnetendorf Nr. 126nach Adreßbuch Agnetendorf 1930) und lernte den Schriftsteller Gerhart Hauptmann kennen. Er gehörte zur Künstlervereinigung St. Lukas in Schreiberhau und war auch an deren Ausstellungen beteiligt. (Künstlerkolonie Schreiberhau) (poln.) (abgerufen am 10. Juni 2023) Er war auch Mitglied des Metznerbundes.Kunstarchiv abArt: Artur Ressel (tschech.) (abgerufen am 16. November 2023)
Im Jahr 1932 erhielt er den Prix de Rome und konnte das Studienjahr 1933/34 in der Villa Massimo in Rom verbringen. Als Illustrator hat er u. a. das Buch Der Ackermann aus Böhmen des Johannes von Saaz (Ausgabe 1921, Reichenberg) illustriert.
Er trat bereits vor der Machtergreifung am 1. September 1932 der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 1.204.107). In der Zeit des Nationalsozialismus war Ressel Mitglied der Reichskammer der bildenden Künste. Für diese Zeit ist seine Teilnahme an vierzehn großen Ausstellungen und zwei Einzelausstellungen sicher belegt.Martin Papenbrock, Gabriele Saure (Hrsg.): Kunst des frühen 20. Jahrhunderts in deutschen Ausstellungen. Teil 1. Ausstellungen deutsche Gegenwartskunst in der NS-Zeit. VDG, Weimar, 2000 Er gewann auch den von NSDAP-Gauleiter Josef Wagner gestifteten „Schlesischen Kunstpreis“ 1937 für sein Ölgemälde „Nachbarhäuser“.Solinger Tageblatt vom 12. November 1937, S. 2. Aufgrund seiner Freundschaft zu Gerhart Hauptmann konnten Ressels Bilder nach dem Kriegsende gerettet werden, da sie der Schriftsteller bei der Ausreise aus Schlesien als „persönliches Eigentum“ mitnehmen durfte. Artur Ressel musste 1946 Schlesien verlassen und ging nach Zwischenaufenthalt in Marklohe nach Aichhalden bei Schramberg im Schwarzwald.
Artur Ressel war ein vielseitiger bildender Künstler, er malte Porträts und Landschaften und illustrierte Bücher. Ab 1920 beteiligte er sich an verschiedenen Kunstausstellungen. Im Jahr 1927 hatte er seine erste Einzelausstellung in Breslau und seine Gemälde gelangten in öffentliche und private Sammlungen.
Er war vor allem in Schlesien ein anerkannter Maler und wurde auch als „Maler des Riesengebirges zwischen Moderne und Heimatkunst“ bezeichnet, da sich seine künstlerische Ausdrucksweise zwischen Neuer Sachlichkeit und der Heimatmalerei von Bewohnern des Riesengebirges bewegte. Vielfach wird sein Stil auch mit dem des Malers Otto Dix verglichen.Agata Rome-Dzida: Artur Ressel. Malarz w Karkonoszach Pomiędzy Nowoczesnością a Heimatkunst (Artur Ressel. Ein Maler im Riesengebirge - zwischen Moderne und Heimatkunst) - mit zahlreichen Abbildungen, in Rocznik Jeleniogórski, Towarzystwo Przyjaciół Jeleniej Góry, 2011, t. XLIII, PL ISSN 0080-3480, S. 67–98 (poln.) (abgerufen am 10. Juni 2023)
1962 wurde er in die Stiftung „pro otio“ der Oberschwäbischen Elektrizitätswerke, die mit einer Ehrengabe auf Lebenszeit verbunden war, aufgenommen. Seine sterblichen Überreste wurden nach Marklohe überführt.Rudolf Hemmerle In: Mitteilungen des Sudetendeutschen Archivs. Ausgaben 82–85, S. 40–41.
Werke (Auswahl) Porträt einer Dame (Frau Grundmann), 1927, Nationalgalerie PragNationalgalerie Prag - Artur Ressel (abgerufen am 10. Juni 2023) Tinka, 1928, Kulturhistorisches Museum Görlitz Gablonz, Josef-Pfeiffer-Strasse 34 (Bildnis des Vaters), 1929, Ostdeutsche Galerie RegensburgKunstbeziehung - Gablonz (abgerufen am 10. Juni 2023) Weg nach Fiesole, 1934, Kulturhistorisches Museum GörlitzRessel: Weg nach Fiesole (abgerufen am 10. Juni 2023) Porträt meiner Frau, 1927 Porträt der Familie von Bernhard Wilm, 1929 Familienausflug, 1931 Blühender Kaktus, 1931 Mein Atelier in Agnetendorf, 1932 Selbstbildnis, 1934 Porträt der Familie, 1936 Selbstporträt mit meiner Frau, 1939 Porträt Gerhart Hauptmann, 1945 Blick auf den Bergkamm, 1945 (später umbenannt in Das verloren Paradies) Faun belauscht ein Mädchen, 1945, Öl auf Holztafel Porträt Dr. Frieslich mit Pelzkragen, Öl auf Holztafel, 1947 Deutsches Dorf, 1947 Porträt einer Dame vor dem Tempel in Overschie (bei Rotterdam), 1953 Madonna, 1953
Sicher belegte Teilnahme an Einzelausstellungen in der Zeit des Nationalsozialismus
1940: Dessau, Anhaltinischer Kunstverein (mit Walter Buhe) 1942: Karlsruhe, Badischer Kunstverein (mit Erwin Hass und E. W. Schroeter)
Literatur
Einzelnachweise
Kategorie:Maler (Deutschland) Kategorie:Träger des Rompreises Villa Massimo Kategorie:Person im Ersten Weltkrieg (Österreich-Ungarn) Kategorie:Person (Cisleithanien) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1896 Kategorie:Gestorben 1966 Kategorie:Mann