mini|Schall und Rauch, 26. März 1920 Schall und Rauch war ein Kabarett in Berlin von 1919 bis 1921, in dem Kurt Tucholsky, Friedrich Hollaender und weitere Künstler mitwirkten.
Geschichte Gründung Max Reinhardt organisierte in seinem Neuen Schauspielhaus am Schiffbauerdamm die Vorbereitungen für das neue Cabaret Schall und Rauch. Er stellte Räumlichkeiten im Keller zur Verfügung, sowie Schauspieler und weitere Mitarbeiter. Am 8. Dezember 1919 gab es den ersten Auftritt.
Beteiligte Persönlichkeiten Erster Direktor war Rudolf Kurtz, dessen Stellvertreter Heinz Herald. Die Texte der Programme wurden vor allem von Walter Mehring und Klabund geschrieben, weitere Autoren waren Kurt Tucholsky und später Joachim Ringelnatz, auch Texte von Erich Kästner und anderen Autoren wurden vorgetragen. Die musikalische Leitung hatte Friedrich Hollaender, weitere Komponisten und Pianisten waren Werner Richard Heymann und Mischa Spoliansky. Bühnenbilder und Kostüme entwarfen Ernst Stern, sowie gelegentlich auch George Grosz und John Heartfield. Zu den Schauspielern gehörten der beeindruckende Kabarettist Paul Graetz, sowie Blandine Ebinger, Trude Hesterberg und weitere. Auch die Ausdruckstänzerin Valeska Gert erhielt viel Aufmerksamkeit.
Inhalte Schall und Rauch war das erste Kabarett im Berlin der jungen Weimarer Republik mit einem gehobenen Niveau. Es wurden vor allem das Zeitgeschehen satirisch kommentiert, dabei Politiker und weitere Personen karikiert. Vorbilder waren das frühere Schall und Rauch von Max Reinhardt von 1901/03, aus dem auch einige Motive übernommen wurden, sowie das Cabaret Voltaire aus Zürich.
Weitere Entwicklung
Seit etwa April 1920 ging die Leitung des Kabaretts in verschiedene Hände über. Seit September 1920 war Hans von Wolzogen neuer Direktor. In den folgenden Monaten wurden die Programme seichter und verloren ihren politischen Biss. Im März 1921 fand die letzte Vorstellung statt.
Literatur Schall und Rauch. Dezember 1919–Februar 1921, Programmhefte. Kunstanstalt Quadriga, Berlin (Repr.: Berlin : Buchverl. Der Morgen, 1985) . Walter Mehring: Schall und Rauch. Einfach klassisch. Eine Orestie mit glücklichem Ausgang. Ein Puppenspiel. Fürstner, Berlin 1919, mit Illustrationen von George Grosz (drei Puppen von Grosz und John Heartfield) Neudruck, im Verlag Der Morgen, Berlin 1985. 2. Auflage des Neudrucks, in der Reihe Vergessene Autoren der Moderne Band 16. Hrsg. & Nachwort Didier Plassard. Universität Siegen, 1987. Friedrich Hollaender: Schall und Rauch. Lieder und Chansons. Schott Music, Mainz 1983, , ED 7147, Texte und Noten Schall und Rauch. Reprint der 13 Programmhefte von Dezember 1919 bis Februar 1921. Mit einem Nachwort von Kurt Wafner (Text). Buchverlag der Morgen, Berlin 1985 (Katalogeintrag k10plus).
Weblinks
Schall und Rauch Klabund.eu, mit ausführlichen Beschreibungen Programmhefte 1919 und 1920 Museum digital, Fotos
Einzelnachweise
Kategorie:Kabarett (Berlin) Kategorie:Ehemaliges Theater (Berlin) Kategorie:Gegründet 1919 Kategorie:Aufgelöst 1921