In der Kriegsmarine erreichten nur dreizehn Reserveoffiziere den Dienstgrad eines Kapitäns zur See der Reserve. In einen Admiralsdienstgrad wurde kein Reserveoffizier der Kriegsmarine befördert.
Von den 13 Reserveoffizieren in diesem Dienstgrad war lediglich Hellmuth von Ruckteschell Kommandant eines Kriegsschiffs gewesen. Bei den übrigen 12 Reserveoffizieren waren die Hälfte in ihrer Karriere Kommandant eines Bootsverbandes, meist von Sicherungsbooten, gewesen. Zwei weitere Kapitäne zur See der Reserve waren Artilleristen (einer bei der Küsten- und einer bei der Flakartillerie). Zusätzlich gab es mit Georg Wildemann und Gustav Freiherr von Liebenstein auch zwei Admiralstabsoffiziere, welche den Dienstgrad erreichten.
Reinhard Stumpf gibt an, dass von den sechs Reserveoffizieren, die nicht Kommandant eines Bootsverbandes waren, wohl keiner auch bei der Überführung in ein aktives Dienstverhältnis aufgrund ihres Werdegangs eine Chance auf die Beförderung in einen Admiralsdienstgrad gehabt hätte. Bei den restlichen Reserveoffizieren sah er eine gewisse Möglichkeit. Mit Paul Koslik gab es nur einen Marineangehörigen der Kriegsmarine, der Kapitän zur See der Reserve zur Verfügung wurde. Ebenfalls wurde mit Gerhard Harms nur ein Verwaltungsoffizier (V) zum Kapitän zur See der Reserve befördert.
Von den genannten Personen erhielten zwei besondere Orden. Hellmuth von Ruckteschell wurde am 23. Dezember 1942 mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub und Gustav Freiherr von Liebenstein am 3. September 1943 mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Eine Vielzahl der Kapitäne zur See der Reserve der Kriegsmarine erhielten in ihrer Laufbahn zwar nicht das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes aber das Deutsche Kreuz in Gold.
(Auszeichnungen: Deutsches Kreuz in Gold (DKiG), Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes (RK), Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub (RKmE), Ritterkreuz des Königlichen Hausordens von Hohenzollern (HH))
Kapitäne zur See der Reserve +Nr.NameGeburtsjahrBeförderungsdatumStellung bei BeförderungStellung bei KriegsendeAuszeichnungen1.Hellmuth von Ruckteschell18903. September 1942Kommandant des Hilfskreuzers MichelGehilfe des amtierenden Militärattachés in Japan HH, RKmE2.Anselm Lautenschlager18881. Oktober 1942Kommandeur der 4. Sicherungs-DivisionInspekteur Minenräumdienst DonauDKiG3.Otto Fontane18871. November 1943Kommandant von Sperrbrecher 22Chef der 3. Sperrbrecherflottille -4.Axel Loewe18831. Dezember 1943Einziger Kapitän zur See M. A. (Marineartillerie) d. R. der Kriegsmarine.Kommandeur der Marine-Flak-Abteilung 233, zugleich von Oktober 1943 bis November 1944 einziger Abschnittskommandant Swinemünde -5.Max Klein18921. März 1944Chef des Stabes beim B.S.N.Kommandeur der 8. Sicherungs-DivisionDKiG6.Georg Wildemann18881. März 1944Erster Admiralstabsoffizier im Stab des Admirals der norwegischen WestküsteChef des Stabes des Admirals der norwegischen Westküste -7.Paul Koslik18861. März 1944Einziger Kapitän zur See d. R. z. V. (zur Verfügung) der Kriegsmarine.Chef des Küstensicherungsverbands Norwegische Polarküsteim September 1944 verabschiedetDKiG8.Gustav Freiherr von Liebenstein18911. Juli 1944Chef des Stabes des Kommandierenden Admirals in den NiederlandenDKiG, RK9.Otto Lensch18911. September 1944Chef der 2. VorpostenflottilleChef der Sicherungs-Lehr-DivisionDKiG10.Günther von Selchow18911. Dezember 1944Kommandeur der Unterseebootsabwehrschule -11.Gerhard Harms18821. März 1945Einziger Kapitän zur See (V=Verwaltung) d. R. der Kriegsmarine. Referent Heimatverwaltung Norwegen am 31. März 1945 verabschiedet -12.Karl Diederichs18921. April 1945Chef des 5. KüstensicherungsverbandsDKiG13.unbekannt
Literatur
Walter Lohmann, Hans H. Hildebrand: Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945. Band 3, 1956, diverse Seiten.
Einzelnachweise
Kapitäne zur See der Reserve der Kriegsmarine, deutsche !