Rudolf Mirer (* 9. Juli 1937 in Chur; † 12. Januar 2025 in Obersaxen) war ein Schweizer Kunstmaler, Grafiker, Illustrator sowie Gestalter von Briefmarken und Gedenkmünzen.

Leben Rudolf Mirer war heimatberechtigt in Obersaxen und wuchs als Sohn eines Lehrers in verschiedenen Tälern Graubündens auf. Nach einer Ausbildung an der Kunstgewerbeschule in St. Gallen arbeitete er zunächst als Textilentwerfer.

1963 trat Mirer in die Päpstliche Schweizergarde ein. Der Aufenthalt in Rom und die Begegnung mit der Kunst im Vatikan bestärkten ihn in dem Entschluss, Maler zu werden. Nach seiner Rückkehr nach Graubünden arbeitete er als freischaffender Künstler. Von 1964 bis 1995 lebte und arbeitete er in Zernez im Engadin, später in Obersaxen.

1986 gelang ihm mit einer Ausstellung im Seedamm-Kulturzentrum in Pfäffikon SZ eine breitere öffentliche Wahrnehmung. 1995 wurde er von Schweizer Sportjournalisten für seine dynamischen Sportdarstellungen zum «Künstler des Jahres» gewählt.

Werk mini|Von Rudolf Mirer gestaltete Gedenkmünze 500 Jahre Schweizergarde, 2006.

Mirer arbeitete als Kunstmaler, Grafiker, Illustrator, Bühnenbildner sowie als Gestalter von Briefmarken und Münzen. Sein Stil wurde als Verbindung von ausdrucksstarker Malerei, bewegter Tuschezeichnung, figürlichen Motiven und abstraktem Formenspiel beschrieben. Wiederkehrende Themen seines Werks waren unter anderem Mensch, Natur, Religion, Zeit, Brauchtum und Sport.

Zu seinen Arbeiten im öffentlichen Raum zählen Wandmalereien in der römisch-katholischen Kirche San Antonius in Zernez.

Für das 500-Jahr-Jubiläum der Päpstlichen Schweizergarde gestaltete Mirer die Motive der 2005 erschienenen gemeinsamen Sonderbriefmarken der Schweizerischen Post und der Vatikanstadt. Die Schweizer Ausgabe umfasste zwei Marken zu 85 Rappen und einem Franken; dieselben Motive erschienen im Vatikan mit Frankaturwerten von 62 und 80 Cent. 2006 entwarf er die Schweizer 50-Franken-Goldgedenkmünze 500 Jahre Schweizergarde.

Literatur Franz Spanny: Rudolf Mirer. Geschichte eines Malers. Verlag Graubünden Exclusiv, Laax 1994. Thomas Mirer: Rudolf Mirer (1937–2025). In: Bündner Jahrbuch 2026. Tardis, Chur 2025, S. 160–163.

Weblinks Rudolf Mirer bei der Galerie Mirer

Einzelnachweise

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