Das Xposed Queer Film Festival Berlin (Eigenschreibweise: XPOSED Queer Film Festival Berlin) ist ein internationales queeres Filmfestival für dokumentarische, szenische, experimentelle und Animationsfilme. Das meist viertägige Filmfestival findet seit 2006 jährlich in Berliner Kinos statt. Ziel des Festivals ist es, die gegenwärtige Situation und die Geschichte queeren Lebens in verschiedenen Regionen der Welt zu zeigen sowie auf Klassiker und vergessene Produktionen aus dem Bereich des queeren Films aufmerksam zu machen.

Geschichte Das Festival wurde 2006 von Bartholomew Sammut gegründet. Anfangs widmete es sich der Aufgabe, preisgekrönte queere Kurzfilme aus Australien einem internationalen Publikum zu zeigen. Später erweiterte sich das Spektrum auf queere Spiel- und Kurzfilme aus einer Vielzahl von Ländern. Jedes Jahr stehen etwa 50 Kurzfilme in sechs bis acht Kurzfilmprogrammen und zwölf bis siebzehn Langfilme auf dem Programm.

Dabei verfolgen die Veranstalter das Ziel, die gegenwärtige Situation und die Geschichte queeren Lebens in verschiedenen Regionen der Welt zu zeigen. Deshalb beschränkt sich das Programm nicht auf Aktuelles, sondern enthält auch Klassiker des queeren Films und lange vergessene Filme. Zu sehen sind Animationen ebenso wie dokumentarische, szenische und experimentelle Filme. Sowohl formal als auch inhaltlich gebe es auf dem Festival kaum klassisch-narrative Filme, so Festivalleiterin Merle Groneweg 2022. Sie zeigte zwei Entwicklungslinien der eingereichten Filme auf: Queere Filme zeigten nicht mehr so viele leidvolle Geschichten und die Themen reichten weit über das klassische Coming-out hinaus.

Die Filme werden an meist vier Tagen im Kino Moviemento, Wolf Kino, Il Kino, Babylon Kreuzberg und weiteren Kinos in Berlin gezeigt. mini|Michael Stütz und Valie Export (2017) Das Festival wird seit 2019 vom Verein Xposed e. V. getragen. Die Festivalleitung lag einige Jahre in den Händen von Bartholomew Sammut und Michael Stütz, dem späteren Leiter der Sektion Panorama der Berlinale.

2020 gab es eine Zusammenarbeit des XPOSED Queer Film Festival Berlin mit der Berlinischen Galerie im Rahmen des Onlineprojekts On and About. Queere Sichtbarkeiten in der Sammlung der Berlinischen Galerie. Sechs Kurzfilme aus vergangenen Festivalprogrammen und aus der Auswahl 2021 wurden online und im IBB-Raum der Galerie gezeigt.

Das Festival wird vom Berliner Senat gefördert.

Preise Lolly Awards mini|Jury des Xposed Festivals 2017: Ulrike Zimmermann, Jasco Viefhues und Zoya (vlnr). Am Ende des Festivals werden die Lolly Awards vergeben. 2023 schuf die Jury neue Bezeichnungen für die Preise.

2010er Jahre Seit 2011 gewannen:

2011: Bester XPOSED Kurzfilm: Muro, Regie: Juanma Carrillo Bester deutscher Kurzfilm: Mann mit Bart, Regie: Maria Pavlidou Bester internationaler Kurzfilm: Steam, Regie: Eldar Rappaport

2012 Bester XPOSED Kurzfilm: Through the Window, Regie: Chen Shumowitz Bester deutscher Kurzfilm: Zucht und Ordnung, Regie: Jan Soldat Bester internationaler Kurzfilm: The Buried, Regie: Jonathan Pope Evans

2013 Bester XPOSED Kurzfilm: Es hat mich sehr gefreut, Regie: Mara Mattuschka Bester deutscher Kurzfilm: It's Consuming Me, Regie: Kai Staenicke Bester internationaler Kurzfilm: Gingers, Regie: Antonio da Silva

2014 Bester XPLICIT Kurzfilm: Want Some Oranges, Regie: Goodyn Green Bester XPOSED Kurzfilm: Undress Me, Regie: Victor Lindgren Bester deutscher Kurzfilm: Off White Tulips, Regie: Aykan Safoglu Bester internationaler Kurzfilm: Hatch, Regie: Christoph Kuschnig

2015 Bester XPOSED Kurzfilm: Shyness Is Nice, Regie: Anna Helme Bester deutscher Kurzfilm: Please Relax Now, Regie: Vika Kirchenbauer Bester internationaler Kurzfilm: Hole, Regie: Martin Edralin Audience Choice Lolly Award for the best Short Film: Hole, Regie: Martin Edralin, und Fahrt zur Hölle, Regie: Henning Beckhoff

2016 Bester XPOSED Kurzfilm: American Reflexxx, Regie: Alli Coates Bester deutscher Kurzfilm: Heimat XXX, Regie: Sebastian Dominic Auer The Audience Choice Lolly Award for the best Short Film : Gospel of Anasyrma, Regie: Elene Naveriani

2017 Bester XPOSED Kurzfilm: The Fox Exploits the Tiger's Might, Regie: Lucky Kuswandi Bester deutscher Kurzfilm: Boy, Regie: Yalda Afsah The Audience Choice Lolly Award for the best Short Film: Boy, Regie: Yalda Afsah

2018 Bester XPOSED Kurzfilm: My Own Wings, Regie: Katia Repina und Carla Moral, und Latifúndio, Regie: Érica Sarmet Bester deutscher Kurzfilm: Riot Not Diet, Regie: Julia Fuhr Mann The Audience Choice Lolly Award for the best Short Film: Everything That I'm Not, Regie: Roman Manfredi

2019 Bester XPOSED Kurzfilm: Something Said, Regie: Jay Bernard Bester deutscher Kurzfilm: Marguerite, Regie: Marianne Farley The Audience Choice Feature Film Lolly Award: The Sign For Love, Regie: El-Ad Cohen und Iris Ben Moshe

2020er Jahre 2021 Surpreme Lolly Award: International Dawn Chorus Day, Regie: John Greyson Political Lolly Award: Quebramar (Breakwater), Regie: Cris Lyra Experimental Lolly Award: Barbès, Regie: Randa Maroufi

2022: Uma Paciéncia Selvagem me Trouxe Até (A Wild Patience has taken me here), Regie: Érica Sarmet, Brasilien, 2021 Sitt el Beit (The Lady of the House), Regie: Anya Kneez, USA, 2021 อนินทรีย์แดง (Red Aninsri; Or, Tiptoeing on the Still Trembling Berlin Wall), Regie: Ratchapoom Boonbunchachoke, Thailand, 2020 Sestre (Sisters), Regie: Kukla, Slowenien, 2020 XPOSED Audience Award for Short Film: Jackfruit, Regie: Thuy Trang Nguyen, Deutschland, 2021 Publikumspreis für den besten Langfilm: Framing Agnes, Regie: Chase Joynt; Dokumentarfilm; Preis geteilt mit: Valentina, Regie: Cássio Pereira dos Santos, Brasilien, 2020

2023: Food for thought Award: Tornar-se um Homem na Idade Média (Becoming Male in the Middle Ages), Regie: Pedro Neves Marques, Portugal, 2022 Diverse Languages Award: Os Animais Mais Fofos e Engraçados do Mundo (The Cutest and Funniest Animals in the World), Regie: Renato Sircilli, Brasilien, 2023 Relevation Award: Bigger on the Inside, Regie: Angelo Madsen Minax, USA, 2022 Lobende Erwähnung: Behind Every Good Man, Regie: Nikolai Ursin, USA, 1967 XPOSED Audience Award for Short Film: A Letter to Myself - Valerie, Regie: Omar Gabriel, Libanon / Kanada, 2022 Publikumspreis für den besten Langfilm: Kokomo City, Regie: D. Smith, USA, 2023 2024: Lolly Award: The River That Never Ends, Regie: John Thomas Trinidad, Philippinen, 2022 Lolly Award: Beyond the Golden Line, Regie: SJ Rahatoka, Deutschland, 2024 Lolly Award: I Was Never Really Here, Regie: Gabriel Bihina Arrahnio, Deutschland, 2022 Lobende Erwähnung: Taking My Time to Dance, Celeste Lapida, Philippinen, 2022 Lobende Erwähnung: Queer Exile, Regie: Ahmed Awadalla, Deutschland, 2024 Lobende Erwähnung: Flores del otro Patio, Regie: Jorge Cadena, Colombia, Switzerland, 2022 Publikumspreis für den besten Kurzfilm: Alex’s Machine (La Machine d’Alex), Mael Le Mée, Frankreich, 2022 Publikumspreis für den besten Langfilm: Queendom, Regie: Agniia Galdanova, USA, Frankreich, 2023

Queer Short Film Fund Mit dem Queer Short Film Fund fördert das Festival seit 2015 jedes Jahr eine Filmemacherin oder einen Filmemacher bei der Produktion eines queeren Kurzfilms. Zur Finanzierung wurde 2019 eine gemeinnützige Organisation gegründet. Der Preis besteht aus 1.500 Euro in bar, fachlicher Beratung sowie Unterstützung bei der Beschaffung von Ausrüstung und während des Produktionsprozesses.

Es gewannen: 2015: Prototypes, Regie: Doireann O’Malley 2016: Trilogy of Happiness (endgültiger Titel: The Sea Runs Thru My Veins), Regie: Zara Zandieh 2017: Pirate Boys, Regie: Pol Merchan 2018: Beer! Beer!, Regie: Popo Fan 2019: Amigas... Muy Amigas, Regie: Tonina Matamalas 2020: Sonic Reverbs, Regie: Sarnt Utamachote 2021: Wait Your Turn, Regie: João Carvalho 2022: Uncanny Home, Regie: Eric Bitencourt 2023: Cabin Fever, Regie: Katrina Singleton 2024: Masquerade, Regie: Wellington Almeida

Weblinks Website des Festivals

Einzelnachweise

Kategorie:Filmfestival in Berlin Kategorie:LGBT-Veranstaltung in Deutschland Kategorie:LGBT-Filmfestival Kategorie:Erstveranstaltung 2006