Jean Théodore Cocteau (* 15. März 1798 in Paris; † 13. Mai 1838 in Paris) war ein französischer Arzt und Herpetologe.Archive en Ligne Paris Cote 5Mi1 102 S. 24/51Archive en Ligne Paris Cote 5Mi1 1266 S. 35/51

Leben und Wirken Von seinem Vater Jacques Étienne Cocteau, der Vizechef im Innenministerium war, wurde er an das Collège Stanislas von Claude Rosalie Liautard (1774–1842) geschickt. Seine Mutter hieß Julie geb. Millet. Während des Studiums baute er eine tiefe Freundschaft zu Jean Jacques Joseph Leroy d’Etiolles (1798–1860) und Achille Rémy Percheron (1797–1869) auf. Nachdem er seine humanistischen Studien abgeschlossen hatte, folgte er dem Wunsch seinen Eltern Medizin zu studieren. Voller Eifer brachte er dieses zu einem erfolgreichen Abschluss. Er begann als Assistenzarzt im Hôpital Saint-Louis unter Anthelme Louis Claude Marie, Baron von Richerand und erarbeitete sich schnell einen guten Ruf bei den Vorgesetzten und den Kollegen. Am 11. Juni 1824 präsentierte er seine Dissertation Reflextions et observations sur quelques points de medicine, die er Jacques François Baron (1782–1849) widmete.Alexandre Louis Lefèbvre de Cérisy (1839), S. 91.

Später besuchte er Vorlesungen von Georges Cuvier und Guillaume Dupuytren. Sein Wunsch sich weiter zu bilden war so groß, dass er selbst als ausgebildeter Arzt immer wieder Vorlesungen besuchte. Die Epoche seit 1814 mit der ersten Restauration ging auch an ihm politisch nicht vorbei. Cocteau arbeitete damals im Val-de-Grâce. Nachdem er viele Verwundete verbunden hatte, nahm er schließlich vor den Mauern Paris die Waffen zu Hand und diente der nationalen Artillerie.Alexandre Louis Lefèbvre de Cérisy (1839), S. 92.

Schon bald entwickelte er eine Liebe zu den Naturwissenschaften. Hier waren es die Reptilien, bei denen er den meisten Forschungsbedarf für sich entdeckte. Die Reptilien die sein Freund Alexandre Louis Lefèbvre de Cérisy aus Ägypten mitgebracht hat, eröffneten Cocteau ein neues Forschungsgebiet. All die Skinke, die sich in der Sammlung befanden, inspirierten ihn und weckten in ihm die Idee ein Werk über diese Reptilien zu publizieren.

Bald stand Cocteau in regem Briefwechsel mit den bedeutendsten ausländischen Herpetologen und außerdem mit Cuvier, Étienne Geoffroy Saint-Hilaire und Auguste Henri André Duméril. Letztere erkannten bald das Talent des jungen Wissenschaftlers und bauten eine Freundschaft zu ihm auf. Als Ramón de la Sagra einen Autor für den herpetologischen Teil seines Werkes Historia fisica, politica y natural de la isla de Cuba suchte, fiel seine Wahl auf Cocteau. Dieser verfolgte das Projekt mit tiefgreifenden und gewissenhaften Untersuchungen. Bedingt durch seinen Tod wurde dieser Teil schließlich durch Gabriel Bibron beendet.Alexandre Louis Lefèbvre de Cérisy (1839), S. 93.

Als er seine Studien über Skinke (Ètudes sur les Scincoides) veröffentlichen wollte, weigerten sich einige Buchhändler die Kosten für das Verlegen des Werkes zu übernehmen. Trotz seiner bescheidenen finanziellen Mittel und der Weigerung des Ministeriums einige Exemplare zu zeichnen, ließ sich Cocteau nicht beirren und bereitete eine zweite Lieferung des Werkes vor, die aber durch seinen Tod bedingt nie erschien. Viele Stunden widmete er der mühsamen Suche in Bibliotheken oder dem Studium von Sammlungen. In der Nacht trug er die Notizen zusammen, die er tagsüber oft hastig gemacht hatte.

Cocteau erkannte die Notwendigkeit Fremdsprachen zu beherrschen und lernte nacheinander und ohne Lehrer Italienisch, Deutsch, Spanisch, Englisch und ein wenig Schwedisch. Zuzüglich erlernte Cocteau die alten Sprachen, die er ebenfalls sehr gut beherrschte. Vor allem seine lateinischen Texte schrieb er mit einer gewissen Eleganz. Neben den Naturwissenschaften galt er als äußerst belesen und es gab kaum ein Thema, zu dem er nichts beitragen konnte.Alexandre Louis Lefèbvre de Cérisy (1839), S. 94. So findet man in Dictionnaire pittoresque d’histoire naturelle, Dictionnaire de la conversation et de la lecture und Encyclopédie d’education weitere Beiträge von ihm.

Cocteau galt als philanthropischer Arzt, der ohne großes Aufsehen den ärmeren Bevölkerungsgruppen half und gleichzeitig von den Reichen kein ähnliches altruistisches Verhalten forderte. Als 1832 die Cholera die Hauptstadt heimsuchte, kämpfte Cocteau an vorderster Front gegen die Epidemie. Für seine Dienste verlieh ihm die Stadt Paris eine Medaille und das Hôpital Saint-Louis stellte ihn ein, um einen erkrankten Kollegen zu ersetzen. Hier zeigte er seine Stärken als Praktiker. Mit hippokratischer Einfachheit kombinierte er verschiedene Theorien und verwendete daraus nur das was ihm nützlich im Sinne der Therapie erschien.Alexandre Louis Lefèbvre de Cérisy (1839), S. 95.

Cocteau verstarb nach 47-tägigem Leiden an einer Fieberattacke. Neben Pierre Charles Alexandre Louis und Jacques François Baron, die ihn medizinisch versorgten standen ihm Duméril und sein Jugendfreund Leroy d’Etiolles in dieser Leidenszeit zur Seite. Cocteau war nicht verheiratet. Er wurde auf dem Cimetière de Montmartre beerdigt.Alexandre Louis Lefèbvre de Cérisy (1839), S. 96.

Erstbeschreibungen von Jean Théodore Cocteau Cocteau hat (auch zusammen mit anderen Autoren) eine Familie und einige Arten, die neu für die Wissenschaft waren, beschrieben.

Familien Anolideae , 1836

Arten Zu den Arten gehören chronologisch u. a.: Skinke-Art Cryptoblepharus leschenault (, 1832) Skinke-Art Cryptoblepharus plagiocephalus (, 1836) Bahamaanolis Anolis sagrei , 1837 in Duméril und Bibron Wasseranolis Anolis vermiculatus , 1837 in Duméril und Bibron Doppelzungenschleichen-Art Diploglossus delasagra (, 1838) Schienenechsen-Art Pholidoscelis auberi (, 1838)

Synonyme mini|Kapverdischer Riesenskink illustriert von Jules Terrier Zu den Synonymen gehören chronologisch u. a.: Ephippipher , 1835 ist Synonym für Brachycephalus , 1826 Caouana & , 1838 ist Synonym für Caretta , 1814 Ephippipher spixii , 1835 ist Synonym für die Gelbe Sattelkröte (Brachycephalus ephippium (, 1824))

Dedikationsnamen 1839 benannten André Marie Constant Duméril und Gabriel Bibron die wohl ausgestorbene Art Kapverdischer Riesenskink (Chioninia coctei) zu seinen Ehren.André Marie Constant Duméril u. a. (1839), S. 666–668.

Publikationen (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

Kategorie:Herpetologe Kategorie:Mitglied der Société Cuvierienne Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1798 Kategorie:Gestorben 1838 Kategorie:Mann