Węgój () ist ein Ort in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Er gehört zur Gmina Biskupiec (Stadt- und Landgemeinde Bischofsburg) im Powiat Olsztyński (Kreis Allenstein).
Geographische Lage Węgój liegt am Nordufer des Jezioro Węgój (Wengoyer See) in der nördlichen Mitte der Woiwodschaft Ermland-Masuren. Bis zur früheren Kreisstadt Rößel () sind es 20 Kilometer in nordöstlicher Richtung, bis zur heutigen Kreismetropole und auch Woiwodschaftshauptstadt Olsztyn () 36 Kilometer in südwestlicher Richtung. mini|Gedenksteinplatte in Węgój für Aleksandra Szczygło
Geschichte Ortsgeschichte Bischof Heinrich III. Sorbom war 1379 der Gründer des vor 1871 Wengoien genannten Dorfes.Dietrich Lange: Wengoyen, in: Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005) 1785 wurde es als königliches Bauerndorf mit 19 Feuerstellen, 1820 als königliches Dorf mit 22 Feuerstellen bei 129 Einwohnern erwähnt.
Am 9. Juli 1874 wurde Wengoyen Amtsdorf und damit namensgebend für einen Amtsbezirk im Kreis Rößel im Regierungsbezirk Königsberg (ab 1905: Regierungsbezirk Allenstein der preußischen Provinz Ostpreußen).Rolf Jehke: Amtsbezirk Wengoyen
Im Jahre 1885 waren in Wengoyen 576 Einwohner gemeldet, im Jahre 1910 waren es bereits 642. 1933 belief sich die Einwohnerzahl auf 607, 1939 auf 686.Michael Rademacher: Ortsbuch Landkreis Rößel
Als 1945 in Kriegsfolge das gesamte südliche Ostpreußen an Polen fiel, erhielt Wengoyen die polnische Namensform „Węgój“. Heute ist der Ort Teil der Stadt- und Landgemeinde Biskupiec (Bischofsburg) im Powiat Olsztyński (Kreis Allenstein), von 1975 bis 1998 der Woiwodschaft Olsztyn, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig. Im Jahre 2021 zählte Węgój 305 Einwohner.
Amtsbezirk Wengoyen (1874–1945) Bei seiner Errichtung umfasste der Amtsbezirk Wengoyen sieben Kommunen, am Ende waren es aufgrund struktureller Veränderungen noch fünf: Deutscher Name Polnischer Name Anmerkungen Bukowagurra1927–1945: Buchenberg Bukowa Góra Dembowo (Kolonie)1938–1945: Diborn (Kolonie) Dębowo 1905 in den Amtsbezirk SadlowoRolf Jehke: Amtsbezirk Sadlowo umgegliedert Groß Wolka1938–1945: Großwolken Wólka Wielka Klein Wolka Der Ort wurde bereits vor 1945 aufgegebenDietrich Lange: Klein Wolka, in: Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005) Labuch Łabuchy Neudims Najdymowo Wengoyen Węgój
Im Jahre 1945 bilden noch die Gemeinden Buchenberg, Großwolken, Labuch, Neudims und Wengoyen den Amtsbezirk Wengoyen.
Kirche Römisch-katholisch Im Jahre 1938 wurde Wengoyen Kirchdorf und nach der Weihe der 1937/38 erbauten Kirche eine Pfarrei, heute im Dekanat Biskupiec Reszelski im Erzbistum Ermland gelegen. Vor 1938 war Bischofsburg im damaligen Bistum Ermland der Pfarrort.
Evangelisch Evangelischerseits war Wengoyen vor 1945 in die Pfarrkirche Bischofsburg in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union eingepfarrt.Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 489–490 Heute gehört der Ort zur Kapellengemeinde Biskupiec, einer Filialgemeinde von Sorkwity (Sorquitten) in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.
Verkehr Węgòj liegt verkehrsgünstig an der Woiwodschaftsstraße 596, die die beiden Städte Biskupiec (Bischofsburg) und Reszel (Rößel) miteinander verbindet. Sie wird in Wėgój von einer Nebenstraße gekreuzt, die die polnische Landesstraße 57 (einstige deutsche Reichsstraße 128) bei Czerwonka (Rothfließ) mit Łabuchy (Labuch) und Stryjewo (Striewo, 1928 bis 1945 Stockhausen) verbindet. Eine Anbindung an den Bahnverkehr besteht nicht.
Weblinks
Bildarchiv Ostpreußen: Diashow Wengoyen
Einzelnachweise
Kategorie:Gegründet 1379 Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Gmina Biskupiec (Powiat Olsztyński)