mini | rechts | Simo Šolaja (zwischen 1941 und 1942) Simo Šolaja (* 1905 in Pljeva bei Šipovo, Bosnien und Herzegowina; † 14. August 1942 in Kupres) war ein jugoslawischer antifaschistischer Widerstandskämpfer im Zweiten Weltkrieg. Er war Kommandeur des Partisanen-Bataillons Iskra und Anführer eines Bauernaufstandes. 1942 fiel er im Kampf gegen die Ustascha. In Jugoslawien wurde er als Volksheld verehrt.
Leben und Partisanenkampf Simo Šolaja stammte aus einer armen bäuerlichen Familie. Vor dem Krieg arbeitete er als Forstarbeiter und Tagelöhner in Pljeva bei Šipovo.
Im April 1941 begann der sogenannte Balkanfeldzug, ein Angriffskrieg des nationalsozialistischen Deutschlands auf das damalige Königreich Jugoslawien und auf Griechenland, der innerhalb weniger Wochen zur Besetzung durch deutsche Truppen führte. Unterstützung leistete die kroatische Ustascha, ein ehemaliger Geheimbund, der sich zu einer terroristisch-faschistischen Bewegung entwickelt und Mitte April die Macht in Kroatien übernommen hatte.
Zu Beginn der Ustascha-Überfälle in der Gegend um Šipovo flüchtete Simo Šolaja mit Freunden und Nachbarn in den nahegelegenen Wald, wo sie Waffen sammelten und sich auf bevorstehende Kämpfe vorbereiteten. Als sie das Gerücht hörten, die Kommunisten, die ebenfalls gegen die Invasoren Widerstand leisteten, hätten bei Drvar einen Aufstand begonnen, griffen Šolaja und seine Partisanengruppe vorauseilend die Polizisten am Bahnhof Ravni Do an und entwaffnete sie.
Im benachbarten Tal des Flusses Janj trafen die Kommunisten tatsächlich Vorbereitungen für einen Aufstand. Šolaja nahm Kontakt zu ihnen auf, und gemeinsam kämpften sie um Šipovo, Jezero und Mrkonjić-Grad und befreiten die Ortschaften im August 1941 von den Deutschen. Als Šolajas Kompanie kurz darauf die Ustascha in Jezero angriff, wurde er verwundet, aber von seinen Kameraden gerettet.
Anfang September 1941 starteten die Deutschen eine dreitägige Großoffensive um die Orte Janj und Pljeva. Unter heftigem Beschuss waren Šolaja und seine Gruppe gezwungen, sich zurückziehen. Die Front der Aufständischen brach zusammen, Šolaja gab jedoch nicht auf. Mit seiner stark reduzierten Gruppe griff er eine Ustascha-Kompanie an, besiegte sie und verfolgte sie bis zum Dorf Mujidžići. Dabei erbeuteten sie zwei Kanonen. Dieser Sieg gab den Widerständischen neuen Auftrieb; nun schlossen sich auch verstreute Kämpfer, Bauern, Frauen, sogar Kinder Šolajas Partisanengruppe an. Gemeinsam vertrieben sie die Deutschen und die Ustascha aus Pljeva, Janj und Šipovo. alternativtext=Frau mit Kopftuch und kleines Mädchen mit einem Soldaten, der kniet|mini|Zorka und Zora, Ehefrau und kleine Tochter von Simo Šolaja, im Juni 1942 (mit Kosta Nađ) Mitte September 1941 fielen faschistische italienische Truppen in Šipovo ein. Die Tschetniks um Uroš Drenović, die zur Kollaboration tendierten, ließen die Italiener kampflos passieren. Šolaja jedoch stellte sich ihnen mit seiner Kompanie nahe des Dorfes Sokolac entgegen und zwang sie nach mehrstündigem Kampf zum Rückzug. Nachdem sie weitere Niederlagen gegen die Partisanen erlitten hatten, versuchten die Italiener, auch Šolaja zur Kollaboration zu bewegen. Anfang 1942 sandten sie einen Boten mit einer hohen Bestechungssumme los. Der Legende nach bestand Šolaja ‚Antwort‘ darin, dass er seine Pistole zog und den Geldüberbringer erschoss.
Unter Šolajas Kommando zerstörte das neugegründete Partisanen-Bataillon „Iskra“ in den Kämpfen zwischen 31. Dezember 1941 und 1. Januar 1942 die Befestigungen in Majdan zwischen Jajce und Mrkonjić-Grad. Schließlich wurde am 25. Februar der Angriff auf den besetzten Ort Mrkonjić-Grad beschlossen. Unter dem Druck der Aufständischen hatten Drenović zugesagt, die Stadt von Süden und Westen anzugreifen. Šolaja und seine Kämpfer drangen ins Stadtzentrum vor, zerstörten die dortige Gendarmeriestation, brannten die italienischen Fahrzeuge nieder und vernichteten mehrere Befestigungsanlagen. Trotz seines Versprechens griff Drenović jedoch nicht ein, und Šolaja und sein Bataillon mussten sich unter dem Druck der feindlichen Übermacht aus der Stadt zurückziehen. Als im Mai 1942 die Tschetniks doch noch angriffen, wurde Šolaja durch eine List gefangen und nach Mrkonjić-Grad zu den Italienern gebracht. Die Partisanen seines Bataillons konnten ihn jedoch kampflos befreien.
Im Juli–August 1942 brachen Kämpfe aus zwischen der Ustascha, die sich in Kupres verschanzt hatte, und aufständischen Stoßbrigaden sowie Einheiten des 3. Krajina-Partisanenbataillons. Die Partisanen eilte ihnen zu Hilfe, doch beim Sturm auf einen Ustascha-Bunker in der Nacht vom 13. auf den 14. August 1942 kam Simo Šolaja ums Leben.
Gedenken Im August 1942 wurde Simo Šolaja zum ‚Nationalhelden‘ Jugoslawiens erklärt. Nach dem Krieg ließ die Regierung eine Briefmarke mit seinem Porträt drucken. Insbesondere für den serbischen Teil der Bevölkerung wurde er zu einem Volkshelden, weil er sie vor den Übergriffen der Ustascha beschützt hatte. Die bosnische Gemeinde Šipovo errichtete ihm ein Denkmal, und bis heute sind in Ex-Jugoslawien Straßen, Schulen und Gebäude nach ihm benannt. Auch ein Kinofilm wurde über sein Leben gedreht.
Weblinks
Video: Šolaja 1955 Video: Komandant Šolaja - Partizanski Film
Einzelnachweise
Kategorie:Person (jugoslawischer Widerstand 1941–1945) Kategorie:Partisan im Zweiten Weltkrieg Kategorie:Revolutionär Kategorie:Jugoslawe Kategorie:Geboren 1905 Kategorie:Gestorben 1942 Kategorie:Mann