mini|Der Amadoka-See im Mercator-Atlas von 1596/1609

Amadoka war in der Antike der Name mehrerer geographischer Orte in Sarmatien auf dem Gebiet der heutigen Ukraine. Genannt wurden: die Stadt Amadoka, der Amadoka-See oder Amadoka-Sumpf und das Amadoka-Gebirge.Vgl. Die Zuordnung dieser Orte zu modernen geographischen Bezeichnungen war bisher nicht möglich. Die aktuelle Forschung geht davon aus, dass es sich um fiktive Orte handelt.

Antike Lokalisierung Der griechische Geograph Claudius Ptolemäus platziert in seinem um das Jahr 150 erstellten Atlas Geographike Hyphegesis die Stadt Amadoka, die Amadoka-Berge und den Amadoka-See im europäischen Teil von Sarmatien, konkret in Polesien im heutigen Grenzgebiet von Ukraine, Polen und Belarus. Die Angaben des Ptolemäus zum Amadoka-See finden sich auch noch auf Landkarten der Neuzeit.

Moderne Lokalisierungsversuche Aufgrund der antiken Beschreibungen vermuten manche Experten, dass der Amadoka-See bzw. die Amadoka-Sümpfe Teil des Flusssystems des Prypjat, eines Nebenflusses des Dnjepr (antike Bezeichnung: Borysthenes) und seiner Sumpflandschaft sein könnten. Die Prypjatsümpfe sind mit etwa 90.000 km² Fläche das größte Sumpfgebiet Europas. Da es hierfür bisher keine wissenschaftlichen Belege gibt, wird der Amadoka-See in der Literatur als ein fiktiver Ort angesehen. Die Schriftstellerin Sofija Andruchowytsch verarbeitete das Thema in ihrer Amadoka-Romantrilogie.

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