Woltersdorf ist eine Gemeinde im Landkreis Lüchow-Dannenberg in Niedersachsen.
Geografie miniatur|Woltersdorf Geografische Lage Woltersdorf liegt im Wendland innerhalb des Naturpark Wendland.Elbe. Nördlich des Ortes verläuft der nach Nordwesten hin abfließende Luciekanal. Die Gemeinde gehört der Samtgemeinde Lüchow (Wendland) an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Lüchow (Wendland) hat.
Gemeindegliederung Die Gemeinde Woltersdorf besteht aus folgenden Ortsteilen:
Klein Breese mit Bahnhof und Forsthaus Oerenburg Lichtenberg Thurau Woltersdorf
Geschichte Bei Bauarbeiten nahe dem Ortsteil Lichtenberg am Rande der Geestinsel des Öring wurden 1986 Bodenverfärbungen und Keramikscherben festgestellt. Ausgrabungen zwischen 1987 und 1993 brachten zahlreiche Steinwerkzeuge zutage, die auf ein Alter von 55.000 Jahren datiert und dem Neandertaler zugeordnet wurden. Wahrscheinlich handelt es sich um einen prähistorischen Jagdplatz. Bei den Ausgrabungen fanden sich auch Spuren einer jüngeren Besiedlung des Areals. Es wurden Keramikscherben aus der jüngeren Bronzezeit, der vorrömischen Eisenzeit, der römischen Kaiserzeit und dem Mittelalter gefunden. Die Funde von Lichtenberg befinden sich in der Sammlung der Urgeschichtsabteilung des Niedersächsischen Landesmuseums in Hannover.Stephan Veil: Vor 55.000 Jahren – Ein Jagdplatz früher Menschen bei Lichtenberg, Ldkr. Lüchow-Dannenberg. Isensee Verlag, Oldenburg 1995, ISBN 3-89598-274-1.
Auf die frühe Anwesenheit des Menschen in der Gegend um Woltersdorf weist auch der Fund eines etwa 50.000 Jahre alten Faustkeils hin. Ein weiteres Fundstück ist ein Goldring aus der älteren Bronzezeit (ca. 1100–1550 v. Chr.).
Zu Zeiten der germanischen Besiedlung bewohnte der Stamm der Langobarden das Gebiet rund um Woltersdorf. Nach der Völkerwanderung siedelten sich Slawen in diesem Gebiet in Rundlingsdörfern an, auf die die Bezeichnung Wendland zurückzuführen ist. Auf die slawische Besiedlung weist der „Götzenstein“ hin, der als Abbild eines Gesichts in die Feldkirche eingemauert wurde.
Woltersdorf wurde erstmals urkundlich im 14. Jahrhundert erwähnt. Die ältesten Namensformen waren Waltistorpe (1371), Wolterstorpe (1395) und schließlich Woltersdorf im Jahre 1450.
Eingemeindungen Am 1. Juli 1972 wurden die Gemeinden Klein Breese, Lichtenberg und Thurau eingegliedert.
Politik
Die Gemeinde Woltersdorf gehört zum Landtagswahlkreis 48 Elbe und zum Bundestagswahlkreis 38 Lüchow-Dannenberg – Lüneburg.Landtagswahlkreise ab 16. Wahlperiode. Wahlkreiseinteilung für die Wahl zum Niedersächsischen Landtag. ()Beschreibung der Wahlkreise. Anlage zu § 2 Abs. 2 Bundeswahlgesetz. In: Achtzehntes Gesetz zur Änderung des Bundeswahlgesetzes. ()
Gemeinderat Der Rat der Gemeinde Woltersdorf setzt sich aus neun Mitgliedern zusammen. Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt.
Bei der Kommunalwahl 2021 ergab sich folgende Sitzverteilung:
Bürgermeisteramt Im November 2016 wurde Claudia Hennings (CDU) zur Nachfolgerin von Klaus Böttcher gewählt. Böttcher hatte das Amt 25 Jahre bekleidet.https://www.ejz.de/ejz_50_111187808-28-_Claudia-Hennings-CDU-macht-das-Rennen---Wahlgewinner-UL-nur-in-der-Opposition.html Neuer amtierender Bürgermeister seit November 2021 ist Tobias Gauster (UL).
Sehenswürdigkeiten mini|Feldkirche Woltersdorf miniatur|Dorfgemeinschaftshaus mit integrierter Kapelle In der Liste der Baudenkmale in Woltersdorf (Wendland) stehen alle Baudenkmale der Gemeinde Woltersdorf. Sehenswürdigkeiten sind die Feldkirche Woltersdorf und der Brautstein. Beide sind im Woltersdorfer Wappen dargestellt.
In der Liste der Bodendenkmale in Woltersdorf finden sich alle Bodendenkmale. Der ehemalige Gutshof und frühere Adelssitz (im Volksmund „Burg“ genannt) ist vermutlich aus einer Motte hervorgegangen. Das Wohnhaus aus dem späten 18. Jahrhundert steht auf einer Anschüttung, umgeben von altem Baumbestand und Resten einer Graft.
Verkehr Die B 493 Lüchow–Schnackenburg führt direkt durch den Hauptort der Gemeinde sowie durch den Ortsteil Klein Breese.
Wirtschaft Am Nordostrand des Hauptortes befindet sich die „Zentraldeponie Woltersdorf“ als Abfall- und Wertstoffentsorgungszentrum des Landkreises Lüchow-Dannenberg.
Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde
Karl August Wittfogel (1896–1988), Soziologe und Sinologe.
Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben Karl Lühr, Bürgermeister der Gemeinde Woltersdorf, am 20. Dezember 1943 von den Nationalsozialisten im Zuchthaus Brandenburg-Görden hingerichtet.Elke Meyer-Hoos: Chronologie einer Denunziation. In: Das Hakenkreuz im Saatfeld, Museum Wustrow, 1997, S. 255 ff, ISBN 3-926322-24-1. Benjamin Piel (* 1984), Journalist und Theodor-Wolff-Preisträger, lebte zeitweise (bis 2018) in Woltersdorf. Die Mitglieder der Band Hundreds lebten zeitweise in Woltersdorf.
Weblinks
woltersdorf-wendland.de Website der Gemeinde Woltersdorfer Chronik
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Lüchow-Dannenberg
Kategorie:Ersterwähnung 1371