alternativtext=Plakat von „Screenwise 2003 | 2023. Who Cares!? Debatten gegenwärtiger queer-feministischer Film- und Medien(wissenschaften)“ vom 31.5. – 2.6.2023. Der Hintergrund ist an das standardisierte Fernseh-Störbild angelehnt.|mini|Screenwise 2023 Screenwise ist der Übertitel einer vierteiligen, internationalen Konferenz-Reihe zu (queer)feministischer Film- und Medienwissenschaft, die von 2003 bis 2023 in Wien veranstaltet wurde.
Auf die erste Veranstaltung „Screenwise. Standorte und Szenarien zeitgenössischer feministischer Film- und TV-Wissenschaften“ 2003, folgte 2012 „Screenstrike. Gender – Medien – Kritik“, sowie 2020/21 die dritte und digitale Konferenz „Screenfest. Queer Film Festivals im Kontext“. Vom 31. Mai bis 2. Juni 2023 fand die Jubiläumsausgabe „Screenwise 2003 | 2023. Who Cares!? Debatten gegenwärtiger queer-feministischer Film- und Medien(wissenschaften)“ statt.
„Screenwise“ 2003 Die initiierende Veranstaltung „Screenwise. Standorte und Szenarien zeitgenössischer feministischer Film- und TV-Wissenschaften“ fand als internationale Tagung vom 15. bis 18. Mai 2003 in Wien im Project Space der Kunsthalle Wien am Karlsplatz und im Österreichischen Filmmuseum statt, wobei über 20 internationale Sprecher und rund 400 Teilnehmer an den Veranstaltungen der „Screenwise“ teilnahmen."Ein Bild von sich selbst." In: Printausgabe Der Standard, 15.05.2003. Online verfügbar unter: https://www.vfw.or.at/archiv/oktober2007/text/SCREENwise.htmlAbgerufen am 26. Mai 2023. Die Konferenz verstand sich als Bestandsaufnahme mit dem Ziel, feministische Film- und TV-Wissenschaften in Österreich sichtbar zu machen und einen transnationalen, transdisziplinären Denkraum zu Kino und Fernsehen zu öffnen.
Veranstaltet wurde „Screenwise“ von SYNEMA (Gesellschaft für Film und Medien Wien), dem VFW (Verband feministischer Wissenschafterinnen. Verein zur Förderung freier feministischer Wissenschafterinnen und feministischer Wissenschaften in Österreich) und dem Institut für Kulturmanagement und Kulturwissenschaft (heute: Institut für Kulturmanagement und Gender Studies) der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien.
Konzeptionell und organisatorisch ist die Konferenz von Monika Bernold, Andrea Braidt, Claudia Preschl und Brigitte Mayr in einem Zusammenschluss feministischer Wissenschaftlerinnen umgesetzt worden.
Die Tagung wurde durch vier Panels mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten strukturiert. Ihnen vorangestellt wurden je 2 moderierte Eröffnungsvorträge. Begonnen hat die Konferenz mit der internationalen Podiumsdiskussion „ScreenPolitics: Die Macht des Politischen im medialen Feld“ unter der Moderation von Claudia Preschl mit den Teilnehmenden Annette Bauerhoch, Sabine Derflinger, Carola Dertnig, Antonia Lant und Marcella Stecher. Analog wurde am letzten Konferenztag die Abschlussdiskussion „ScreenVisions: Ergebnisse und Perspektiven“ unter der Moderation von Roth Noack veranstaltet.
Im Anschluss wurden die Ergebnisse der internationalen Konferenz in einem Sammelband unter dem Namen Screenwise: Film, Fernsehen, FeminismusMonika Bernold, Andrea B. Braidt, Claudia Preschl (Hrsg.): Screenwise: Film, Fernsehen, Feminismus . Dokumentation der Tagung "Screenwise. Standorte und Szenarien zeitgenössischer feministischer Film- und TV-Wissenschaften" 15. - 17. Mai 2003 in Wien, Schüren, Marburg 2004. dokumentiert und veröffentlicht.Isabella Reicher: "Blickschneisen schlagen." In: Printausgabe Der Standard, 12./13.2.2005. Online verfügbar unter: https://www.derstandard.at/story/1949581/blickschneisen-schlagen Abgerufen am 26. Mai 2023.
Inhaltliche Schwerpunkte Ausgehend von vier thematischen Schwerpunkten befasste sich die Konferenz sowohl mit historischen als auch gegenwärtigen Verhältnissen von Gender in der Film- und Fernseh-Rezeption, Analyse und Praxis, die „Fragen nach Konstitution und Reflexion des Subjekts der zeitgenössischen Theorie zu Kino und TV aufwerfen“.
Visuelle Praxen im Kontext von Feminismus, Sexualität, Gender, Politik: In diesem ersten thematischen Schwerpunkt setzten zum einen die Beziehung zwischen feministischer Theorie und filmischer Praxis einen Fokus und zum anderen wurden konkrete theoretische Ansätze feministischer Repräsentationsstrategien diskutiert. Dadurch sollten visuelle Praxen auf die Möglichkeiten und Bedingungen eines kritischen Handelns hin befragt werden.Monika Bernold, Andrea Braidt, Claudia Preschl, Brigitte Mayr: Programmfolder Screenwise. Internationale Konferenz 15.-18. Mai in Wien. Wien 2003, S. 7. Die beiden Vorträge zu diesem Themenblock wurden von Laura Mulvey und Berenice Reynaud gehalten und von Heike Klippel moderiert; das begleitende Panel unter Moderation von Gabriele Jutz bestand anschließend aus Andrea Seier, Evamaria Trischak, Hedwig Wagner und Doro Wiese.Monika Bernold, Andrea Braidt, Claudia Preschl, Brigitte Mayr: Programmfolder Screenwise. Internationale Konferenz 15.-18. Mai in Wien. Wien 2003, S. 6. Feministische Positionen zum Frühen Kino. Der Wunsch nach einem Gegenkino: Unter Berufung auf die zentrale Position filmhistorischer Forschung in der frühen feministischen Filmtheorie der 1970er-Jahre wurden in diesem Schwerpunkt gegenwärtige feministische Positionen zur Filmgeschichte vorgestellt. Dabei ging es um das subversive Potential des frühen Kinos, um Schaulust und um feministische Analysen konkreter Produktionsfirmen (Saturn) und Schauspielerinnen (Gisela Werbezirk, Asta Nielsen) des frühen Kinos.Monika Bernold, Andrea Braidt, Claudia Preschl, Brigitte Mayr: Programmfolder Screenwise. Internationale Konferenz 15.-18. Mai in Wien. Wien 2003, S. 9. Vortragende waren Heide Schlüpmann sowie Eva Warth und das Panel setzte sich aus Gaby Babic, Heike Prager, Nicole Sang, Birgit Peter und Elisabeth Streit zusammen. Moderiert wurden die Vorträge von Claudia Preschl und das Panel von Alexandra Seibel.Monika Bernold, Andrea Braidt, Claudia Preschl, Brigitte Mayr: Programmfolder Screenwise. Internationale Konferenz 15.-18. Mai in Wien. Wien 2003, S. 8. Discursive and imaginary spaces: TV's elsewheres and nowheres: Der thematische Schwerpunkt stand unter der Annahme, dass Fernsehen eine spezifische raum/zeitliche Anordnung konstituiere und diese massiv geschlechtlich konnotiert ist. Die Beiträge der Konferenz stellten sich demzufolge die Frage, wie feministische TV-Wissenschaften zu den Rekonfigurationen der politischen, sozialen und imaginären Räume und Raumwahrnehmungen beitragen können.Vgl. Monika Bernold, Andrea Braidt, Claudia Preschl, Brigitte Mayr: Programmfolder Screenwise. Internationale Konferenz 15.-18. Mai in Wien. Wien 2003, S. 11. Die Key-Note-Speakerinnen dieses Blocks waren Margaret Morse und Joke Hermes, während sich das Panel aus Susanne Lummerding, Jyoti Mistry sowie Mari Pajala zusammensetzte. Monika Bernold und Sabine Prokop waren für die Moderationen verantwortlich. Gender und Genre in den Film- und TV-Wissenschaften: In diesem inhaltlichen Block wurden auf der Konferenz die Fragen behandelt, inwiefern Gender- und Genretheorie ähnliche Themen bearbeiten und wie mit einer potentiellen Essentialisierung von Gender und Genre in Film- und TV-Theorie umgegangen werden kann. Dafür setzten sich die Konferenzbeiträge anhand metatheoretischer und methodologischer Fragestellungen kritisch mit der gemeinsamen Analyse von Gender und Genre auseinander und gaben Einblick in die zur Zeit der Konferenz gegenwärtigen Debatten der Gender- und Genreforschung in den Film sowie TV-Wissenschaften.Vgl. Monika Bernold, Andrea Braidt, Claudia Preschl, Brigitte Mayr: Programmfolder Screenwise. Internationale Konferenz 15.-18. Mai in Wien. Wien 2003, S. 13. Die Vorträge dieses Themenblocks wurden von Christine Gledhill und Irmela Schneider mit Moderation durch Andrea Braidt gehalten, während Henrike Hölzer, Verena Kuni, Katrin Oltmann und Susanne Rieser Teil des dazugehörigen Panels waren, das von Ines Steiner moderiert wurde.
Filmreihe und Videolounge Begleitend zu den theoretischen Vorträgen und Diskussionen gab es mit der von Mikki Muhr im Project Space der Kunsthalle eingerichteten Videolounge „Changierende Bänder“ und der von Katja Wiederspahn kuratierten Filmreihe „Bilderlust“ im Filmmuseum zwei Programmpunkte, die Beispiele feministischer Film- und Videopraxis präsentierten.
Im Rahmen der Filmreihe „Bilderlust“ wurden in fünf Programmen Filme von u. a. Laura Mulvey & Peter Wollen, Eva Heldmann, Linda Christanell, Elfi Mikesch, Valie Export, Christine Noll Brinckmann, Mara Mattuschka, Marguerite Duras, Chantal Akerman und Chu Yuan gezeigt. Die Vorstellungen fanden zum Teil in Anwesenheit der Filmemacherinnen statt.
In der Videolounge „Changierende Bänder“ waren Arbeiten von u. a. Karin Sulimma, Ulrike Müller, Linda Bilda und Hito Steyerl zu sehen.
Workshops Ergänzt wurde das Konferenzprogramm durch drei Workshops mit Blick auf die Verbindungen theoretischer feministischer Arbeit und feministischen Praxen im Bereich von Film und Fernsehen.
Karola Gramann hat unter dem Titel „Man nehme... – Aspekte des Programmierens. Praxis und Theorie“ einen Workshop zur Kunst des Filmprogrammierens angeboten. Neben Kurzfilmen vom Frühen Kino bis zur Gegenwart, hat sie dabei auch Beispiele aus ihrer eigenen Arbeit „...und wenn du eine Rose siehst“ vorgestellt.
Von Johanna Schaffer und Marcella Stecher wurde der Workshop „Kräftige Oberarme? Verschiebbare Versprechen? – Zur Frage nach radikalen Sexpolitiken (d. h. alternativen Körper- und Begehrenskonzepten) in lesbischen, queeren Film/Video-Bildern mit S/M-Bezug“ veranstaltet. Befasst haben sie sich dabei mit SM als kommunaler Praxis in einem queeren Anknüpfen an Debatten um Sexualität, Macht, Repräsentation und Fantasie.
Ausgehend vom Dokumentarfilm „fremd gehen. Gespräche mit meiner Freundin“ von Eva Heldmann hat diese zusammen mit Katja Wiederspahn den Workshop „Nomadinnen der Lüste – Feministische Filmarbeit im 21. Jahrhundert. Avantgarde ohne Publikum?“ angeboten.
„Screenstrike“ 2012 Die Konferenz „Screenstrike. Gender – Medien – Kritik“ fand vom 10. bis 12. Mai 2012 im Atelierhaus der Akademie der bildenden Künste in Wien statt. Als internationales Kooperationsprojekt, initiiert von der AG Gender und Medien der Gesellschaft für Medienwissenschaft, wurde „Screenstrike“ von Andrea Braidt, Angela Koch, Brigitte Mayr, Sabine Nessel, Andrea Seier und Hedwig Wagner konzipiert.
Mit 40 Mitwirkenden wurde in Vorträgen, Panels, Screenings und Workshops der Frage nachgegangen, wie das gegenwärtige Kritikpotenital der Gender Studies und Medienwissenschaft in Schnittstellen von medialen und geschlechterpolitischen Ordnungen auszumachen ist.
„Screenfest“ 2020/21 Konzipiert und organisiert von Andrea Braidt, Nicole Kandioler-Biet, Claudia Slanar und Katja Wiederspahn fand „Screenfest. Queer Film Festivals im Kontext“ von Oktober 2020 bis Jänner 2021 statt. Mit 35 Experten aus Forschung und Praxis wurde die Relevanz von queer-feministischen Filmfestivals international und national auf ihren Einfluss auf feministische und LGBTQI+-Communitys, auf lokale Standorte, sowie den filmwissenschaftlichen Sektor befragt. In Anbindung an Queertactics. Queer_feministisches Filmfestival Wien wurden im Rahmen eines Symposiums sechs Online-Paneldiskussioneneben veranstaltet.
Nachfolgend wurde unter dem Konferenztitel eine Sammlung der Ergebnisse der Veranstaltungsreihe als „Policy Recommendations zur nachhaltigen Förderung der Kunstproduktion, Kultur- und Festivalarbeit im Bereich des Queer Films durch Bund und Länder“ herausgebracht.
„Screenwise 2023. Who Cares?“