Werner Lindenmaier (* 18. Juli 1921 in Neu-Ulm;Eintrag zu Werner Lindenmaier in der Datenbank HEUSS des Stadtarchivs Heilbronn, Zeitgeschichtliche Sammlung Signatur ZS-13523Gerd Kempf (gk): Friedensaktiver Präsident des Landgerichts. Werner Lindenmaier gestorben. stimme.de, 21. Februar 2005 † 14. Februar 2005 in Heilbronn) war ein deutscher Jurist. Von 1976 bis 1985 war er Präsident des Landgerichts Heilbronn.

Leben Lindenmaier begann seine juristische Laufbahn 1948 als Referendar beim Landgericht Heilbronn, wurde 1952 als Gerichtsassessor übernommen und ging 1954 als Amtsgerichtsrat zum Amtsgericht Heilbronn. Als Landgerichtsrat kehrte er 1955 an das Landgericht Heilbronn zurück.Uwe Jacobi (jac): Werner Lindenmaier neuer Landgerichts-Präsident. In: Heilbronner Stimme, 22. Dezember 1976 Nach der Ernennung zum Oberlandesgerichtsrat ging er Mitte 1962 zum Oberlandesgericht Stuttgart.Zum Oberlandesgerichtsrat ernannt. In: Heilbronner Stimme, 1. Juni 1962 Er saß dann Kammern des Landgerichts Stuttgart vor und wurde schließlich 1975 Vorsitzender Richter eines Senats des Oberlandesgerichtes Stuttgart, bevor er Ende 1976 zum Präsidenten des Landgerichts Heilbronn ernannt wurde. Im August 1984 trat er in den Ruhestand.„Weitherziger Chef mit Humor“. Landgerichtspräsident Werner Lindenmaier im Ruhestand. In: Heilbronner Stimme, 13. August 1984

Der in der evangelischen Kirche engagierte Lindenmaier löste im Frühjahr 1984, wenige Monate vor seinem Ruhestand, eine lokalpolitische Kontroverse aus, als er sich in einem Vortrag auf die Seite der damaligen Atomwaffengegner stellte und dazu aufrief, „alle legalen Möglichkeiten radikal auszuschöpfen, um dem Widerstreben des Großteils der Bevölkerung gegen die Wahnsinnswaffen Gehör zu verschaffen.“ Damit waren die zu dieser Zeit auch in Heilbronn auf der Waldheide stationierten Atomraketen vom Typ Pershing II gemeint.Joachim Friedel (jof)/pm: Harte CDU-Kritik an Landgerichtspräsidenten. In: Heilbronner Stimme, 13. April 1984 Er erklärte weiter, eine Absage an Gewalt schließe passiven Widerstand und zivilen Ungehorsam nicht aus, rief Eltern dazu auf, ihre Kinder zu Kriegsdienstverweigerern zu erziehen, und riet der Friedensbewegung, massiert in die CDU einzutreten, um deren Parteiprogramm umzukrempeln.Joachim Friedel (jof)/pm: CDU bekräftigt Kritik an Werner Lindenmaier. In: Heilbronner Stimme, 21. April 1984 Der CDU-Kreisverband Heilbronn warf Lindenmaier daraufhin vor, die politische Zurückhaltungspflicht hoher Staatsdiener verletzt zu haben, und verglich ihn mit „einem Feuerwehrkommandanten, der in seiner Freizeit zum Häuseranbrennen aufruft.“Joachim Friedel (jof)/pm: SPD verteidigt Lindenmaier. In: Heilbronner Stimme, 14. April 1984 Lindenmaier reagierte darauf mit dem Hinweis, er habe in dem Vortrag deutlich vor jeglichen Aktionen außerhalb der Legalität gewarnt, und riet der CDU, sich vor der öffentlichen Beschuldigung über den genauen Inhalt zu informieren und künftig, eingedenk des „C“ im Parteinamen, vor öffentlichem Tadel etwas friedfertiger mit dem Nächsten umzugehen. Der SPD-Kreisverband Heilbronn verteidigte Lindenmaier und nannte den „Maulkorbversuch“ der CDU „völlig überzogen, im Stil vordemokratischer Zensurbehörden.“ Die CDU bekräftigte ihre Kritik an Lindenmaier und nannte dessen Reaktion auf die Kritik „äußerst enttäuschend.“

Auszeichnungen 1985: Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

Einzelnachweise

Weblinks Eintrag zu Werner Lindenmaier in der Datenbank HEUSS des Stadtarchivs Heilbronn, Zeitgeschichtliche Sammlung Signatur ZS-13523

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