mini|Pełcznica, Kirchenruine St. Anna mini|Der Chor von Außen mini|Der Chor von Innen mini|Polsnitzer Triptychon Die Ruine der Kirche St. Anna () in Pełcznica (deutsch Polsnitz), einem Stadtteil von Świebodzice (Freiburg in Schlesien) gehört zum Powiat Świdnicki der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen.

Lage Die Ruine steht am oberen Ende des vormaligen Dorfes in der Nähe des Eingangs zum Fürstensteiner Grund.

Geschichte Polsnitz dürfte bereits vor der Entstehung von Freiburg existiert haben. Die Anfänge der Kirche in Ober-Polsnitz, damals wohl ein bescheidener Holzbau, gehen vermutlich auf das Jahr 1215 zurück. Eine Urkunde von 1228, in der der Pfarrer wegen zu geringer Einkünfte aus der Pfarrwidmut seine Stelle verließ, belegen erstmals die Existenz einer Kirche in Polsnitz. Herzog Heinrich I. verlieh dieser Kirche daher zwei weitere Hufen Land, auch Graft Ymbran von Zirlau stiftete zwei Hufen. Der Kirche wurden Kunzendorf und alle noch anzulegenden Dörfer im Umkreis von einer Meile eingepfarrt. Danach wurde die Pfarrei wieder besetzt und wahrscheinlich an Stelle der Holzkirche die bis heute als Ruine erhaltene steinerne Kirche errichtet. 1268 ist die Anweisung des Kaplan von Kunzendorf belegt, Polsnitz als Mutterkirche anzuerkennen.

Mehrere Theorien ranken sich um die Entstehung und Zerstörung der Kirchenruine St. Anna, die außer dem gotischen Presbyterium unvollendet blieb. Das Langhaus bildete wahrscheinlich eine provisorische Holzkonstruktion.Freiburger Denkmäler, Stadtverwaltung Swiebodzice - Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit, BIMART - Wałbrzych, S. 13 Eine genau Datierung ist derzeit nicht möglich. Erschwerend kommt hinzu, dass in Polsnitz zur gleichen Zeit zwei Kirchen existierten. Ob die Kirche St. Anna älter als die Kirche St. Franziskus ist, bleibt in den Sekundärquellen umstritten. Hans Lutsch zufolge diente ursprünglich die Kirche St. Anna als Pfarrkirche und die Kirche St. Franziskus als Begräbniskirche von Polsnitz-Zirlau. Heute wird davon ausgegangen, dass in der frühen Geschichte Polsnitz die Kirche St. Franziskus eine höhere Stellung einnahm und die mittelalterlichen Berichte sich ausnahmslos auf dieses Gotteshaus beziehen.Freiburger Denkmäler, Stadtverwaltung Swiebodzice - Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit, BIMART - Wałbrzych, S. 13

Die St. Annakapelle könnte laut einer These Ende des 13. Jahrhunderts parallel zum nahen Schloss Fürstenstein unter dem Schweidnitzer Herzog Bolko I. entstanden sein. Nach der Verlegung seiner Residenz blieb der Bau unvollendet. Vielleicht fällt die Zerstörung der Kirche in das Jahr 1345, im Zuge der kriegerischen Auseinandersetzungen des böhmischen Landesherrn König Johann mit dem Schweidnitzer Herzog Bolko II. Eine andere Theorie datiert den Bau erst deutlich später, in das 15. Jahrhundert. Vermutlich trug der Dreißigjährige Krieg zum Niedergang bei. Gemäß einer Legende geriet die Kirche während dieses Krieges durch einen Blitzeinschlag in Brand,Freiburger Denkmäler, Stadtverwaltung Swiebodzice - Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit, BIMART - Wałbrzych, S. 13 worauf sie seitdem in Trümmern liegt. In der Gegenreformationszeit erlangte die Kirche noch einmal an Interesse. Demzufolge steht die "St. Annakapelle" in Polsnitz-Zirlau im Verzeichnis der schlesischen Kirchen, welche „den Evangelischen zur Nutzung nicht gegönnt wurde und lieber ohne Gemeinde, Ruine werden und bleiben muss“.

Das gotische Triptychon „Verherrlichung Mariens als Himmelskönigin“, der ehemaligen Kirche St. Anna in Polsnitz zugeschrieben, heute als Leihgabe des Diözesanmuseum Breslau im Nationalmuseum Breslau ausgestellt, datiert um 1370/80. In dieser Zeit galt die Kirche aber bereits als zerstört. Gesichert ist, dass der Altaraufsatz bis 1926 in der Kirche St. Franziskus von Polsnitz stand.Freiburger Denkmäler, Stadtverwaltung Swiebodzice - Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit, BIMART - Wałbrzych, S. 13 Bauwerk mini|Infotafel Die gotische Kirche war ein einschiffiges Gebäude aus Bruchstein, wobei Ziegelmauerwerk für architektonische Details und Gewölbe Verwendung fand. An den polygonalen Chor an der Ostseite wurde nördlich eine Sakristei angebaut. Das Innere des Chors hatte ein Kreuzrippengewölbe, weshalb er mit zahlreichen Strebepfeilern verstärkt wurde.

Derzeitiger Zustand Die Mauern des Chors sind bis auf zahlreiche Mauerlücken erhalten geblieben. Im Inneren des Chors sind die Reste von Gewölbesäulen aus Ziegeln sichtbar. Die Mauerreste an der Westseite stammen von einem neueren Gebäude, das an der Stelle des Kirchenschiffs errichtet wurde. Der Bau ist eingezäunt.

Literatur

Maciej Mikołajczyk, Krzysztof Jaworski: Die Ruinen der Kirche St. Anna von Polsnitz In: Freiburger Denkmäler, Stadtverwaltung Swiebodzice - Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit, Information und internationale Kontakte, Übersetzung: Marzena Korona-Kruk, Druck: BIMART - Wałbrzych, S. 12–13

Weblinks

Historische und aktuelle Aufnahmen sowie geographische Lage

Einzelnachweise

Kategorie:Kirchengebäude in der Woiwodschaft Niederschlesien Kategorie:Kulturdenkmal in der Woiwodschaft Niederschlesien Kategorie:Świebodzice Kategorie:Kirchenruine in Polen Kategorie:Annakirche Kategorie:Gotische Kirche Kategorie:Gotisches Bauwerk in Polen Kategorie:Erbaut im 13. Jahrhundert Kategorie:Zerstört im 14. Jahrhundert Pelcznica