Gordian Friedrich Anton Gregorius Nicolaus Hettich (* 4. Mai 1825 in Furtwangen; † 4. Februar 1900 ebenda) war Kaufmann und später Uhrenhersteller mit Firmensitz in Furtwangen.
Leben Gordian Hettich wurde 1825 als Sohn des Uhrenhändlers Gregor Hettich (1786–1861) und dessen Frau Gertrud Hettich, geb. Siedle (1797 Neukirch – 1882 Furtwangen) geboren. Gregor Hettich, war ein sogenannter „Sachsengänger“, ein Händler, der seine Uhren auf einer Krätze auf dem Rücken zu Fuß und auf dem Wasserweg nach Sachsen und Hannover brachte. Bereits sein Großvater Antonius arbeitete als Uhrmacher.
Während der Revolution 1848/1849 beteiligte er sich bei den Freischaren und kämpfte in Muggensturm gegen das Heer der Preußen. Später gründete er die Freiwillige Feuerwehr Furtwangen und wurde auch für lange Jahre deren Kommandant.
Gordian übernahm von seinem Vater den Uhrenhandel und baute diesen weiter aus. Das verschiedentlich angegebene Gründungsjahr 1836 für „Gordian Hettich Sohn“ bezieht sich vermutlich auf den Eintritt in die Ausbildung im väterlichen Betrieb.
Er war mit Erna Anastasia Furtwängler verheiratet. Mit ihr hatte er eine Tochter und einen Sohn.
Uhrenhandel Gordian Hettich betrieb das Handelsgeschäft Anfangs in seinem Haus in Furtwangen. Später richtete er dort eine Uhrenpackerei und einen Uhrengroßhandel ein. 1850 wurde er von der badischen Regierung beauftragt, den Verkauf für Schwarzwälder Uhren aus Furtwangen und Umgebung an der Promenade in Baden-Baden zu übernehmen. Ab 1854 betrieb er das Geschäft auf eigene Rechnung.
Uhrenhersteller Im Jahr 1854 wurde Hettich Teilhaber der Zifferblatt- und Blechschilderfabrik Dold & Hettich, die in Furtwangen ihren Hauptsitz hatte. 1858 wurde Gordian Hettich in Villingen-Schwenningen für „sein Bemühen, geschmackvolle Uhren in den Handel zu bringen“ ausgezeichnet. 1871 produziert Hettich mit 80 Angestellten und 76 Heimarbeitern 26.000 Uhren. Mit der Wiener Weltausstellung im Jahr 1873 gelang ihm sein Durchbruch als Fabrikant. Dort stellte er ein großes Sortiment an verschiedenen Uhren aus und erhielt großes ansehen. 1880 wurde ein neues Fabrikationsgebäude in der Bregstraße errichtet. Zu dieser Zeit führte sein Sohn Hermann Hettich bereits den Betrieb, der unter „Gordian Hettich Sohn“ – oder kurz: „GHS“ firmierte. Zwei Jahre nach dem Tod von Gordian Hettich wurde das Unternehmen in eine GmbH umgewandelt und an den Betriebsleiter Max Roder verkauft. 1909 sind 20–25 Uhrmacher, Schreiner, Holzbildhauer, Hilfsarbeiter und noch einmal so viele Heimarbeiter bei der Firma beschäftigt. 1911 wurde das Werk durch einen Brand zerstört.
Produkte Die GHS arbeitete eng mit der Großherzoglichen Schnitzereischule Furtwangen zusammen und übernahm von dort Entwürfe, um daraus künstlerisch ausgeführte Kuckucksuhren herzustellen.
Auszeichnungen für Hettich-Uhren 1873 – Industrielles Abzeichen der Wiener Weltausstellung 1881 – Weltausstellung in Melbourne: Ehrenpreis 3. Klasse für Kuckuck-, Trompeter- und Spieluhren
Persönliche Auszeichnungen um 1865 – als Ritter des Deutschordens ausgezeichnetBadisches Staatsblatt 1800–1900; Deutsches Uhrenmuseum 1884 – Verdienstmedaille des Großherzogtums Baden
Quellen
Amtlicher Katalog der Wiener Weltausstellung 1873 – deutsches Reich, Berlin Archiv des Uhrenmuseum Schwenningen Archiv des deutschen Uhrenmuseum Furtwangen Gordian Hettich Nachlass; Deutsches Uhrenmuseum Archiv
Einzelnachweise
Kategorie:Unternehmer (19. Jahrhundert) Kategorie:Geboren 1825 Kategorie:Gestorben 1900 Kategorie:Mann