Der Emergency Planning and Community Right-to-Know Act (EPCRA, dt. Gesetz über Notfallplanung und gemeinschaftliches Recht auf Wissen)Toxics Release Inventory (TRI). Hahn GmbH, 5. Juli 2021. ist ein US-amerikanisches Bundesgesetz über den öffentlichen Zugang zu bestimmten unternehmensbezogenen Umweltdaten.
Bundesgesetz Der EPCRA wurde am 17. Oktober 1986 vom 99. Kongress der Vereinigten Staaten im Rahmen des Superfund Amendments and Reauthorization Act (SARA) verabschiedetEmergency Planning and Community Right-to-Know Act EPA, abgerufen am 25. Mai 2023 (englisch). und verlangt von US-amerikanischen Unternehmen, der nationalen Umweltschutzbehörde Environmental Protection Agency (EPA) Daten über die Emission toxischer Chemikalien (Extremely Hazardous Substances) mitzuteilen. Diese werden von der EPA in einem Schadstoffemissionsregister, dem Toxics Release Inventory (TRI),Toxics Release Inventory (TRI) Program. EPA, abgerufen am 25. Mai 2023 (englisch). erfasst und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Öffentlichkeit hat insoweit einen Auskunftsanspruch (Right to know).Frank Hellenthal: Umweltmanagement nach der Öko-Audit-Verordnung: kritische Betrachtung und Darlegung von Perspektiven durch das Konzept der ökologischen Unternehmensbewertung. Tectum-Verlag 2001, S. 106. google.books.
Das Gesetz war Vorbild für die Umweltinformationsrichtlinie der Europäischen Union von 2003 und seinerseits eine Reaktion auf Chemieunfälle wie die Katastrophe von Bhopal in Indien 1984. Es ist Ausdruck des umweltrechtlichen Vorsorgeprinzips und dient dem nationalen Katastrophenschutz. Die von den Unternehmen der chemischen Industrie mitgeteilten Daten zu Gebrauch, Lagerung und Freisetzung giftiger Substanzen sollen die Erstellung behördlicher Notfallpläne ermöglichen.Emergency Planning & Community Right-to-Know Act. Umweltbehörde des Staates Washington, abgerufen am 25. Mai 2023 (englisch). Dafür wurden auf kommunaler Ebene Local Emergency Planning Committees geschaffen.Martin Führ, Kilian Bizer, Betty Gebers, Gerhard Roller: Institutionelle Bedingungen zur Förderung proaktiver Strategien. Vergleichende Analyse internationale Ansätze im Bereich des Umweltverhaltens von Unternehmen. Sonderforschungsgruppe Institutionenanalyse Darmstadt, S. 36 ff.
Einzelne Bundesstaaten Der Bundesstaat Oregon hat den Oregon Community Right to Know Act (ORS 453.307-372) erlassen. Das Oregon Office of the State Fire Marshal pflegt eine öffentlich zugängliche Datenbank über Unfälle mit gefährlichen Substanzen.
Das Recht auf Information korrespondiert mit einer Meldepflicht der Unternehmen über die gelagerten Mengen und Arten von Gefahrstoffen jährliche Emissionsmengen giftiger Chemikalien bei ungestörtem Betrieb sowie Störfalle bei außerplanmäßiger Freisetzung bestimmter Chemikalien, die von der EPA erfasst werden.
Literatur United States Environmental Protection Agency, Chemicals in Your Community - A Guide to the Emergency Planning and Community Right-to-Know Act. Washington. 1988 (englisch). OECD-Leitprinzipien für die Verhütung, Vorbereitung und Bekämpfung von Chemieunfällen - Dritte Ausgabe. Leitlinien für die sichere Planung und den sicheren Betrieb gefährlicher Anlagen für Behörden und Industrie. doi:10.1787/162756bf-en.
Weblinks Emergency Planning and Community Right-to-Know Act (Non-Section 313) Regulations and Amendments (englisch).
Einzelnachweise
Kategorie:Bundesgesetz der Vereinigten Staaten Kategorie:Rechtsquelle (20. Jahrhundert) Kategorie:Umweltrecht (Vereinigte Staaten) Kategorie:Chemie und Recht Kategorie:Katastrophenschutz Kategorie:Risikomanagement Kategorie:Informationsfreiheit