Rottenmann ist eine Bergstadt mit Einwohnern (Stand ) im Bundesland Steiermark (Österreich). Die Stadt liegt in den Rottenmanner Tauern und im Paltental, von welchem Rottenmann der Hauptort ist. Auch ist Rottenmann die älteste Stadt des Bezirks Liezen, die siebentälteste der Steiermark und somit auch eine der ältesten Österreichs.
Die Stadt ist unter anderem für ihren historischen Altstadtkern und den Hauptfirmensitz der AHT (Austria Haustechnik) bekannt. Sehenswürdigkeiten sind die auf einem Felsen errichtete Burg Strechau im Gemeindegebiet der Nachbargemeinde Lassing, das Schloss Grünbühel, Schloss Thalhof, sowie „Das Schloss“ (ehemaliges Augustiner-Chorherrenstift) in der Altstadt. Der Kirchturm der Stadtpfarrkirche Rottenmann war eine Zeit lang der höchste der Steiermark.
Geografie Geografische Lage Der Stadtkern von Rottenmann liegt auf 681 m. Durch den Ort fließt die Palten. Rottenmann ist Namensgeber der Rottenmanner Tauern und der Hauptort des Paltentals. Im Rottenmanner Gemeindegebiet liegende Gipfel sind der Hausberg Stein am Mandl, Großer Bösenstein, Hochhaide, Moserspitz, Diewaldgupf, Seegupf, Dreistecken, das Plannereck und einige weitere in den Rottenmanner Tauern sowie das Dürrenschöberl und das Hubereck in den nördlich gelegenen Eisenerzer Alpen. Die Stadt liegt am westlichen Ende des Palten-Liesing-Tals und ist einer der drei Hauptorte.
Im Gemeindegebiet von Rottenmann entspringen zwei Flüsse: die Gulling, welche über das Gullingtal in die Enns fließt, und der Strechenbach, einer der größeren Nebenflüsse der Palten, welcher über das Tal der Strechen und die Rottenmanner Klamm ins Paltental fließt.
Die Fläche der Gemeinde beträgt km² und ist somit flächenmäßig die zehntgrößte Gemeinde der Steiermark und die fünftgrößte des Bezirks Liezen. Das Gemeindegebiet von Rottenmann liegt in Seehöhen zwischen und (Großer Bösenstein). Rottenmann ist etwa zehn Kilometer von der Bezirkshauptstadt Liezen entfernt und nach Einwohnern die drittgrößte Stadt des Bezirks (nach Liezen und Schladming).
Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet gliedert sich in 13 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ):
Die Gemeinde besteht aus sechs Katastralgemeinden (Fläche Stand ): Bärndorf () Büschendorf () Edlach () Oppenberg () Rottenmann () Singsdorf ()
Eingemeindungen 1850: Sankt Georgen, Strechau und Strechen 1943: Villmannsdorf und Büschendorf 1974: Palten (Bärndorf, Singsdorf und Edlach) 2015: Oppenberg (im Rahmen der steiermärkischen GemeindestrukturreformSteiermärkische Gemeindestrukturreform.)
Nachbargemeinden Im Norden grenzt Rottenmann an Selzthal und Admont, im Osten an Trieben, im Südosten an Hohentauern (Bezirk Murtal), im Süden an Pölstal, im Südwesten an Irdning-Donnersbachtal und Aigen im Ennstal und im Westen an Lassing; sechs der acht Nachbargemeinden liegen im Bezirk Liezen.
Klima
Geschichte Aufgrund einer jahrtausendelangen Geschichte trägt Rottenmann den Beinamen „Tausendjährige Bergstadt“.
Der Name Rottenmann
Rottenmann hatte ursprünglich vier Namen. An der Wand des Beratungssaales des Rathauses stehen vier Namen: Tartusana, Stiriate, Castra Montana und Cirminah.
Eine Erzählung besagt, dass es einen Drachentöter gab, dessen Kleidung durch das Blut des Drachen blutverschmiert war und der deshalb „Roter Mann“ genannt wurde.Peter Stelzl: Sagen aus der Steiermark. Styria-Verlag Wien, Graz, Klagenfurt 2012, ISBN 978-3-7012-0109-9, S. 231. Wahrscheinlicher ist aber die Möglichkeit, dass der Name „Rottenmann“ nicht auf diese Sage zurückzuführen ist, sondern die Sage auf dem Ortsnamen basiert. Viel glaubwürdiger klingt die Erklärung, dass „Rottenmann“ normalerweise „Rotenman“ heißen sollte. Die Doppelschreibweise ist auf verschiedene Dichter und Schreiber zurückzuführen, die die Namen einfach mit Doppelbuchstaben verzierten. „Rotenman“ würde nämlich so viel wie „Die Grenze am Sumpf“ heißen. (Rot bedeutete damals Sumpf, man die Grenze.) Eine ziemlich glaubwürdige Erklärung, wenn man bedenkt, dass das gesamte Paltental nach dem Abschmelzen des Ennstaler Gletschers ein reines Sumpfgebiet war.
Dem Namen Rottenmann werden auf diese Weise mehrere Bedeutungen zugeschrieben. Einige sind auf mystische Überlegungen zurückzuführen, andere beruhen auf sprachlicher oder geschichtlicher Basis beziehungsweise alten Schreibweisen.
Für die These, dass es sich um die Farbe handelt, gibt es ein bekanntes Zitat von 1048: „prediolum Rotenmannun dictum … sclavonice etiam Cirminah nominatum“ (dt.: das Landgut Rottenmann… auf slawisch auch Cirminah genannt). Dies zeigt zum einen, dass Slawen mit Bajuwaren über Jahrhunderte in der gesamten Steiermark zusammenlebten, zum anderen ist es ein Indiz, dass Rottenmann eine Übersetzung des slawischen Cirminah (črmljen = bei den Roten) ist. Es kann demnach sein, dass ein Ursiedler tatsächlich rotes Haar trug oder anderweitig mit der Farbe Rot in Verbindung stand.
Eine andere, einfache Erklärung wäre, den Namen auf eine Rodungstätigkeit, ein gerodetes Gebiet zurückzuführen.
10. bis 15. Jahrhundert Um 927 wurde Rottenmann bereits in einem Tauschdokument, abgeschlossen zwischen dem Erzbischof von Salzburg und seinem Chorbischof Cotabert, erstmals urkundlich erwähnt.
Das ursprüngliche Rottenmann befand sich rund einen Kilometer weiter östlich im heutigen Ortsteil Sankt Georgen. Da dort auf Grund der geologischen Gegebenheiten (starke Versumpfung) eine weitere Ausdehnung der Siedlung nicht möglich war, wurde der heutige Ort von einem deutschen Städtebauer auf den Schuttabhängen des im Süden der Stadt gelegenen Hausberges „Stein am Mandl“ geplant.
Zum Schutze der Handelskaufleute, welche die stark frequentierte Salz- und Handelsstraße – früher Römerstraße – befuhren, wurde spätestens zu Anfang des 12. Jahrhunderts die Burg Rottenmann erbaut und mit Mauern und Gräben umgeben. Daraus entwickelte sich über die Jahre das heutige Rottenmann mit einer breiten Marktstraße (Marktplatz), von der rechtwinkelig schmale Gassen abzweigen.
Um 1266 wird die Stadtpfarrkirche St. Nikolaus zum ersten Mal erwähnt. Bis dahin nur als Filialkirche von Lassing. Am 25. Oktober 1279 hielt sich König Rudolf von Habsburg zum ersten Mal in Rottenmann auf und dürfte bei seinem Besuch die Stadterhebung durchgeführt haben, da ja in den Folgejahren Rottenmann in verschiedenen Urkunden immer wieder als Stadt bezeichnet wurde. Damit ist Rottenmann eine der ältesten Städte Österreichs. 1296 ist die älteste Nennung eines Stadtrichters vermerkt.
Rund um Rottenmann werden die heutigen Ortsteile Singsdorf und Strechau um 1080, Büschendorf um 1135, Bärndorf um 1150, Grünbühel um 1190, Villmannsdorf im Jahre 1296 und Goldbühel im 15. Jahrhundert erstmals genannt.
Nachdem Rottenmann schon im Jahre 1251 von salzburgischen Truppen besetzt worden war, passierte dies nochmals 1292, als sich der steirische Adelsbund – mit Salzburg und Bayern verbündet – gegen Herzog Albrecht I. empörte. Bald darauf (1320) wurde für die dem Landesfürsten bewiesene Treue das Stadtrecht bestätigt und gleichzeitig erhielt Rottenmann auch überaus wichtige und einträgliche Handels-, Markt- und Gerichtsfreiheiten; besonders das Recht der Eisen- und Salzniederlage und die hohen Einkünfte aus den nahen Silbergruben von Oppenberg und am Dietmannsberg machten die Rottenmanner Bürger rasch wohlhabend.Franz Brauner: Steirische Heimathefte. Heft 9, Leykam, Graz 1952.
mini|Stift Rottenmann,Kupferstich M. Vischer um 1680
Im Jahre 1453 stiftete der Rottenmanner Bürger Wolfgang Dietz Geld für die Errichtung eines Klosters, nach Genehmigung durch Papst Calixt III. wurden Augustiner-Chorherren aus Wien nach Rottenmann gerufen. Dem Stift war jedoch keine wirklich große Zukunft beschert, vor allem in der Reformationszeit hatte es schwer zu leiden. Kaiser Joseph II. hob das Stift schließlich 1785 auf. Die Stiftsherrschaft Rottenmann wurde später von den Eisengewerken Pesendorfer erworben, später durch Max Ritter von Gutmann, der sie im Zuge des Anschlusses Österreichs an das Deutsche Reich an den Industriellen Flick weiterveräußerte.
16. bis 18. Jahrhundert Das 16. Jahrhundert war geprägt von der Ausbreitung des Luthertums und den daraus resultierenden Auseinandersetzungen und Unruhen. Die Freiherren Hoffmann erwiesen sich als maßgebliche Förderer des neuen Glaubens und beherrschten bald das gesamte Paltental und Gebiete darüber hinaus. Im Zuge der nachfolgenden Gegenreformation wurde über Anweisung des Landesfürsten am 15. November 1599 eine Reformkommission nach Rottenmann entsandt – zwei Tage später war die erst zwanzig Jahre vorher erbaute evangelische Salvatorkirche in Schutt und Asche gelegt. Durch die Abwanderung lutherisch gesinnter zählte Rottenmann im Jahr 1612 nur mehr 116 Bürger, wobei man in dieser Zeit nur jene Bewohner als Bürger bezeichnete, die innerhalb der Stadtmauern einen Hausbesitz nachweisen konnten.
19. Jahrhundert mini|Rottenmann, S. Kölbl, lith. 1830
Nach der zweimaligen Besetzung der Stadt durch französische Truppen, die zu Hungersnöten und katastrophalen Zuständen führten, trat durch die Übernahme der Eisenverarbeitung durch Josef Pesendorfer im Jahre 1815 eine Besserung ein.
1892 übernahmen die Gebrüder Lapp die Eisenwerke in Rottenmann und modernisierten den Betrieb. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Werk als Paltenstahlwerk Rottenmann weitergeführt und schließlich vom deutschen Industriellen Bauknecht gekauft. Heute werden hier Kühlgeräte durch die AHT gefertigt.
Von 1849 bis 2002 gab es, nachdem Rottenmann durch Jahrhunderte eine eigene Gerichtsbarkeit hatte, das Bezirksgericht. 1850 erfolgte die Eingemeindung von St. Georgen, Strechau und Strechen.
20. Jahrhundert In den Jahren von 1912 bis 1914 wurde das Rathaus vom Architekten Josef Hofbauer erbaut.
1943 erfolgte die Eingemeindung der Ortsteile Villmannsdorf und Büschendorf. Am 1. Jänner 1974 wurde die Gemeinde Palten mit den Ortsteilen Bärndorf, Edlach und Singsdorf mit der Stadtgemeinde Rottenmann vereinigt.
21. Jahrhundert Zwischen 2000 und 2017 befand sich hier mit dem Universitätszentrum Rottenmann eine Außenstelle der TU Graz und der Johannes-Kepler-Universität in Linz. 2017 wurde beschlossen, das UZR zu schließen. Die Räumlichkeiten wurden von der Caritas-Lehranstalt für Sozialberufe übernommen. Der derzeitige Standort der Caritasschule in der Altstadt wird jedoch weiterhin geführt. mini|Rottenmann von der Burg Strechau gesehen
Am 1. Juli 2002 wurde der Gerichtsbezirk Rottenmann (bestehend aus den Gemeinden Gaishorn am See, Lassing, Oppenberg, Rottenmann, Selzthal, Treglwang und Trieben) aufgelöst und dem Gerichtsbezirk Liezen eingeordnet.
Im Sommer 2013 wurde ein Haus in der Innenstadt abgerissen, woraufhin einige Tage darauf die anliegende Wand des direkt angebauten Nachbarhauses Lindmayr teils einbrach. Seitdem klafft mitten in der Innenstadt ein Loch neben dem Rathaus. Am 3. Juli 2017 wurde nach fast vier Jahren eine Entscheidung getroffen, wie man das „Loch“ wieder richten würde. 2018 wurde mit dem Wiederaufbau der beiden Häuser begonnen.
Bevölkerungsentwicklung
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Filialkirche Alt-Rottenmann mini|Schloss Grünbühel,Kupferstich M. Vischer um 1680 mini|Schloss Thalhof bei Rottenmann, Kupferstich M. Vischer um 1680
Stadtbefestigung Rottenmann Schloss Grünbühel: Das Schloss Grünbühel, auch Schloss Grünbichl, liegt nördlich der Stadt Rottenmann im Ortsteil Villmannsdorf. Das Schloss ist ein düsterer langgestreckter Bau mit Eckrisaliten. Es gibt Räume mit Stuckdecken aus dem 17. Jahrhundert. Die Kapelle wurde am Ende des 17. Jahrhunderts erneuert.