mini|hochkant|Ryū Shintarō

Ryū Shintarō (japanisch 笠 信太郎; geboren 11. Dezember 1900 in Fukuoka, Präfektur Fukuoka; gestorben 4. Dezember 1967 in Chigasaki, Präfektur Kanagawa) war ein japanischer Journalist und Autor.

Leben und Wirken Ryū Shintarō machte seinen Studienabschluss an der „Handelsuniversität“ Tokio (heute Hitotsubashi-Universität). Danach trat er in das „Ōhara Social Research Institute“ (, Ōhara shakai mondai kenkyūjo) ein, wo er wirtschaftliche Fragen erforschte. Im Januar 1936 nahm er auf Empfehlung von Ogata Taketora eine Arbeit bei der Zeitung Asahi Shimbun auf und war als Redakteur für Wirtschaftsfragen zuständig. In dieser Zeit veröffentlichte er 1939 das Buch „Reorganisation of the Japanese Economy“ (, Nippon keizai no saihensei), das große Anerkennung fand.

Andererseits war Ryū als einflussreiches Mitglied der „Shōwa Study Group“ (, Shōwa kenkyū-kai) aktiv, die angeblich der Thinktank des Politikers und Premierministers Konoe Fumimaro war. 1940 verließ er das Land als Korrespondent in Deutschland, erlebte in der Schweiz die Niederlage Japans und berichtete nach Japan über den Zustand der europäischen Länder, bis er 1948 nach Japan zurückkehrte. Nach seiner Rückkehr fungierte er nacheinander als Chefredakteur und Geschäftsführer seiner Zeitung und spielte eine wichtige Rolle als Vertreter des gesunden Menschenverstands der Asahi Shimbun. 1962 trat er von seinem Posten zurück und ging als Berater in den Ruhestand.

Ryū entwickelte sich vom Wirtschaftsforscher zum Zeitungsreporter und dann zu einem aufgeklärten Denker, der sich in seinen späteren Jahren Sorgen um die Zukunft Japans machte. Mit den Zeitungskollegen Shinobu Kan’ichirō (; 1900–1967) und Nagai Daizō (; 1903–1988) bildete eine Troika der guten Berichterstattung. Zu seinen zahlreichen Veröffentlichungen gehören „Demokurashii no iroiro“ () – „Einiges zur Demokratie“ 1948, „Atarashii ōshū“ () – „Das neue Europa“ 1948, „Mono no mikata ni tsuite“ () – „Wie man die Dinge sehen kann“ 1951, „Seiyō to nihon“ () – „Der Westen und Japan“ 1953, „Hanami sake no keizai“ () – „Eine Wirtschaft wie Sake trinken beim Hanami“ 1962, „Chichi to mitsu no nagareru chi“ () – „Das Land wo Milch und Honig fließen“ 1963, „Nihon no shisei – Sengo nijūnen“ () – „Die Haltung Japans – 20 Jahre nach dem Krieg“ 1965 und „Jijitsu o miru“ () – „Die Wirklichkeit sehen“ postum 1968.

Literatur S. Noma (Hrsg.): Ryū Shintarō. In: Japan. An Illustrated Encyclopedia. Kodansha, 1993. ISBN 4-06-205938-X, S. 1288.

Weblinks

Biographien Ryū Shintarō in der Kotobank, japanisch

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