Laski Wałeckie ( Latzig, früher Laatzig) ist ein Dorf in der Landgemeinde (Gmina) Wałcz im Powiat Wałecki der polnischen Woiwodschaft Westpommern.
mini|Dorfkirche, bis 1945 Gotteshaus der evangelischen Gemeinde Latzig (Aufnahme 2020)
Geographische Lage Das Dorf liegt im Netzedistrikt des ehemaligen Westpreußen, etwa 18 Kilometer nordwestlich von Wałcz, elf Kilometer östlich von Mirosławiec und drei Kilometer nordnordöstlich von Piecnik.
Geschichte Die Ortschaft Latzig gehörte früher zur Herrschaft Friedland. Als 1774 der Grundherr Obrist von Blankenburg dem König von Preußen huldigte, war Latzig Teil dieser Herrschaft. Ortsbezeichnungen kamen in der Vergangenheit vor als Lawrenz Latzigh (1314), latzick (1337), Lacch (1677), neupolnisch Lacno. Die Etymologie dieses Ortsnamens ist unbekannt.Friedrich Wilhelm Ferdinand Schmitt: Geschichte des Deutsch Croner Kreises. Lambeck, Thorn 1867, S. 248–249 (Google Books). Um 1786 hatte Carl Christian von der Goltz gemeinsam mit seinen Brüdern Grundbesitz in Latzig. Friedrich von der Goltz: Nachrichten über die Familie der Grafen und Freiherrn von der Goltz. R. Schultz & Comp., Straßburg 1885, S. 211 (Google Books).
Um 1930 hatte die Gemeinde Latzig sechs Wohnplätze: Dorf Althof Forsthaus Alsen Gut Althof Gut Langhof Langhof Latzig
Im Jahr 1945 gehörte Latzig zum Landkreis Deutsch Krone im Regierungsbezirk Grenzmark Posen-Westpreußen der preußischen Provinz Pommern des Deutschen Reichs. Latzig war dem Amtsbezirk Petznick zugeordnet.
Im Februar 1945 wurde Latzig von der Roten Armee besetzt. Nach Beendigung der Kampfhandlungen wurde die Region seitens der sowjetischen Besatzungsmacht zusammen mit ganz Hinterpommern und der südlichen Hälfte Ostpreußens – militärische Sperrgebiete ausgenommen – der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen. Es wanderten nun Polen zu. Latzig wurde unter der polnischen Ortsbezeichnung „Laski Wałeckie“ verwaltet. Die einheimische Bevölkerung wurde von der polnischen Administration aus Latzig vertrieben.
Demographie
+ Bevölkerungsentwicklung bis 1945 Jahr Einwohner Anmerkungen 1783 – adliges Dorf nebst einer evangelischen Kirche, im Netzedistrikt, Kreis Krone, zwölf Feuerstellen (Haushaltungen)Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Zweiter Theil welcher die Topographie von West-Preussen enthält. Anhang (mit neu beginnender Seitenzählung): Volständige Topographie vom West-Preußischen Cammer-Departement, Marienwerder 1789, S. 127 (Google Books). 1818 72 Kirchdorf, adlige BesitzungAlexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats. Band 3: Kr–O, Halle 1822, S. 73, Ziffer 797 (Google Books). 1910 369 am 1. Dezember, davon 253 (251 Evangelische und zwei Katholiken; eine Person mit polnischer Muttersprache) im Dorf und 116 (sämtlich Evangelische) im Gutsbezirk LanghofKöniglich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon der Regierungsbezirke Allenstein, Danzig, Marienwerder, Posen, Bromberg und Oppeln. Auf Grund der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und anderer amtlicher Quellen. Berlin 1912, Heft III: Regierungsbezirk Marienwerder, 3. Kreis Deutsch Krone, S. 14–15, Ziffer 50 (Google Books), und S. 16–17, Ziffer 120 (Google Books). 1925 337 darunter 331 Evangelische sowie eine katholische und eine jüdische Person (vier Einwohner ohne Angaben zur Glaubensgemeinschaft) Die Gemeinde Latzig im ehemaligen Kreis Deutsch Krone in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011). 1933 301 1939 293
Kirche Im Jahr 1539 wurde die Parochie Latzig, bestehend aus den Ortschaften Latzig, Langhof und Hansfelde, von dem Erb- und Burgsassen von Blankenburg auf Märkisch Friedland gegründet. Die heutige Kirche in Latzig ist 1740 erbaut worden; sie ist ein Backstein-Fachwerkbau mit niedrigem Turm und war ursprünglich mit zwei Glocken ausgestattet worden.Agathon Harnoch: Chronik und Statistik der evangelischen Kirchen in den Provinzen Ost- und Westpreußen, Neidenburg 1890, S. 467 (Google Books).
Vor 1945 wirkten in der Kirche Latzig als Prediger: Caspar Köhler, 1540–1583 Andreas Reiche, 1584–1606 Jacob Haubner, 1607–1619 Albert Ripshof, 1609–1614 Caspar Bereuter, 1614–1635 Paul Prätorius, 1636–1642 Peter Tilanius, 1643–1694 Heinrich Garbrecht, 1694–1733 Matthias Gibertus, 1734–1736 David Mündler, 1736–1754 Johann Friedrich Koss, 1755–1758 Carl Gottlob Hering, 1759–1787, starb an Melancholie Johann Friedrich Stephanie, 1788–1791, war anschließend Pfarrer in Vandsburg Franz Jonas Bülow, 1799
Literatur Latzig, Dorf und Landgemeinde, Kreis Deutsch Krone, Amt Hohenstein, Regierungsbezirk Marienwerder, Provinz Westpreußen. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912 (meyersgaz.org). Petznick, Dorf und Gutsbezirk, Kreis Deutsch Krone, Regierungsbezirk Marienwerder, Provinz Westpreußen. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Petznick (meyersgaz.org). Friedrich Wilhelm Ferdinand Schmitt: Geschichte des Deutsch Croner Kreises. Lambeck, Thorn 1867, S. 248–249 (Google Books). Agathon Harnoch: Chronik und Statistik der evangelischen Kirchen in den Provinzen Ost- und Westpreußen, Neidenburg 1890, S. 467 (Google Books).
Weblinks
Die Gemeinde Latzig im ehemaligen Kreis Deutsch Krone in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011). Amtsbezirk Petznick (Territorial.de)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort der Woiwodschaft Westpommern Kategorie:Gmina Wałcz