Unterbach ist seit der kommunalen Neugliederung von 1975 ein Stadtteil von Düsseldorf, der Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens. Bis dahin war es ein Ortsteil von Erkrath. Ein Teil Unterbachs, genannt Unterfeldhaus, wurde bei der Neugliederung abgespalten und verblieb als nun eigenständiger Stadtteil bei Erkrath. Zu Unterbach hinzugefügt wurde dabei das Gebiet um den Elbsee der Stadt Hilden, der naturgeschützte Teil des Eller Forst sowie ein östlicher Zipfel des Düsseldorfer Stadtteiles Vennhausen, dessen Bebauung übergangslos an diejenige Unterbachs anschloss und schon zuvor mit ihm eine kulturelle Einheit bildete. In Unterbach befindet sich mit dem Unterbacher See und dem Elbsee ein bedeutendes Naherholungsgebiet des Großraums Düsseldorf mit dem größten Badesee im näheren Umkreis.
Am nordöstlichen Ende von Unterbach soll ein neues Wohnquartier "Wohnen im Hochfeld" errichtet werden, wo 360 neue Wohnungen und eine Kindertagesstätte entstehen sollen. Die ersten Bauabschnitte wurden Ende 2022 fertiggestellt, bis Ende 2023 sollen die Arbeiten an Abschnitt 3 von insgesamt 4 Bauabschnitten beendet worden sein.
Lage mini|Düsseldorf-Unterbach mini|Vereinshaus Unterbach Unterbach liegt im Südosten der Stadt Düsseldorf und ist mit einer Fläche von 9,12 km² flächenmäßig der fünftgrößte Stadtteil Düsseldorfs. Ein großer Teil dieser Fläche ist das Naherholungsgebiet Unterbacher See, dem sich nur durch die A 46 getrennt der Elbsee anschließt. Davon, dass in Unterbach ebenso wie im Nachbarort Düsseldorf-Vennhausen rund um den See eine Moorkolonisierung betrieben wurde, zeugen Straßennamen wie Vennstraße sowie Großer und Kleiner Torfbruch. Unterbach ist durch einen Waldgürtel von den anliegenden Stadtteilen Düsseldorfs getrennt. Die ersten Ausläufer des bergischen Landes begrenzen hier die niederrheinische Ebene und geben Unterbach einen, im Vergleich zum restlichen Düsseldorf, hügeligen Charakter. So zieht sich Unterbach beginnend am Unterbacher See den Fuß des Korresbergs hinauf, der sich hinter der geschlossenen Bebauung auf dem Stadtgebiet von Erkrath bis zu einer Höhe von 108 Metern erhebt. Diese Lage, das Naherholungsgebiet Unterbacher See/Eller Forst und der teilweise auf Erkrather Gebiet liegende Unterbacher Forst machen es zu einem Stadtteil mit hohem Wohnwert. Unterbach hat rund 7.829 Einwohner (Stand: Dezember 2019), mit einer im städtischen Vergleich geringen Bevölkerungsdichte von 838 Einwohnern pro Quadratkilometer.
Geschichte mini|Unterbacher Denkmal (die Namen der Herren von Haus Unterbach sind in die Pfeiler gemeißelt) Der östliche Teil des heutigen Stadtteils Unterbach lag an der historischen Handelsstraße Mauspfad. Für das frühe 11. Jahrhundert wird am heutigen östlichen Ortsrand ein wehrhafter Wohnhügel vermutet. Aus diesem hat sich später ein Rittersitz entwickelt. 1169 wurden eine Wasserburg und deren Besitzer, Heriman de Onterbeke, urkundlich erwähnt. Die Burg war Zufluchtsort und Fronhof der Bauern aus den umliegenden Höfen. Die später Haus Unterbach genannte Burg wurde zum Namensgeber und Keimzelle des Ortes Unterbach, der sich langsam als Straßendorf entwickelte.Hanna Eggerath: Erkrath – Unterbach, Unterfeldhaus, Hochdahl, Neandertal. Sutton, Erfurt 1998, ISBN 3-89702-038-6, S. 9.
Einer der ältesten Höfe, „Gut Rothenberg“, wurde 1312 urkundlich erwähnt und besteht heute noch. Die heute in Erkrath-Unterfeldhaus befindliche „Rohrsmühle“ besteht mindestens seit 1584. Im Jahr 1628 führten die Herren von Unterbach als Eigentümer dieser Mühle einen Prozess vor dem Reichskammergericht um die Mahlgerechtigkeit gegen die Besitzer von Haus Morp.
Unterbach entwickelte sich zunächst entlang der jetzigen Gerresheimer Landstraße, die heute noch die Hauptstraße des Stadtteiles darstellt. Hier wurde 1561 das Zoll- und Gasthaus Am Zault erwähnt. Die Gaststätte nebst angeschlossenem Hotel besteht noch heute. Im Jahre 1715 zählte Unterbach lediglich fünf Häuser. Erst um 1800 hatte sich um Haus Unterbach ein kleiner Ort gebildet. 1810 wurde eine erste Privatschule gebaut, in der etwa 30 Kinder unterrichtet wurden. Einer der ersten Lehrer war Theodor Brors. Dessen Sohn Franz Jos. Brors war die erste Person, welche sich um die Geschichte des Ortes und dessen Umgebung bemühte und für die Nachwelt geordnet aufzeichnete.Brors: Unterbach – Eine ortsgeschichtliche Plauderei. Eigenverlag, 1910, S. 5ff Das kleine Schulhaus im Fachwerkstil wurde 1958 abgerissen und durch die heutige Carl-Sonnenschein-Schule ersetzt. Nachdem die kleine Gemeinde 15 Jahre lang Geld für den Bau einer Kirche gesammelt hatte, konnte schließlich 1881 der Grundstein für ein katholisches Gotteshaus gelegt werden. Das 1883 eingeweihte Gebäude musste jedoch bereits 1967 wegen Baufälligkeit wieder abgerissen werden. Zur Kirche gesellte sich 1908 das vom Architekten Josef Kleesattel entworfene katholische Vereinshaus. Das Gebäude wurde 1987 unter Denkmalschutz gestellt. Zusammen mit dem Gasthof Am Zault bildet das Vereinshaus das Zentrum des öffentlichen und kulturellen Lebens Unterbachs, welches von den ortsansässigen Vereinen geprägt ist.
1923 wurde in den „Unterbacher Benden“, einem ehemaligen Rheinarm und Feuchtgebiet, mit der Gewinnung von Kies begonnen. 1935 war bereits ein großes Baggerloch entstanden, wo sich früher der Eselsbach befand. Am 31. Dezember 1942 starben fünf Menschen bei einem Bombenangriff, der die Gebäude des Bauernhofes „Gut Rothenberg“ weitgehend zerstörte.
In der Nachkriegszeit setzte eine große Bautätigkeit in Unterbach ein. 1949 entstanden erste Siedlungen für Neubürger an der Flachskampstraße. Es folgten Siedlungen am Heidberg und Silberberg. Bereits 1951 waren die ersten Häuser bezugsfertig. Mitte der 1950er Jahre entstand die Siedlung am Weyersberg und ab 1961 wurde das Gebiet um das ehemalige Weberhaus „Hexkotten“ bebaut. 1954 wurde der Bendensee zum Badesee erklärt, im Zuge dessen zum Unterbacher See umbenannt und 1959 ein erstes Badehaus am Nordstrand des Sees eingerichtet.
Kuriosum kommunale Neugliederung Am 1. Januar 1975 wurden im Rahmen des vom NRW-Landtag beschlossenen Düsseldorf-Gesetz weite Teile Unterbachs von Erkrath nach Düsseldorf umgegliedert. Ein Teil Unterbachs, genannt Unterfeldhaus, verblieb als nun eigenständiger Stadtteil in Erkrath. Die kuriose Grenzziehung entlang der Hauptstraße machte gegenüber lebende Nachbarn von einem Tag auf den anderen zu Bürgern verschiedener Städte. Bis zur Eingemeindung hieß diese Hauptstraße Gerresheimer Straße. Da dieser Straßenname schon in Düsseldorf existierte, wurde sie – auch auf dem in Erkrath verbliebenen Teilstück – in Gerresheimer Landstraße umbenannt. Dabei wurde die durchgehende Hausnummerierung grenzüberschreitend beibehalten. Auch das Haus Unterbach als die Urzelle Unterbachs sowie Teile des Unterbacher Forstes und der Sportplatz des Fußballvereins SC Unterbach blieben auf Erkrather Gebiet. Trotz dieser administrativen Trennung gestalten sich das kulturelle, kirchliche und Vereinsleben in Unterbach und Unterfeldhaus wie in einem einzigen Ortsteil. Alle Vereine richten ihr Angebot auf beide Orte aus. Zudem besuchen viele Unterbacher Kinder weiterführende Schulen in Erkrath.unterbach.com Die Kirchen beider Konfessionen bilden mit ihren jeweiligen Pendants in Unterfeldhaus und Erkrath eine Verwaltungseinheit.
Da viele Unterbacher Straßennamen bereits in Düsseldorf existierten, musste etwa die Hälfte zur eindeutigen Kennzeichnung umbenannt werden.
Politik Nur zwei Parteien haben eigene Ortsverbände in Unterbach, die CDU und die SPD. Grüne und die FDP organisieren sich dagegen in Stadtbezirksgruppen.
Kultur miniatur|Eselsdenkmal mit dem Breidenplatz im Hintergrund Unterbach hat sich als von Düsseldorf räumlich getrennter Stadtteil seinen dörflichen Charakter bewahrt und wird von einem regen Vereins- und Kirchenleben geprägt. Eine einzigartige Stellung hat sich Unterbach innerhalb des Düsseldorfer Karnevals bewahrt: Es ist der einzige Stadtteil mit eigenständigem Karnevalsausschuss, Prinzenpaar und Umzug. Hier lag auch die Keimzelle zu den im Großraum Düsseldorf bekannten, in Halbmundart singenden Bands „Halve Hahn“ und „Alt-Schuss“. Letztere hatte ihren größten Hit mit „Die Sterne funkele“, welches ursprünglich das Mottolied der Session 1997 im Unterbacher Karneval war. Das Einzugsgebiet der Veranstaltungen und insbesondere des Umzugs im Unterbacher Karneval, das insbesondere durch den Karnevalsausschuß Unterbach 1957 e. V. gepflegt wird, reicht bis in die umliegenden Städte.
Am Breidenplatz befindet sich die Geschäftsstelle des Landesverbands der Musikschulen in Nordrhein-Westfalen e. V. im Verband deutscher Musikschulen.Geschäftsstelle – Landesverband der Musikschulen in Nordrhein-Westfalen e. V.
Das Wappentier Unterbachs ist ein über den hier befindlichen Eselsbach springender Esel. So ist im Ortszentrum am „Breidenplatz“ ein in Bronze gegossener Esel aufgestellt. Der Narrenruf ist in Unterbach der Eselslaut „I-A“ entgegen dem „Helau“ im restlichen Düsseldorf. Auch der Karnevalsumzug wird von einem lebenden Esel angeführt. Neubürger können sich zum Esel schlagen lassen. Diese Eselskultur findet ihren Ursprung darin, dass Düsseldorf teilweise aus und auf dem Sand erbaut wurde, der aus der Auskiesung des Unterbacher Sees und dessen Umgebung stammte. Der Sand wurde früher entlang dem Eselsbach und dem heute noch so benannten Sandträgerweg auf dem Rücken von Eseln transportiert. Die Bemerkung „Die Unterbacher Esel kommen“ bezog sich dann nicht nur auf die Tiere.
Der Eselsbach durchfließt hinter Unterbach den benachbarten Stadtteil Eller sowie dessen Schlosspark. Dort mündet er in die südliche Düssel.
Sport In Unterbach bieten vier größere Vereine ein breites Sportangebot. Der SC Unterbach verfügt über zwei große Sportplätze und ein Clubhaus in Unterfeldhaus, wo Fußball und Handball gespielt werden. In Waldlage befindet sich der Unterbacher Tennisclub und am See gibt es einen Segelclub. Darüber hinaus existieren zwei Bootshäuser für schulgebundene Rudervereine zweier Gymnasien. Die beiden Unterbacher Grundschulen bieten jeweils in der vierten Klasse einen Segelkurs für die Kinder an.
TV Unterbach Der Turnverein 1905 Unterbach e. V.tvunterbach.de legt seinen Fokus auf ein vielfältiges Angebot. Der Verein und Unterbach wurden bundesweit im Trampolinturnen mit einem erstmaligen Erfolg eines Deutschen Schülermeisters und einem gleichzeitig errungenen dritten Platz der Schülermannschaftsmeisterschaft im Jahre 1968 bekannt. Mit dem weiteren Aufstieg wurde der Verein in den Jahren 1978, 1979, 1980, 1982 und 1984 in dieser Disziplin deutscher Meister, stellte zahllose weitere deutsche und europäische Titel, einen Vizeweltmeister sowie den Großteil der deutschen Nationalmannschaft, wobei dieser unter Vereinsbeteiligung der Gewinn der Weltmeisterschaft 1986 in Paris gelang. Zudem stellte der Verein in 25 Jahren die Leitung der Trampolin-Bundesliga.
Internationale Pionierarbeit leistete der Vereine mit der Durchführung des Unterbach-Cup als erstem und zu dieser Zeit höchststehenden europäischen Wettkampf für Schüler und Jugendliche, zuletzt mit Beteiligung aus anderen Kontinenten. In diesem Konzept sollten sowohl internationale Jugendbegegnung, Breiten- als auch Leistungsaspekte innerhalb des Trampolinsports zur Wirkung kommen. Die zweitägige Veranstaltung zählte alljährlich über 200 in Gastfamilien untergebrachte Teilnehmer. In mehreren parallelen Veranstaltungen wurden die besten Teilnehmer ermittelt, die in einer Schlussveranstaltung vor Fernsehkameras die europäische Leistungsspitze unter sich ausmachten.